Christian Groß vom SV Werder Bremen wusste auch gegen Eintracht Frankfurt zu überzeugen - und verbuchte den ersten Assist seiner Bundesliga-Karriere.
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Christian Groß vom SV Werder Bremen wusste auch gegen Eintracht Frankfurt zu überzeugen - und verbuchte den ersten Assist seiner Bundesliga-Karriere.

Werder: Groß‘ erster Bundesliga-Assist

SV Werder Bremen entdeckt die Doppelsechs neu: „Alles gut“ mit Vorlagengeber Christian Groß

Frankfurt – Als er in der 82. Minute den Platz verließ, wäre ein ordentlicher Applaus gerechtfertigt gewesen. Es gehört jedoch zu den Gemeinheiten des aktuellen Bundesliga-Geschehens, dass kaum jemand da ist, um Beifall zu spenden. Geisterspiele eben. Und so ging Werder-Profi Christian Groß nach seiner Auswechslung ohne hörbare Anerkennung vom Feld, leise eben, obwohl er beim 1:1 des SV Werder Bremen bei Eintracht Frankfurt mit einer guten Leistung als zweiter defensiver Mittelfeld und Vorbereiter des Bremer Treffers ein ziemlich lautes Ausrufezeichen gesetzt hatte.

Mit der Auswechslung endete für Christian Groß auch eine Woche, die wohl zu den bemerkenswertesten in seiner so ungewöhnlich verlaufenen Karriere gehört. Mitte der Woche leistete er im Alter von 31 Jahren die Unterschrift unter seinen ersten Vertrag als Bundesliga-Profi, dann leistete er zum ersten Mal in seinem Leben die Vorlage zu einem Bundesliga-Tor. Groß‘ Steilpass auf Josh Sargent war der Auslöser der Bremer Führung in Frankfurt. Dass anschließend der Vollstrecker mehr beachtet wurde als der Vorbereiter, dürfte Groß nicht besonders gewundert haben. Schließlich hat er sich bis zu seiner späten Entdeckung bei Werder Bremen stets mehr im Schatten des Profi-Fußballs als in dessen Licht bewegt.

Werder Bremen: Christian Groß mit seinem ersten Assist in der Bundesliga

Doch nun ändert sich das. Für Christian Groß begann die Veränderung mit der Notnagelrolle zu Beginn der vergangenen Saison, als ihn die Verletzungsflut im Profi-Team in den Bundesliga-Kader spülte. Zunächst als Innenverteidiger. In Frankfurt und auch eine Woche zuvor beim 1:1 gegen 1899 Hoffenheim spielte der gebürtige Bremer jedoch auf der „Sechs“, seiner Lieblingsposition – als etwas defensiver ausgerichteter Nebenmann von Maximilian Eggestein. Eigentlich war der dafür vorgesehen, bei Konteren des SV Werder Bremen den tödlichen Pass zu spielen, was ihm aber nicht gelang. Groß half aus. Wie so oft. In der Doppelsechs, einer Neuerung im Bremer Spiel, hat er nun aber eine richtig gute Option gefunden, dauerhaft und trotz der Konkurrenz des lange verletzten Kevin Möhwald Bestandteil der Startelf zu bleiben.

Werder Bremen: Zarter Applaus für Christian Groß von Trainer Florian Kohfeldt

„Seine Position hat sich durch die letzten beiden Spiele sicher nicht verschlechtert“, sagt Trainer Florian Kohfeldt über Groß‘ Standing und erklärt, wieso er mittlerweile auf zwei defensive Mittelfeldspieler setzt: „Die Erkenntnis der ersten Spiele war, dass wir mit einer alleinigen Sechs Probleme bekommen im Defensivverhalten.“ Sprich: Eggestein – nach den Abgängen von Kevin Vogt, Philipp Bargfrede und Nuri Sahin in die Rolle gedrängt – brauchte Hilfe. Mit Unterstützung fühlt er sich laut Kohfeldt „deutlich wohler, das sieht man. Er wird seinen Stärken deutlich gerechter, wenn er auf einer Doppel-Sechs spielt und er sich ins Spiel nach vorne einschalten kann.“ Weil hinter ihm ja Christian Groß aufpasst. Wofür es dann wenigstens vom Coach des SV Werder Bremen zarten Applaus in Worten gab: „Grosso macht es sehr ordentlich. Ich freue mich, dass ich ihn habe. Er ist ja jetzt auch Profi. Von daher: alles gut!“

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