Wendepunkt im Spiel des SV Werder Bremen gegen den FC Augsburg: Christian Groß sieht nach einem dämlichen Foul gegen Florian Niederlechner die Gelb-Rote Karte.
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Wendepunkt im Spiel des SV Werder Bremen gegen den FC Augsburg: Christian Groß sieht nach einem dämlichen Foul gegen Florian Niederlechner die Gelb-Rote Karte.

Erster Platzverweis für den Werder-Profi

„Dümmste Gelbe Karte der Saison“: Das erste Mal macht Christian Groß zur tragischen Werder-Figur

Bremen – Die Geschichte von Christian Groß beim SV Werder Bremen ist ein echtes Fußball-Märchen, hat nun aber ein ganz unschönes Kapitel bekommen. Ausgerechnet mit dem ersten Platzverweis in seiner Karriere leitete der 32-Jährige die Wende beim Abstiegskrimi in Augsburg ein. Werder verlor erst die Überzahl, für die Ruben Vargas früh mit seiner Roten Karte wegen Nachtretens gesorgt hatte (12.), und dann auch die Partie mit 0:2.

„Wir haben lange mit einem Mann mehr gespielt, hatten Torchancen, haben aber nicht getroffen. Und dann darf es niemals passieren, dass wir Gelb-Rot bekommen. So ist Augsburg wieder ins Spiel gekommen“, schimpfte Werder-Kapitän Niklas Moisander nach dem Spiel. Auch für Markus Weinzierl, den Coach des FC Augsburg, war die Aktion von Christian Groß kurz nach der Pause die Schlüsselszene gegen Werder Bremen: „Natürlich kam uns die Gelb-Rote Karte entgegen.“

Christian Groß hatte als einer von zwei Sechsern wie immer ordentlich Härte in seinem Spiel. Schon nach wenigen Minuten bekam das Rani Khedira zu spüren. Schiedsrichter Robert Schröder ermahnte den Übeltäter kurz – mehr nicht. Anders als dann in der 42. Minute. Nach einem Foul an Florian Niederlechner sah Groß die Gelbe Karte. Nichts Neues für den Defensivspezialisten, es war immerhin seine siebte Verwarnung in dieser Saison.

Werder Bremen gegen den FC Augsburg: Gelb-Rote Karte für Christian Groß gibt Spiel eine neue Wendung

Für Werder-Coach Florian Kohfeldt kam nicht nur deshalb eine Auswechslung seines Schützlings zur Halbzeit nicht infrage: „Wir haben kurz darüber gesprochen, auch mit ‚Grosso‘. Er ist, auch wenn er noch nicht ewig lange Bundesliga spielt, einer unserer erfahrensten Spieler. Wir haben angesprochen, dass wir in solchen Zweikämpfen eine gewisse Vorsicht haben müssen. Er hat signalisiert, dass es für ihn kein Problem ist - er hat solche Situationen schon sehr häufig gehabt.“ Ein Wechsel sei auch deshalb schwierig gewesen, „weil wir bei Ömer Toprak wussten, dass er noch maximal zehn Minuten spielen kann von der Luft her. Von daher waren wir optimistisch, dass ‚Grosso‘ es über die Zeit bringt.“

Doch was Christian Groß in der Vergangenheit stets erfolgreich gemeistert hatte, ging an diesem Samstag krachend schief. Nach einem langen Ball ging er nahe der Augsburger Trainerbank viel zu robust in einen Zweikampf mit Niederlechner und traf nicht das Spielgerät, sondern das Bein des Gegners. Schiedsrichter Schröder zückte umgehend Gelb-Rot. In der 49. Minute herrschte damit wieder Gleichstand auf dem Feld, was die Augsburger beflügelte – bis hin zum Sieg.

„Da muss man nicht groß drumherumreden, ich breche den Stab auch nicht über ,Grosso‘“, seufzte Werder-Coach Florian Kohfeldt nach der Partie: „Aber das ist natürlich die dümmste Gelbe Karte der Saison. Dazu kann man nichts anderes sagen.“ Deutliche Worte, die dem Trainer des SV Werder Bremen nicht leichtgefallen sein dürften. Denn er selbst hatte den Unglücksraben einst zum Bundesliga-Profi gemacht – und das ganz spät in dessen Karriere. Erst aus der Not heraus, dann aus Überzeugung.

Werder Bremen: Christian Groß mit erstem Platzverweis seiner Karriere

Christian Groß war 2018 vom damaligen Drittligisten VfL Osnabrück zum SV Werder Bremen gewechselt – allerdings als Routinier für die U23. Doch im Sommer herrschte Personalnot in der Abwehr der Profis. Kohfeldt nahm Groß in der Vorbereitung mit ins Trainingslager und ließ ihn am 1. September 2019 in der Bundesliga debütieren. Der Gegner hieß übrigens FC Augsburg. Bis dahin war Groß über die Dritte Liga nicht hinausgekommen. Ein Fußball-Märchen, zumal Groß auch noch gebürtiger Bremer ist. 

In Augsburg absolvierte der Defensivspezialist am Samstag bereits sein 37. Bundesligaspiel, es könnte sein letztes gewesen sein. Beim Ligafinale gegen Borussia Mönchengladbach ist er gesperrt. In einer möglichen Relegation könnte der 32-Jährige immerhin wieder zum Einsatz kommen. Und dann? Sein Vertrag gilt auch für die neue Saison. Ob Christian Groß weiterhin bei den Profis spielen oder zur U23 zurückkehren wird, ist offen. Zur Wahrheit dieser Personalie gehört nämlich auch, dass Groß von der schwachen Besetzung im defensiven Mittelfeld profitiert. In diesem Bereich muss sich Werder Bremen dringend verstärken. Groß‘ Geschichte bei Werder wird so oder so weitergehen, denn er besitzt einen Anschlussvertrag, hat bereits ins Scouting reingeschnuppert und soll noch länger ein Grün-Weißer bleiben. (kni) Auch interessant: Werder Bremen trennt sich von Trainer Florian Kohfeldt - Thomas Schaaf übernimmt! Und: „Das ist einfach zu wenig“ - Die Stimmen zur Werder-Niederlage beim FC Augsburg.

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