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SC Freiburg-Coach Christian Streich ist großer Fan von Kollege Florian Kohfeldt und begrüßt die Vorgehensweise des SV Werder Bremen in der Trainerdiskussion.

Nach Freiburgs Niederlage gegen Werder Bremen

Streichs Support für Werder-Coach Florian Kohfeldt: Kritiker „denken nicht nach, bevor sie in die Mikrofone schwätzen“

Freiburg – Seit achteinhalb Jahren sitzt Christian Streich beim SC Freiburg auf der Trainerbank. Obwohl er in dieser Zeit auch einmal mit dem Sport-Club runter musste in die zweite Liga, kennt er Trainerdiskussion eigentlich nur vom Hörensagen.

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hat der 54-Jährige nach der 0:1-Pleite seines Teams gegen den SV Werder Bremen ein hohes Maß an Empathie für seinen in der Schusslinie stehenden Bremer Kollegen Florian Kohfeldt und die Führung des Vereins aus dem Norden gezeigt. Den Kohfeldt-Kritikern warf er vor, dass sie „nicht nachdenken, bevor sie irgendwelche Sachen in die Mikrofone schwätzen“.

Christian Streich startete seine Aussagen nach dem Spiel mit dem obligatorischen Glückwunsch des Verlierers für den Gewinner, um dann etwas loszuwerden, was er unbedingt sagen wollte. „Das hört sich jetzt komisch an“, begann Streich, „aber es gibt eine gute Sache an dieser Niederlage. Ich habe ein bisschen davon mitbekommen, was einige Leute – ehemalige Spieler und sogenannte Experten –, die überhaupt nicht beurteilen können, was intern in Bremen gearbeitet wird, an Häme und negativen Äußerungen abgelassen haben, muss ich sagen: Das war unmöglich.“ Der Freiburger Coach zielte damit unter anderem auf Rune Bratseth und Dieter Burdenski ab, deren Kritik an Kohfeldt sowie zum Teil an Sportchef Frank Baumann den stärksten Widerhall gefunden hatten.

Werder Bremen: Christian Streich freut sich über Sieg der Gäste

Streich verstieg sogar in Freude über den Bremer Sieg: „Es freut mich für Florian und für Werder Bremen. Obwohl wir es auf keinen Fall zulassen wollten, dass wir verlieren. Wir wollten Werder Bremen unbedingt schlagen. Es war aus meiner Sicht auch eine absolut unverdiente Niederlage. Aber wir waren in den Abschlusssituationen nicht gut genug, das müssen wir uns ankreiden lassen.“

Die Punkte bekamen deshalb die Gäste, die Sympathiepunkte sammelte aber der Freiburger Chefcoach, der bislang nicht im Verdacht stand, ein besonders guter Kohfeldt-Freund zu sein. In der Vergangenheit hatten sich beide an der Seitenlinie schon heftigst gestritten. (csa)

Zur letzten Meldung vom 23. Mai 2020

Freiburgs Streich leidet mit Werder-Coach Kohfeldt

Freiburg -  In Bremen musste Florian Kohfeldt jede Menge Kritik einstecken, nun kommen ausgerechnet aus Freiburg Streicheleinheiten für den Coach des SV Werder Bremen.

Christian Streich, der Coach von Werder Bremens Gastgeber am Samstag (15.50 Uhr), sagte auf einer Pressekonferenz seines SC Freiburg, Florian Kohfeldt sei „ein absoluter Fußballfachmann und durch und durch grün-weiß, da geht nicht mehr. Menschlich ist er total in Ordnung und ein ganz reflektierter Mann.“

SC Freiburg-Trainer Christian Streich lobt Werder Bremen für Umgang mit Florian Kohfeldt

Streich lobte die Bremer Verantwortlichen dafür, dass sie trotz akuter Abstiegsgefahr am 37-jährigen Kohfeldt festhalten würden. „Ich bin froh, dass es so gemacht wird“, sagte Streich. Kohfeldt habe „richtig Qualität“. Er könne sich sehr gut in Florian Kohlfeldts Lage hineinversetzen, da er selbst mit den Freiburgern 2015 im Abstiegskampf gesteckt habe, aber ebenfalls von seinen Bossen nicht in Frage gestellt wurde. „Die Situation ist bedrückend, hoffentlich nicht erdrückend“, sagte Streich. „Du hast schlaflose Nächte und auch Versagensängste. Es ist eine schwierige psychische Situation, die einen sehr viel Kraft kostet.“ Streich schaffte damals nicht die Rettung, ihm gelang aber der direkte Wiederaufstieg. In dieser Saison dürfen die Freiburger als Tabellen-Siebte unabhängig vom Ausgang der Partie gegen Werder Bremen sogar vom internationalen Geschäft träumen. (kni)

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Streichs Riesen-Lob für Klaassen: „Was für ein Spieler!“

Inzwischen gehört es beinahe zum guten Ton bei Pressekonferenzen vor einem Bundesliga-Spiel, den Gegner und dessen Qualitäten zu loben. Doch das, was Christian Streich über Werder Bremen sagte, geriet zur Schwärmerei. Besonders Mittelfeldmann Davy Klaassen bekam ein Riesen-Lob vom Trainer des SC Freiburg.

„Was für ein Spieler!“, begann Streich. Vielen falle der Niederländer im Bremer Mittelfeld gar nicht groß auf, ihm aber immer: „Wenn es gut läuft, ist er richtig gut. Und wenn es bei Bremen mal nicht so gut läuft, ist er auch richtig gut, weil er alles abarbeitet, egal, wie ein Spiel läuft. Das sind die Spieler, die wünschst du dir von Herzen.“

Verfolgt das Spiel von Werder Bremen gegen den SC Freiburg in unserem Liveticker!

Komplimente auch für Kruse und Kohfeldt

Natürlich gab es auch ein Kompliment für den Ex-Freiburger Max Kruse, den Streich in der Saison 2012/2013 trainiert hat. „Wir wissen, wie er kickt. Aber du wirst nicht alles verhindern können, weil da so viel Qualität ist.“ Überhaupt sei Werder im Umschaltspiel und Gegenpressing „brutal gut“. Auch Florian Kohfeldt bekam lobende Worte. Der 36-Jährige sei ein ambitionierter Trainer, der „das Innenleben von Werder versteht und weiß, wie man mit verschiedenen Charakteren umgeht“.

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Bei allem Respekt vor dem Gegner wollen sich die Freiburger gewiss nicht kampflos ihrem Schicksal ergeben. „Wir werden ihnen voll die Stirn bieten“, betonte Streich. „Wir fahren nicht nach Bremen, um etwas zu verhindern, sondern wir wollen etwas erreichen.“ Für den Tabellen-13. geht es darum, dem Klassenerhalt einen großen Schritt näher zu kommen.

(han)

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