+
Werders neue Nummer eins Jiri Pavlenka und Torwarttrainer Christian Vander

Vander sieht Probleme, aber auch Pluspunkte

Ruhe dank Pavlenka?„Das haut hin“

Zell am Ziller - Frage an Christian Vander: Hat sich Werder Bremen mit dem Torwartwechsel von Felix Wiedwald zu Jiri Pavlenka verbessert? Nun erwartet alle Welt ein eindeutiges Ja – erweitert um die Erklärung: Sonst hätten wir ihn ja nicht geholt.

Doch Vander, der Torwart-Trainer des SV Werder, mag erstens nicht vergleichen („Das ist immer schwierig“) und hat zweitens nach nur etwas mehr als einer Woche gemeinsamer Arbeit mit Pavlenka noch keine absolut eindeutige Meinung über den Tschechen. Er sieht viele Pluspunkte, aber auch ein paar Probleme. Die Frage könne er deshalb „noch nicht beantworten“, meint Vander und gewährt dem neuen Schlussmann Zeit zur Eingewöhnung und Entwicklung: „Nach dem ersten Spiel werden wir mehr wissen. Das Paket, das Jiri Pavlenka mitbringt, ist aber auf jeden Fall vielversprechend.“

Stark auf der Linie und im Eins-gegen-eins – also dem Torwart-Kerngeschäft – sei der Tscheche definitiv, so Vander. Pavlenka habe aber Nachbesserungsbedarf in der Spieleröffnung und -fortsetzung. „Da gibt es bestimmt noch Potenzial, da arbeiten wir dran“, sagt Vander über den Drei-Millionen-Euro-Einkauf von Slavia Prag und attestiert ihm, dass er auch bei der Strafraumbeherrschung „noch den einen oder anderen Schritt machen kann“.

Den optimalen Tormann gibt es nicht oft auf der Welt

Wohlgemerkt: Vander geht immer vom Optimum aus, vom idealen Tormann. Dass es den nicht oft gibt auf der Welt, ist klar. Werder hat auf der Suche nach einer Verstärkung Jiri Pavlenka (Spitzname: Pavlas) gefunden. Aktuell muss sich der 25-Jährige noch an viele neue Eindrücke und die ihm völlig fremde Sprache gewöhnen – weshalb es wohl eine übertriebene Erwartung wäre, von ihm direkt die bestmöglichen Trainingsleistungen zu sehen. „Wir hoffen aber, dass wir mit Pavlas in den kommenden Jahren Ruhe haben auf der Torwart-Position. Ich denke, das haut auch hin“, erklärt Christian Vander.

In den vergangenen Jahren haben sich bei Werder Bremen zu viele Torhüter als nicht tauglich für die Bundesliga erwiesen, als dass der Versuch mit Pavlenka nun schiefgehen dürfte. Erst recht nicht, weil der von Vander zur stabilen Bundesliga-Kraft geformte und in der Rückrunde überzeugende Felix Wiedwald (jetzt Leeds United) quasi durch die Pavlenka-Verpflichtung zum Wechsel getrieben wurde. Die neue Nummer eins muss nun funktionieren – ohne Wenn und Aber. Vander selbst hat den Keeper mehrere Male gescoutet und bewertet. Sein Urteil: „Wir haben da richtig entschieden. Was ich gesehen habe, war überzeugend, Pavlas hat stark performt.“

Zetterer in der Hinterhand

Sollte der tschechische Nationaltorwart (zwei Länderspiele) die Erwartungen nicht erfüllen, hätte Werder noch Nachwuchskraft Michael Zetterer (wurde heute 22 Jahre alt) in der Hinterhand. „Er wird seinen Weg machen“, meint Vander zwar, einen direkten Konkurrenzkampf mit Jiri Pavlenka sieht er aber nicht. Grund: Zetterer hat bisher nur in der Dritten Liga gespielt, ihm fehle die Matcherfahrung auf höchstem Niveau. 

Die nötige Veranlagung sei aber vorhanden, so Vander: „Zetti ist ein Bewegungstalent, hat eine Riesensprungkraft. Er hat eine überdurchschnittliche Stärke bei der Spieleröffnung und ein ganz tolles Passspiel.“ Es klingt fast so, als wäre eine Mischung aus Pavlenka und Zetterer der ideale Schlussmann. 

„Miri Zetlenka“ steht jedoch auf keiner Spielerliste.

Der Werder-Mittwoch

Auch interessant

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare