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Auch mit 40 kann er es noch: Claudio Pizarro spielt im Training von Werder Bremen immer noch geniale Bälle.

Werder-Legende zeigt Rashica, wie es geht

Claudio Pizarro: Das Phänomen wird für Werder immer wertvoller

Grassau – Plötzlich kommt der perfekte Pass in die Tiefe, Niclas Füllkrug kann alleine aufs Tor zustürmen, tritt aber leicht in den Boden und wird gestoppt. Trotzdem staunen die Zuschauer. Wer bloß hat diesen genialen Ball gespielt? Claudio Pizarro! In diesem Sommer wirkt es fast so, als könnte der 40-Jährige für den SV Werder Bremen noch wertvoller als in der Vorsaison werden. 

Die Legende lebt und ist bei Werder Bremen extrem gut drauf. Auch Trainer Florian Kohfeldt ist ziemlich begeistert „Claudio muss ja auch doppelt so gut sein wie im letzten Jahr“, sagt Kohfeldt und lacht. Anders als in der Vorsaison hat Claudio Pizarro nicht nur ein Trainingslager absolviert, sondern gleich beide. Und der Oldie steckt die Belastung überraschend gut weg. „Claudio macht einen sehr guten Eindruck, ist sehr frisch, sehr agil, bewegt sich gut in den Zwischenräumen und geht in die Box“, schwärmt der Coach und prophezeit: „Claudio wird ein Spieler bleiben, der ein Spiel verändern kann. Das ist nichts Selbstverständliches und weitaus mehr, als wir uns vor einem Jahr bei seiner Verpflichtung erwartet haben.“

Unvergessen sind die Momente, wenn Pizarro in der zweiten Halbzeit zur Ersatzbank gerufen wurde. Dann brandete fast so großer Jubel auf wie bei einem Tor. Meistens lag Werder Bremen in diesen Situationen zurück – und mit Pizarro war die Hoffnung auf eine Wende wieder da. Natürlich nicht nur bei den Zuschauern, auch bei den Mitspielern. Und der Gegner wirkte plötzlich etwas vorsichtiger, als hätte er Angst vor diesem Phänomen mit dem Namen Pizarro.

Claudio Pizarro: Phänomen weiter wichtiger Joker für Werder Bremen

„Claudio ist nach wie vor unglaublich gut“, urteilt Florian Kohfeldt. Der Peruaner würde seine Rolle aus dem Vorjahr behalten: zwar nur ganz selten Startelf-Spieler, aber dafür ein ganz wichtiger Joker. „Claudio wird regelmäßig in der 60., 70. Minute ins Spiel kommen, weil er unser Spiel auf ein anderes Level hebt“, kündigt der Coach an und betont: „Es ist ein Riesenbonus, dass wir so einen Spieler haben.“

Das gelte aber nicht nur für den Claudio Pizarro im Spiel, sondern auch den im Training. Und dann erzählt Kohfeldt eine „lustige Geschichte“, wie er sie mit einem Strahlen in den Augen nennt: „Beim Trainingsspiel läuft Claudio allein auf das Tor zu und chipt den Ball mit dem linken Fuß so über den Keeper ins lange Eck, wie es wohl kein anderer Spieler in der Bundesliga kann.

Milot Rashica profitiert von Claudio Pizarro - „Sehen und lernen“

Und im Zurücklaufen sagt er zu Milot Rashica: ,See and learn‘.“ Kohfeldt lacht. „Sehen und lernen“, besser hätte es Pizarro nicht machen können. „Das bringt doch viel mehr, als wenn ich den Jungs sagen würde: ,Schaut mal, was der Claudio kann.‘“ Pizarro macht das selbst, er nimmt seine Zusatzaufgabe, sich um die jungen Spieler sehr ernst, ist dabei aktiv, geht auf die Talente zu. Es spielt keine Rolle für ihn, dass sie wahrscheinlich für ihn in der Startelf stehen werden. Für ihn zählt das große Ganze. Pizarro will den Erfolg – und ganz nebenbei auch noch Spaß für sich haben.

Und den hat er. In Grassau gab es immer wieder einen lachenden 40-Jährigen zu sehen, der ganz offensichtlich jede Sekunde genießt. Der Körper macht alles mit. Schon in der Vorsaison hatte er nur eine kleine Verletzung. Das ist mehr als bemerkenswert in seinem Alter. Es soll seine letzte Saison sein, hat Claudio Pizarro gesagt. Und es war eine gute Idee, dieses Thema frühzeitig öffentlich zu klären. Denn nun hat er Ruhe, wird nicht mehr danach gefragt. Aber wer weiß: Wenn er auch im Frühjahr noch so geniale Pässe in die Tiefe spiel wie jetzt auf Füllkrug, dann geht das Märchen Pizarro vielleicht noch weiter.

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Unterdessen planen die Grün-Weißen weiter am Kader für die neue Saison. Trainer Florian Kohfeldt kündigt Transfer an: „Bald erleben wir etwas.“ Einen Vertrag hat der Club derweil unter Dach und Fach gebracht: Werder Bremen holt sich Tou Tou als Ärmelsponsor auf das Trikot. Am Samstag steigt am und im Weserstadion außerdem der beliebte Tag der Fans von Werder Bremen - und viele Legenden sind dabei.

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