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Auch das gehört zum Berühmtsein: unzählige Autogramme geben und Selfies machen.

Der Altmeister erinnert sich

Pizarro: „Der Beruf verführt dazu, dass man abhebt“

Bremen – Er ist der „Altmeister“, die „Legende“, der „ewige Torjäger“ – die Spitznamen, die Claudio Pizarro im nicht enden wollenden Herbst seiner Karriere angesammelt hat, sprechen eine klare Sprache: Der Mann, der gerade im stolzen Alter von 40 Jahren noch einmal seinen Vertrag bei Werder verlängert hat, ist eine Institution der Bundesliga.

So lange dabei, so erfolgreich – da ist es inzwischen schwer vorstellbar, dass auch dieser Pizarro einmal ganz klein angefangen hat. Hat er aber. In einem Interview mit dem „Stern“ hat sich der Stürmer aus Peru nun an seinen nicht ganz leichten Start in Deutschland erinnert.

Claudio Pizarro wechselte 1999 von Alianza Lima zu Werder Bremen

1999 war es, da wechselte Claudio Pizarro von seinem Heimatverein Alianza Lima nach Bremen – in eine für ihn völlig neue Welt mit vielen Herausforderungen, die nicht alle mit Fußball zu tun hatten. „Meine Frau kam kurz nach mir nach Bremen, schwanger“, erinnert sich Pizarro. „Wir waren beide 20 Jahre alt, hatten sechs Monate zuvor geheiratet, und dann wurde hier unser Sohn geboren. So viel auf einmal.“

Es gab da ja auch noch die Karriere, die in Bremen möglichst Fahrt aufnehmen sollte. „Ich wusste, ich darf mich nicht durcheinanderbringen lassen. Ich musste mich auf meinen Job konzentrieren, ich musste gut sein“, sagt Pizarro – und betont: „Denn davon hing ja auch die Zukunft meiner Familie ab.“

Werder-Profi Pizarro: „Ich musste das machen, was ich konnte, nämlich Fußball spielen“

Das ist viel Druck für einen jungen Mann, der die zahlreichen Herausforderungen gemeinsam mit seiner Frau Karla gemeistert hat. „Wir mussten ja auch erst mal mit einem anderen Land und einer anderen Kultur zurechtkommen. Das geht nur, wenn man an einem Strang zieht und sich unterstützt“, weiß Pizarro. „Ich musste das machen, was ich konnte, nämlich Fußball spielen. Meine Frau kennt mich sehr gut, sie hat das genau verstanden und das mitgetragen. Das ist bis heute so.“ Mittlerweile hat das Paar drei gemeinsame Kinder.

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Generell ist Pizarro seine Familie, die heute in München lebt, sehr wichtig. Auch sie hat im Laufe der Jahre dazu beigetragen, dass sich der Profi seinen Optimismus, sein positives Auftreten bewahrt hat und auf dem Teppich geblieben ist. „Der Beruf verführt dazu, dass man abhebt. Da braucht man Leute in seinem Umfeld, die ehrlich sind. Die einem sagen: ,Ey, komm wieder auf die Erde.' Wenn man die nicht hat, kann man sich in der Welt des Profifußballs leicht verlieren“, sagt er.

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