Claudio Pizarro und Josh Sargent tuscheln auf einer Ersatzbank.
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Claudio Pizarro hat seine aktive Karriere als Profifußballer bei Werder Bremen beendet. Der 41-Jährige verriet jetzt, dass er große Stücke auf Josh Sargent hält.

Werder-Legende glaubt an US-Boy

Wer Werder jetzt helfen kann? Pizarro setzt auf Josh Sargent

Bremen – Zu jedem großen Fußballer gehört auch immer ein Entdecker - das gilt nicht nur bei Werder Bremen. Bei Diego Maradona war es Francis Cornejo, ein U10-Trainer der Argentino Juniors. Bei Franz Beckenbauer ein Mann namens Rudi Weiß, Talentschmied in Diensten des FC Bayern. Und Johnny Gyllensjö, Jugendtrainer bei Malmö FF, hat als erster die Qualitäten eines Zlatan Ibrahimovic erkannt. Claudio Pizarro wiederum weiß auch sehr genau, wer seiner Karriere entscheidend auf die Sprünge geholfen hat: Jürgen L. Born natürlich.

Anlässlich dessen 80. Geburtstag kam Claudio Pizarro am Donnerstag von seinem „Ruhesitz“ in München für zwei Tage zurück nach Bremen. Selbstverständlich sei das für ihn gewesen, meinte die frisch pensionierte Werder-Clublegende, „ihm habe ich es schließlich zu verdanken, dass ich in die Bundesliga gekommen bin“. 197 Tore hat Pizarro dann in der Bundesliga für den FC Bayern und den SV Werder Bremen geschossen. Vor wenigen Wochen endete dann die Karriere, und Pizarro braucht nun einen Erben in Bremen. Einen, der ein Torjäger werden kann, wie er es war. Und der Peruaner hat da einen Werder-Spieler ganz konkret im Sinn: Josh Sargent.

Werder Bremen-Legende Claudio Pizarro über Josh Sargent: „Er wird viele Tore machen in dieser Saison“

„Josh hat viel drauf. Ich glaube, er wird viele Tore machen in dieser Saison“, sagte Pizarro am Rande der Born-Geburtstagsparty im Gespräch mit der DeichStube. Jetzt könnte man einwenden, dass Pizarro kaum einen anderen Namen aus dem aktuellen Kader nennen könnte. Denn von den anderen Mittelstürmern Niclas Füllkrug (27) und Davie Selke (25) ist schon rein altersmäßig keine Mega-Entwicklung mehr zu erwarten. Von Sargent, dem 20-Jährigen, dagegen schon. Zumal Pizarro in den vergangenen zwei Jahren ein wenig um den US-Amerikaner gekümmert hatte. Quasi wie ein Lehrer. Und was er dabei erkannt hat, lässt ihn an eine erfolgreiche Zukunft für Josh Sargent glauben. Claudio Pizarro: „Ich konnte ihm einige Sachen zeigen, und er hat immer schnell verstanden, was ich meinte. Er hat den natürlichen Instinkt eines Torjägers.“

Zum wirklichen Durchbruch in der Bundesliga hat dieser Instinkt für Sargent aber noch nicht gereicht. 39 Einsätze, sechs Tore – diese Quote ist okay für einen Spieler seines Alters, kann mit der des jungen Claudio Pizarro aber nicht mithalten. Der traf in den ersten 39 Spielen seiner Bundesliga-Karriere 13 Mal, war aber auch schon zwei Jahre älter als Sargent.
Sollte der jemals so erfolgreich werden wie Pizarro, würde er übrigens Wynton Rufer zum Eintritt in den „Club der Entdecker“ verhelfen. Der Neuseeländer, 1992 beim Bremer Triumph im Europapokal der Pokalsieger Torschütze im Finale, hatte als erster Ex-Torjäger ein Näschen für Sargent entwickelt und ihn an den SV Werder Bremen vermittelt. So wie es einst Jürgen Born mit Pizarro gemacht hatte. 21 Jahre später feiert der Entdeckte mit dem Entdecker immer noch gemeinsam die Geburtstage, „weil Herr Born mir so viel geholfen hat.“

Claudio Pizarro: „Die sportliche Situation ist sehr schwer für Werder Bremen“

21 Jahre später muss Pizarro aber auch feststellen, dass er trotz der kleinen Ewigkeit als Profi-Sportler immer noch nicht alle Tücken der körperlichen Ertüchtigung kennt. Denn wenige Wochen nach seinem Karriereende leidet die Werder-Legende an einer Verletzung, die zum Schmunzeln anregt. Pizarro sagt, er habe aktuell einen „Golfellenbogen“ – so wie andere einen Tennisarm haben. Jetzt weiß man wenigstens, wie Pizarro die ersten Wochen als „Rentner“ verbracht hat.
Doch er hat auch Fußball geschaut – Werder Bremen im Speziellen. Das 1:4 gegen Hertha zum Auftakt hatte Claudio Pizarro für Sky mit seinem Experten-Kommentar angereichert. Und was er mit ein paar Tagen Abstand über den Zustand der Mannschaft sagt, klingt sehr danach, als könnte Werder in der neuen Saison nicht nur viele, sondern sehr viele Sargent-Tore gebrauchen.

Pizarro: „Die sportliche Situation ist sehr schwer für Werder. Das 1:4 war nur das erste von vielen Spielen, da kommen also noch einige. Ich hoffe, dass die Mannschaft es dann besser macht. Man muss jetzt nicht gleich wieder vom Abstieg reden.“ Eine Niederlage auf Schalke am Samstag würde aber für eine frühe Krisenstimmung bei Werder sorgen, das ist auch Pizarro klar. Der Peruaner erinnert sich aber an die letzten vier Bremer Auftritte in Gelsenkirchen, die allesamt gewonnen wurden. „Ich hoffe, dass es diesmal wieder so ist“, sagte Pizarro, der sich am Samstag in München auf sein Sofa werfen und die Daumen drücken gegen Schalke 04 wird. Für Josh Sargent, für Werder Bremen. (csa)

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