Marco Friedl, hier im Duell mit Frankfurts Mario Götze, erwischte bei Werder Bremen einen rabenschwarzen Tag.
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Marco Friedl, hier im Duell mit Frankfurts Mario Götze, erwischte bei Werder Bremen einen rabenschwarzen Tag.

Schwacher Auftritt des Werder-Profis

Zuspruch für Werders Kapitän: Clemens Fritz verteidigt fehlerhaften Marco Friedl

Bremen – Geärgert hatte sich Marco Friedl am allermeisten. Noch auf dem Platz schlug sich der Kapitän des SV Werder Bremen enttäuscht mit der Faust gegen den Kopf, als die knappe 2:1-Führung der Bremer dahin war.

Doch es blieb nicht allein beim Patzer vor dem Ausgleich, auch beim nächsten Gegentor machte der Innenverteidiger keine gute Figur – so wie fast über die gesamte erste Halbzeit hinweg. Clemens Fritz, Leiter Profifußball bei Werder Bremen, stärkte Marco Friedl dennoch im Nachgang der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt (3:4) demonstrativ den Rücken.

„Fehler passieren“, betonte er auf die Leistung von Marco Friedl angesprochen. „Wenn man sich die Tore anschaut, dann ist es nie einer allein. Du hast immer noch die Möglichkeit, die Fehler auszubügeln.“ Doch genau das gelang Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt kaum. Wenn gepatzt wurde, dann wurde es direkt brandgefährlich. Die Rettungsversuche gingen meist ins Leere. „Da geht es um Themen wie Restverteidigung und wie eng ich am Mann bin“, zählte Clemens Fritz auf. „Wir haben insgesamt zu viele Fehler gemacht – das hat in den letzten Spielen deutlich besser geklappt. Den Schuh müssen wir uns anziehen.“

Clemens Fritz über Werder-Bremen-Kapitän Marco Friedl: „Man kann sich ärgern, aber dann wieder positiv nach vorne schauen“

Trotz dieser allgemeinen Defensiv-Beurteilung war auffällig, dass insbesondere Marco Friedl so seine Probleme hatte. „In der ersten Halbzeit war der eine oder andere Fehler dabei, aber dann sieht man, mit welchem Selbstverständnis und welcher Überzeugung er die zweite Halbzeit spielt“, entgegnete Clemens Fritz den Kritikern. „Da hat er sehr viele Zweikämpfe gewonnen, war viel stabiler.“ Und deshalb hatte der 41-Jährige noch am Sonntag für den gescholtenen und enttäuschten Abwehrspieler des SV Werder Bremen einen wichtigen Ratschlag parat. „Man kann Fehler machen, man darf aber nicht zu lange darüber nachdenken“, betonte er. „Man kann sich ärgern, aber dann muss man wieder positiv nach vorne schauen – und das habe ich ihm mit auf den Weg gegeben.“ (mbü)

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Nach Patzern gegen Eintracht Frankfurt: Aufmunternder Auftrag für Werder-Bremen-Kapitän Marco Friedl

Bremen – Schon nach wenigen Minuten rieben sich die Fans des SV Werder Bremen verwundert die Augen: Marco Friedl hatte einen Freistoß in der eigenen Hälfte direkt zum Gegner gespielt. Es war der Auftakt für einen ganz schwachen Auftritt des Innenverteidigers, der mit seinen Fehlern maßgeblich zur 3:4-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt beigetragen hatte. Keine ganze einfache Situation für einen erst 24-jährigen Kapitän, der durchaus etwas überraschend von der Mannschaft in dieses Amt gewählt worden war.

Werder-Bremen-Profi Niklas Schmidt nach Fehlern gegen Eintracht Frankfurt über Marco Friedl: „Wir stehen hinter ihm“

„Der Junge hat schon so viel erlebt, den muss man nicht aufbauen“, meinte Teamkollege Niklas Schmidt und betonte noch: „Er ist unser Kapitän, wir stehen hinter ihm. Es passiert doch Woche für Woche, dass Menschen Fehler machen.“ Bei einem Fußball-Profi fällt das allerdings noch wesentlich mehr auf – und bei einem Kapitän dann sogar noch etwas mehr.

Niclas Füllkrug weiß das, der 29-jährige Stürmer des SV Werder Bremen ist lange genug im Geschäft und meinte vielleicht auch deshalb: „Es war klar, dass du in der Rolle Verantwortung übernehmen und mit Leistung vorangehen musst.“ Statt ihn zu trösten, formulierte Füllkrug einen Auftrag an Marco Friedl, der aber auch aufmunternd verstanden werden darf, schließlich beinhaltet er eine hohe sportliche Wertschätzung. „Wir sind auf seine Leistung als Mannschaft ein bisschen angewiesen. Deshalb hoffe ich, dass er schnell in die Spur kommt und Topleistung bringt. Man sieht ja: Es reicht nicht, wenn wir ein gutes Spiel machen. Wir brauchen wirklich in jedem Spiel von allen elf Spielern ein Topspiel.“

Werder Bremen-Profi Niclas Füllkrug nimmt indisponierten Marco Friedl in die Pflicht: „Wir sind auf seine Leistung angewiesen“

Natürlich stellt sich die Frage, ob Marco Friedl durch seine Rolle als Kapitän abgelenkt und als erst 24-Jähriger damit überfordert ist. Er selbst wich im Interview mit der ARD der Frage nach seinen Fehlern aus und bemühte lieber das Kollektiv: „Es ist egal, wer den Fehler macht, wir müssen das alle besser machen.“ Was natürlich stimmt. Auf dem Feld hatte er allerdings noch demonstrativ entschuldigend den Arm gehoben, als sein Fehlpass das Frankfurter 2:2 eingeleitet hatte. Wenig später war der Österreicher dann zu langsam, um das 2:3 zu verhindern. Auch danach wirkte Friedl oft fahrig und längst nicht so abgeklärt wie in seiner so starken Vorsaison.

Trainer Ole Werner wollte den schwachen Auftritt vom Kapitän des SV Werder Bremen nicht öffentlich bewerten. „Ich möchte mich nicht zu einzelnen Spielern äußern.“ Aber intern dürfte Friedls Auftritt sicher ein Thema werden. Denn Werder braucht einen starken Marco Friedl – als Innenverteidiger und als Kapitän. (kni)

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