Der Leiter Profi-Fußball und Scouting bleibt: Clemens Fritz hat seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert.
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Der Leiter Profi-Fußball und Scouting bleibt: Clemens Fritz hat seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert.

Neuer Fritz-Vertrag ist unterschrieben

Zwischen Zukunftsperspektiven und öffentlicher Kritik: Clemens Fritz nach Vertragsverlängerung über den Plan mit Werder

Bremen – Alles was fehlte, war nur noch der richtige Moment. Zwischen Saisonendspurt und Aufstiegstrubel passte die Nachricht von einer Vertragsverlängerung mit Clemens Fritz einfach nicht hinein. Deshalb hat man sich beim SV Werder Bremen ein wenig mehr Zeit gelassen. Bis zu diesem Wochenende, um genau zu sein. Denn nun wurde offiziell, was eigentlich schon länger feststand. „Hinter uns liegen intensive Wochen, in denen ganz andere Themen im Vordergrund standen. Nach dem Aufstieg war jetzt die Zeit gekommen, um das eigentlich schon Bekannte zu finalisieren“, sagte Fritz, der also – wie zu erwarten – auch künftig Werders Leiter Profifußball und Chef der Scouting-Abteilung sein wird. „Ich habe immer betont, wie zufrieden ich auf meiner aktuellen Position bin. Ich freue mich sehr, dass ich auch in Zukunft an der Gestaltung von Werder Bremen aktiv teilhaben kann.“ 

Doch diese Freude wurde nicht überall geteilt. Es dauerte nur wenige Sekunden, da waren nach der Fix-Meldung des SV Werder Bremen die ersten Kritiker zur Stelle. Und so bekam Clemens Fritz bei Twitter, Facebook und Co. an einem eigentlich recht unaufgeregten Samstagmorgen direkt sein Fett weg. Nicht selten schoss das Vokabular dabei über das Ziel hinaus. Mitunter sogar ziemlich weit. Immerhin: Mitbekommen hat Fritz davon angeblich nichts. „In den sozialen Medien bewege ich mich ohnehin nicht“, sagte er wenig später auf Nachfrage der DeichStube. „Ich beschäftige mich gar nicht damit. Das gehört aber dazu und ist ganz normal.“

Clemens Fritz spricht nach seiner Vertragsverlängerung über Zweifel an seiner Person und den Plan mit Werder Bremen

Dabei ist es ein durchaus sensibles Thema, das da mal leiser, mal lauter angeschlichen kommt. Gerade erst berichtete beispielsweise „Spiegel Online“, dass sich auch Werder-Sportchef Frank Baumann nach dem Abstieg im vergangenen Sommer Morddrohungen ausgesetzt sah und zeitweilig unter Personenschutz stand. Anmerken lassen habe er sich bei der täglichen Arbeit nichts, heißt es, gefreut haben dürfte er sich darüber logischerweise dennoch nicht. Bei der Kritik an Clemens Fritz am Samstag ging es glücklicherweise nicht ganz so bedrohlich zu – und doch stehen Baumann und er spätestens nach dem Abstieg im Vorjahr unter besonderer öffentlicher Beobachtung. Nicht wenige Fans sehen in dem Duo die Hauptverantwortlichen für den sportlichen Niedergang der jüngeren Vergangenheit, der jetzige Wiederaufstieg der Bremer genügt ihnen dabei nicht, um wieder zur Tagesordnung überzugehen. Und da vor Fritz bekanntlich auch schon Baumann einen neuen Vertrag bei Werder Bremen erhalten hat, erwarten besagte Fans nun eher eine neuerliche Talfahrt denn einen erfreulichen Aufschwung.

Nun muss man fraglos nicht alles gut finden, was die beiden Verantwortlichen des SV Werder Bremen da in personeller Hinsicht in den vergangenen Jahren verpflichtet oder verkauft haben. Und trotzdem haben Baumann und Fritz einen ganz entscheidenden Vorteil: Sie wissen exakt, was in ihrem Beruf passiert. Die Fans, so gern sie es auch möchten, haben nicht die Gelegenheit, ihnen dabei über die Schulter zu schauen. Und so fehlen bei aller durchaus berechtigter Kritik eben doch ein paar entscheidende Details zur vollständigen Verurteilung. Oder wie es Clemens Fritz ausdrückt: „Darüber hinaus wird bei unserer Arbeit ja ganz gern mal vergessen, dass wir auch unter gewissen wirtschaftlichen Zwängen leiden und danach handeln müssen.“

Clemens Fritz über Kritik der Fans von Werder Bremen in den Sozialen Medien: „Ich beschäftige mich gar nicht damit“

Nichtsdestotrotz ist es eine der ganz spannenden Fragen der Zukunft von Werder Bremen, ob es dem Duo nun gelingt, die Bremer auch in der ersten Liga auf Kurs zu bringen beziehungsweise konkurrenzfähig zu machen. Als Aufsteiger dürfte das oberste Ziel der Klassenerhalt sein, aber ein Zitterspiel möchten sich alle Beteiligten dann doch gern ersparen. Allerdings benötigt ein Kader, der in der 2. Bundesliga zu den Besten gehörte, dafür nun noch einmal eine qualitative Aufwertung. Mit der Verpflichtung von Innenverteidiger Amos Pieper wurde unlängst ein Anfang gemacht. Doch es muss und soll noch mehr passieren. Über den Umfang lässt sich bislang nur spekulieren. „Was genau passieren wird, das lässt sich nicht beziffern“, meint Clemens Fritz, dem zuletzt von seinem alten Teamkollegen Per Mertesacker im DeichStube-Interview nahegelegt wurde, „einen Sechser, einen Zehner und mindestens einen Achter“ zu verpflichten. Fritz hält sich diesbezüglich bedeckt, kündigt nur an: „Es wird definitiv nicht so ereignisreich werden wie im vergangenen Sommer. Wir wollen schließlich nicht jedes Jahr einen kompletten Umbruch haben, sondern auch auf dem Gerüst aufbauen, das wir haben. Dafür haben wir aktuell den Grundstein mit einer jungen, entwicklungsfähigen Mannschaft gelegt.“ Gemeinsam mit Frank Baumann wird er sich daran messen lassen müssen, ob der folgende Ausbau tatsächlich ein stabiler sein wird.

Der Sportchef jedenfalls hat vollstes Vertrauen in Clemens Fritz, der im November 2017 kurz nach dem Karriereende ein Trainee-Programm startete, zwei Jahre später sein erstes Funktionärsamt übernahm und sich seither kontinuierlich nach oben gearbeitet hat. „Auch hinter Clemens liegt ein sehr intensives Jahr. Er hat in einem schwierigen Transfersommer eine hervorragende Arbeit geleistet und großen Anteil an der Zusammenstellung des Kaders, mit dem uns die Rückkehr in die Bundesliga gelungen ist“, lobte Frank Baumann den 41-Jährigen. „Dazu hat sich seine Rolle bei der Mannschaft noch einmal verändert, er ist näher an das Team gerückt und übernimmt auch kommunikativ in der Öffentlichkeit einen präsenteren Part. Mit dem, wie er insgesamt seine Rolle interpretiert, sind wir sehr zufrieden.“ Und vielleicht überzeugt Fritz ja künftig auch noch den einen oder anderen weiteren Fan des SV Werder Bremen von seiner Arbeit. (mbü)

Weiter mit der ersten Meldung:

Verlängerung offiziell: Clemens Fritz bleibt Werder Bremens Leiter Profifußball

Bremen – Eine große Überraschung war die Unterschrift am Ende nicht mehr. Schließlich hatte Clemens Fritz, der Leiter Profifußball des SV Werder Bremen, unter der Woche im Gespräch mit der DeichStube selbst erklärt: „Natürlich werde ich bleiben, wir werden das in der nächsten Woche fertig machen.“ Nun ging es doch ein wenig schneller. Am Samstagmorgen vermeldete Werder die Vertragsverlängerung des Ehrenspielführers.

„Auch hinter Clemens liegt ein sehr intensives Jahr. Er hat in einem schwierigen Transfersommer eine hervorragende Arbeit geleistet und großen Anteil an der Zusammenstellung des Kaders, mit dem uns die Rückkehr in die Bundesliga gelungen ist“, lobte Werder Bremens Sportchef Frank Baumann den 41-Jährigen. „Dazu hat sich seine Rolle bei der Mannschaft noch einmal verändert, er ist näher an das Team gerückt und übernimmt auch kommunikativ in der Öffentlichkeit einen präsenteren Part. Mit dem, wie er insgesamt seine Rolle interpretiert, sind wir sehr zufrieden.“

Werder Bremen: Clemens Fritz freut sich über Vertragsverlängerung

Clemens Fritz hatte im November 2017, kurz nach seinem Karriereende, ein Trainee-Programm bei Werder Bremen begonnen und sich nach und nach zu seinem aktuellen Posten hochgearbeitet. Ende Juni lief sein bisheriger Kontrakt aus, doch schon früh hatte sich die Fortsetzung der Zusammenarbeit abgezeichnet. „Ich habe immer betont, wie zufrieden ich auf meiner aktuellen Position bin“, erklärte Fritz nun. „Hinter uns liegen intensive Wochen, in denen ganz andere Themen im Vordergrund standen. Nach dem Aufstieg war jetzt die Zeit gekommen, um das eigentlich schon Bekannte zu finalisieren. Ich freue mich sehr, dass ich auch in Zukunft an der Gestaltung von Werder Bremen aktiv teilhaben kann.“ (mbü)

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