Clemens Fritz spricht in ein Mikrofon.
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Clemens Fritz, Leiter Profi-Fußball des SV Werder Bremen, warnt vor der ersten Runde im DFB-Pokal eindringlich davor, den Gegner FC Carl Zeiss Jena zu unterschätzen.

Werder-Ehrenspielführer als mahnendes Beispiel

Mit der Erfahrung aus fünf Blamagen: Fritz warnt Werder vor Jena

Bremen – Nein, als Glücksbringer geht er am Samstag nun wirklich nicht durch. Dafür hat Clemens Fritz in seiner Zeit als Spieler zu viele derbe Erstrundenpleiten mit dem SV Werder Bremen erlebt. In elf Spielzeiten trat er mit den Bremern im DFB-Pokal an, fünf Mal kam schon in Runde eins das Aus.

Und er erinnert sich noch zu genau: „Jedes Mal war es scheiße.“ Das aktuelle Team des SV Werder Bremen kann er deshalb nur warnen, die Auftakthürde beim FC Carl Zeiss Jena am Samstag (20.45 Uhr, Ernst-Abbe-Sportfeld) nicht zu unterschätzen.

Es ist das Duell Viertligist gegen Erstligist, Underdog gegen Favorit – auf dem Papier eine klare Sache. Auf dem Platz häufig jedoch nicht. Clemens Fritz hat es oft genug erleben müssen. „Da reicht es manchmal schon, wenn der Torwart nur einen Ball ins Aus schießt. Dann denken die anderen: ,Hey, da geht heute was'“, meint der Ehrenspielführer und Leiter Profi-Fußball. Seine Forderung an das Team ist deshalb klar und deutlich: „In diese Situation dürfen wir gar nicht erst kommen. Wir müssen von der ersten Minute an klarmachen, wer den Takt angibt.“

Werder Bremen: Clemens Fritz und die „gute Quote" im DFB-Pokal - Ehrenspielführer warnt vor Überheblichkeit

Was passiert, wenn das nicht funktioniert, hat Fritz 2006 erlebt, als Werder Bremen in Runde eins am FK Pirmasens scheiterte (3:5 n.E.). Damals schaute er noch von der Bank aus zu, von 2011 bis 2013 war er aber hautnah dabei, als Werder drei Erstrunden-Blamagen in Folge erlebte. Aus beim 1. FC Heidenheim (1:2), Aus bei Preußen Münster (2:4 n.V.), Aus beim 1. FC Saarbrücken (1:3 n.V.). Sowie als Zugabe 2016 das 1:2 bei den Sportfreunden Lotte.

Dunkle Kapitel der Pokalhistorie des SV Werder Bremen, finstere Erinnerungen auch für Clemens Fritz, der seine DFB-Pokal-Karriere mit einem kräftigen Schuss Sarkasmus mit „gute Quote“ zusammenfasst. Immerhin: Bei den übrigens sechs Anläufen erreichte er zweimal das Finale, gewann 2009 den „Pott“.

Werder Bremen gegen Carl Zeiss Jena: „Wir müssen auf jeden Fall aufpassen“

Aktuell steht Werder Bremen wieder am Anfang eines neuen Pokalweges. Drittliga-Absteiger Carl Zeiss Jena ist dabei ein schwer einzuschätzender Gegner. Das Team ist neu zusammengestellt, der Saisonstart in der Regionalliga Nordost verlief mit sechs Punkten aus fünf Spielen holprig. „Sie sind komisch gestartet“, räumt Fritz ein, „die Mannschaft ist aber besser, als sie im Moment dasteht. Sie wird jetzt ihren Rhythmus finden und am Ende auch um den Aufstieg mitspielen. Wir müssen auf jeden Fall aufpassen.“

Nette Worte von einem, der um Jena früher einen großen Bogen gemacht hat. Clemens Fritz stammt aus Erfurt – und das Verhältnis beider Fußballstädte sei wie das zwischen Bremen und Hamburg. Feuer und Wasser eben. „Jena“, verrät der 39-Jährige, „wollte mich als Jugendspieler holen. Aber ich bin lieber nach Leipzig gegangen, obwohl Jena für mich näher war.“ Am Samstag ist er aber auf der Tribüne dabei – auch wenn er als Glücksbringer vermutlich nicht taugt. (csa)

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