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Das Weserstadion des SV Werder Bremen wird in den nächsten Wochen leer bleiben. Die DFL will den kommenden Bundesliga-Spieltag aber trotz des Coronavirus als Geisterspiel austragen. Das ist unverantwortlich - ein Kommentar der DeichStube.

Werder soll spielen - das ist unverantwortlich!

Coronavirus: Stoppt den gefährlichen Irrsinn der DFL - ein Kommentar

Bremen - Das Coronavirus hat auch den Fußball fest im Griff - die DFL will den kommenden Bundesliga-Spieltag trotz der Gefahrenlage austragen. Das ist unverantwortlich meint DeichStube-Reporter Björn Knips - ein Kommentar.

Kanzlerin Angela Merkel hat die Bevölkerung in Deutschland wegen der Ausbreitung des Coronavirus unmissverständlich dazu aufgefordert, ab sofort die sozialen Kontakte auf das Nötigste zu minimieren. Sie spricht von einer außergewöhnlichen und noch nie da gewesenen Situation. Das sollte jedem klarmachen, wie ernst und wie bedrohlich die Lage ist. Doch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hört einfach weg, lässt auch am Wochenende den Ball rollen und stellt damit ihre wirtschaftlichen Interessen über die Gesundheit der Menschen. 

Bundesliga-Spieltag mit Werder Bremen trotz Coronavirus: Die DFL hört einfach weg

Das ist nicht nur unverantwortlich, das ist anmaßend. Die DFL setzt sich über eine Empfehlung der Kanzlerin hinweg. Und die hat sich das gewiss nicht leicht gemacht, sondern folgt dem Rat zahlreicher Experten. Geisterspiele sind da keine Lösung. Klar, die Zuschauer müssen draußen bleiben. Aber bis zu 1.000 Personen kommen im Stadion trotzdem zusammen, um den Ablauf dieser Partie und die TV-Übertragung zu gewährleisten. Fans werden sich sehr wahrscheinlich vor den Arenen versammeln oder zumindest in Kneipen gemeinsam mitfiebern – welch groteskes Wort in diesem Zusammenhang. 

Und die Spieler des SV Werder Bremen sollten am Montag auf ihre Kollegen von Bayer Leverkusen treffen, die am Donnerstag noch in Schottland vor 50.000 Zuschauern gespielt haben. Das hat so gar nichts damit zu tun, die sozialen Kontakte auf das Nötigste zu minimieren. Fußball ist jetzt nicht nötig! Wann begreift die DFL das endlich? Natürlich wird durch eine Absage ein finanzieller Schaden entstehen. Aber den haben andere Ligen – und zwar weltweit und in fast allen Sportarten – längst in Kauf genommen, weil sie ihrer Verantwortung gerecht geworden sind. 

Corona-Virus und die Bundesliga: Die Entscheidung der DFL ist nicht zu glauben!

Es ist nicht zu glauben, dass das DFL-Präsidium einstimmig entschieden hat, den Spielbetrieb noch fortzusetzen und erst ab Dienstag zu stoppen. Vereine wie der FC Schalke, der SC Freiburg, Holstein Kiel, Darmstadt 98, der FC Bayern München, der FC St. Pauli und der 1. FC Köln sind dort ebenso vertreten wie der DFB. Jetzt müssen dieanderen Clubs aufstehen und sich gegen diese Entscheidung wehren. Oder die Politik muss diesen Irrsinn stoppen,wie es  Bremens Innensenator Ulrich Mäurergetan hat. Seine Kollegen in den anderen Bundesländern sollten ihm folgen.

Hinweis: Nach der Entscheidung von Bremens Innensenator Ulrich Mäurer, das Werder-Spiel gegen Leverkusen abzusagen, wurde der Kommentar leicht verändert. 

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