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Marco Bode, Aufsichtsratschef des SV Werder Bremen, spricht sich für Regeln bei Spielertransfers aus.

Für neue Regeln bei Spielertransfers nach Coronavirus-Krise

Werder-Aufsichtsratschef Bode: „Wenn man uns das als Jammern auslegt, kann ich nur lachen“

Bremen (dpa) - Der Aufsichtsratschef von Werder Bremen, Marco Bode, hat sich für neue Regeln bei Spielertransfers ausgesprochen.

„Es wäre wünschenswert, bei Transfers die Kräfteverhältnisse zwischen Vereinen, Spielern und Beratern wieder besser auszubalancieren. Gerade auch dann, wenn Verträge auslaufen", sagte der 50-Jährige in einem Interview mit dem „Kicker“. „Ich will das Rad natürlich nicht in die Zeit vor dem Bosman-Urteil zurückdrehen. Aber vielleicht könnte man dennoch verhindern, dass zu viel Geld aus dem System herausfließt. Man müsste dafür eine moderne, kreative Regelung finden auf europäischer Ebene, ohne die Arbeitnehmerrechte der Spieler zu beschneiden.“

Werder Bremen: Marco Bode für Personalkostenquote

Seit dem nach dem belgischen Spieler Jean-Marc Bosman benannten Urteil des Europäischen Gerichtshofes dürfen Fußballer nach dem Ablauf ihrer Verträge ohne Ablösesummen den Verein wechseln. Ablösefreie Profis bekommen deswegen mitunter Bonuszahlungen in Millionenhöhe, ein Teil davon geht an die Berater.

In der Coronavirus-Krise sind viele Clubs in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Bode sprach sich auch dafür aus, eine Personalkostenquote für den Profi-Bereich einzuführen. Dies müsse aber auf europäischer Ebene geschehen.

Allzu große Hoffnungen darauf, dass sich nach der Krise im Profifußball nachhaltig etwas ändert, macht sich der 50-Jährige aber nicht, denn „ich fürchte, es wird von manchen Seiten das Bestreben geben, gar nichts zu verändern. Jetzt spricht jeder von Nachhaltigkeit und Solidarität. Wir werden sehen, wie ernst uns allen das wirklich ist."

Werder Bremen empfängt am Montag, 18. Mai, Bayer Leverkusen

Erst einmal steht jetzt ohnehin der Neustart der Bundesliga-Saison bevor, Werder Bremen empfängt am Montag, 18. Mai, ab 20.30 Uhr Bayer Leverkusen. Über die Debatte rund um den Starttermin, der aus Werders Sicht beim Blick auf die Chancengleichheit für alle Teams eine Woche zu früh kommt, sagte Bode: „Wenn man uns das als Jammern oder gar fehlende Solidarität auslegt, kann ich nur lachen.“ Vielmehr solle sich jeder Club „lieber mal selbstkritisch fragen, wie er in den letzten Wochen trainiert und ob er sich an die Vorgaben gehalten hat“. (dpa/dco)

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