Der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten ist sich sicher, dass die Bundesliga-Stadien - und damit auch das Weserstadion von Werder Bremen - erst 2021 wieder voll sein werden.
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Der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten ist sich sicher, dass die Bundesliga-Stadien - und damit auch das Weserstadion von Werder Bremen - erst 2021 wieder voll sein werden.

Werder Bremen und die Coronavirus-Krise

Virologe Drosten: Volle Bundesliga-Stadien erst wieder im kommenden Jahr!

Bremen/Hamburg - Ein volles Weserstadion, lautstarke Fangesänge und grenzenlose Unterstützung - auf all das wird der SV Werder Bremen offenbar noch eine ganz Zeit lang verzichten müssen, denn renommierte Virologen rechnen angesichts der Coronavirus-Krise nicht mehr mit einem regulären Sportbetrieb mit Zuschauern in diesem Jahr.

Er glaube „überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig“, sagte der Berliner Virologe Christian Drosten von der Charité dem Nachrichtenmagazin „Stern“. „Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben. Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten.“ Das gilt natürlich auch für die Spiele des SV Werder Bremen.

Zuvor hatte auch Virologe Alexander Kekulé den Sportfans wenig Hoffnung auf einen Sommer mit Olympischen Spielen oder Fußballspielen vor vollen Rängen gemacht. „Ich halte das für ausgeschlossen, dass wir in Tokio dieses Jahr die Olympischen Spiele austragen können“, sagte der Experte der ARD-Sportschau. Die „ganz große Welle“ an Infizierten stehe Japan noch bevor, und Olympische Spiele mit mehr als 10.000 Athleten und vielen Tausend Fans seien unverantwortlich. „Es gibt für Viren quasi kein tolleres Fest als so eine Veranstaltung“, betonte Professor Kekulé.

Werder Bremen: Virologe sicher, dass 2020 keine Bundesliga-Spiele mit Zuschauern stattfinden werden

Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Halle/Saale geht zudem davon aus, dass es in diesem Jahr in Deutschland keine Fußballspiele mehr mit Zuschauern geben wird. „Großveranstaltungen, bei denen man 60.000 Menschen in einem Stadion zusammenbringt, die sehe ich tatsächlich in diesem Jahr auch nicht“, sagte Kekulé. Ähnlich hatte sich schon sein Kollege Jonas Schmidt-Chanasit geäußert, der damit rechnet, dass in diesem Jahr überhaupt nicht mehr Fußball gespielt werde.

Gar so drastisch sieht es Kekulé nicht. „Wenn ich jetzt Berater des Fußballs wäre, dann würde ich sagen, im September irgendwann könnte es sich bessern, aber vorher höchstwahrscheinlich nicht.“ Die Deutsche Fußball Liga hat zunächst bis zum 2. April die Spiele ausgesetzt. (dpa)

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit rät der Bundesliga - und damit auch Werder Bremen - in diesem Jahr kein Fußball mehr zu spielen.

Zur letzten Meldung vom 20. März 2020:

Virologe rät: Kein Bundesliga-Fußball mehr in diesem Jahr

Die Vereine aus der ersten und zweiten Bundesliga - und damit auch der SV Werder Bremen - hoffen inständig darauf, die wegen des Coronavirus unterbrochene Saison in einigen Wochen zumindest mit Geisterspielen zu Ende bringen zu können, um großen finanziellen Schaden zu vermeiden.

Die einfache Rechnung: Ohne Spiele kein TV- und Sponsorengeld, was viele Vereine in Existenznöte bringen würde. Geht es nach dem Virologen Jonas Schmidt-Chanasit, wird in diesem Jahr aber überhaupt kein Profi-Fußball mehr gespielt.

„Es ist nicht realistisch, dass die Saison zu Ende geführt werden kann. Wir sehen ja, wie die Situation in Europa ist und was uns noch bevorsteht“, sagte der Professor des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts gegenüber dem „NDR-Sportclub“. Und weiter: „Selbst wenn es uns nicht so schlimm treffen sollte, heißt das noch lange nicht, dass der Fußball wieder anfangen darf. Denn das würde natürlich wieder zu einer deutlichen Verschärfung der Situation führen. Das heißt, wir sprechen hier sicherlich über einen Zeitraum, der frühestens nächstes Jahr erreicht werden kann."

Werder Bremen: Bundesliga bis Anfang April ausgesetzt

Bis zum 2. April hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) den Spielbetrieb der ersten und zweiten Bundesliga zunächst ausgesetzt. Ende März wollen die Vereine über das weitere Vorgehen beraten. „Niemand liebt Spiele vor leeren Rängen. Sie sind für viele Vereine aber die einzige Möglichkeit zum Überleben“, hatte DFL-Chef Christian Seifert am Montag gesagt. Virologe Jonas Schmidt-Chanasit rät aber auch von Spielen ohne Zuschauer dringend ab.

„Auch Geisterspiele würden dazu verleiten, dass die Leute sich wieder treffen und zusammen gucken wollen", sagte er und plädierte dafür, den Fußball auf der gesellschaftlichen Prioritätenliste ganz nach hinten zu setzen: „Die Spaßveranstaltungen, die müssen ganz zum Schluss kommen - gerade die, wo ein Potenzial besteht, dass sich die Leute treffen wollen. Das darf man beim Fußball nicht unterschätzen." (dco)

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