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Eigentlich ist Frank Ordenewitz bei Werder Bremen als Scout beschäftigt, in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ruft er aber ältere Vereinsmitglieder an, um sich nach deren Wohlbefinden zu erkundigen.

Besondere Aktion für ältere Werder-Mitglieder

Überraschung: Bei Anruf Werder Bremen

Bremen – Schnitzel, mit Spitzkohl und Kartoffeln. Ernst Eckstein wollte sich vor wenigen Tagen gerade zum Mittagessen an den großen Esstisch setzen, als um kurz vor 12.00 Uhr das Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung: Werder Bremen. Genauer gesagt: Frank Ordenewitz.

„Mach et, Otze“, einst 272 Bundesligaspiele, 63 davon für Grün-Weiß, einer der Meister des SV Werder Bremen von 1988. Was, bitteschön, wollte der denn!?

Na ja, eigentlich nur mal hören, wie man im Norden so sagt, denn genau das macht Werder momentan: Mal hören, wie es den älteren Vereinsmitgliedern in Zeiten von Corona geht. Rund 1800 der gut 40.000 Werder-Mitglieder sind über 70 Jahre alt, zählen deshalb zur Coronavirus-Risikogruppe. Sie alle bekommen in diesen Tagen einen besonderen Anruf.

Werder Bremen-Mitglied Ernst Eckstein freut sich über Anruf von Frank Ordenewitz

„Erst war ich überrascht, dann habe ich mich sehr gefreut“, berichtet Eckstein, 70 Jahre alt, vom Telefonat mit Frank Ordenewitz, der bei Werder seit 2012 als Chefscout für den Nachwuchsbereich arbeitet – und an seinen Gesprächspartner ganz gezielte Fragen hatte. Fühlen Sie sich gut versorgt und gesund? Sind Ihre Einkäufe organisiert? Kommen Sie, falls nötig, zur Apotheke? „Wir fragen den grundlegenden Bedarf bei unseren älteren Mitgliedern ab“, erklärt Michael Rudolph, der Direktor Kommunikation des Vereins. Sobald dabei Probleme auftauchen, leitet Werder sie beispielsweise an die Nachbarschaftshilfe Bremen weiter, damit schnell geholfen werden kann.

Alle Mitarbeiter des Vereins sind dazu aufgefordert, sich an der Telefon-Aktion zu beteiligen. Die CSR-Abteilung, die Werders soziales Engagement organisiert, gibt dafür Listen mit jeweils 25 Telefonnummern heraus. Sind diese abtelefoniert, geben sie die Mitarbeiter mit Anmerkungen wieder zurück. „Wir wollen zeigen, dass wir für die Menschen da sind“, sagt Rudolph, der selbst auch zum Hörer greift, fragt, zuhört, helfen will.

Werder Bremen: Frank Baumann, Klaus Filbry und Co. sind alle an der Strippe

Die Geschäftsführung, bestehend aus Klaus Filbry, Frank Baumann und Hubertus Hess-Grunewald, macht ebenso mit, wie Aufsichtsratchef Marco Bode. Mit etwas Glück, haben die älteren Mitglieder also plötzlich einen prominenten Werder-Namen an der Strippe. So wie Ernst Eckstein, Mitglied seit fünf Jahren, Werder-Freund aber schon viel länger, der mit dem Namen Ordenewitz nach der anfänglichen Überraschung natürlich etwas anzufangen wusste.

Und dennoch: Allzu lange dauerte der Plausch nicht. Erstens, weil bei Eckstein alles in Ordnung ist, und zweitens: nun ja, das Mittagessen sollte jetzt auch nicht unbedingt kalt werden. „Ich musste die Sache etwas abkürzen“, schmunzelt der Bremer. Ordenewitz dürfte es verkraftet haben. Schließlich gibt es noch genug Anrufe, die er vor sich hat. In diesem Sinne: Mach et, Otze! (dco)

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