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Alexander Kluge, Coach der 1. Frauenmannschaft des SV Werder Bremen, ist felsenfest von einem Aufstieg seines Teams überzeugt.

Trainer vom Wiederaufstieg überzeugt

Werders Frauen-Coach Kluge: „Saison-Annullierung das unwahrscheinlichste Szenario“

Bremen – Mit Vollgas Richtung Wiederaufstieg – doch dann sprangen wegen der Coronavirus-Pandemie für das Frauenteam des SV Werder Bremen plötzlich alle Ampeln auf Rot. Die rasante Fahrt ist vorerst gestoppt und der souveräne Tabellenführer der zweiten Bundesliga zum Warten verdonnert.

Dass durch die Zwangspause die direkte Rückkehr ins Oberhaus gefährdet ist, glaubt Trainer Alexander Kluge indes nicht.  Rein sportlich betrachtet ist die Sache für Werder Bremen eigentlich schon klar. Nach zwölf Siegen und vier Remis aus bisher 16 Spielen haben die Bremerinnen elf Punkte Vorsprung auf den ärgsten Verfolger VfL Wolfsburg II – bei noch zehn ausstehenden Partien ist das ein komfortables Polster. 

Auch Coach Kluge sieht das nicht anders. „Wir haben unsere Hausaufgaben im bisherigen Saisonverlauf gemacht und sind auf einem sehr guten Weg, unser Ziel Wiederaufstieg in die erste Liga zu erreichen“, sagte der 33-Jährige in einer Telefonkonferenz am Montag.

Werder Bremen-Trainer Alexander Kluge glaubt fest an den Bundesliga-Aufstieg

Aber was geschieht, wenn die Saison wegen der Coronavirus-Krise abgebrochen werden muss? Theoretisch besteht die Gefahr, dass die Spielzeit dann annulliert würde. Der Traum vom Bremer Aufstieg könnte dann platzen. „Das kann ich mir aber nicht vorstellen. Das ist für mich das mit Abstand unwahrscheinlichste Szenario“, sagte Kluge und ergänzte: „Natürlich steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest, wie es weitergeht. Aber selbst wenn die Saison nicht zu Ende gebracht wird, gäbe es ja noch andere Wege.“

Andere Wege? Damit meint der A-Lizenz-Inhaber mögliche Überlegungen, die wegen Corona auch in anderen Ligen diskutiert werden: „Da gibt es Szenarien, in denen es keine Absteiger, sondern nur Aufsteiger gibt. Dann werden die Ligen aufgestockt.“ Das ist für Kluge deutlich eher vorstellbar, als „alles auf null zu setzen und komplett neu zu starten“. Das große Ziel bleibe aber, „noch einmal in die Saison zu gehen und es sportlich zu packen.“

Werder Bremens Frauenmannschaft fischt wegen Coronavirus-Krise im Trüben

Anders als bei den Männern, bei denen eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Mai angepeilt oder zumindest erhofft wird, weiß man bei den Frauen aber noch so gar nicht, wann und wie es weitergehen soll. Der Spielbetrieb ist vom DFB „bis auf Weiteres“ ausgesetzt worden. Wie hält man angesichts dieser Ungewissheit die Spannung aufrecht? „In erster Linie, indem es dieselben Trainingsabläufe wie sonst auch gibt“. Heißt: „Dienstags ist frei und am Sonntag, dem eigentlichen Spieltag, gibt es eine höhere Intensität und Belastung“, erklärte Kluge.

Auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft soll möglichst positiv bleiben, daran arbeitet Kluge in regelmäßigen Telefonaten mit seinem Trainerteam. „Klar vermissen alle das Training auf dem Platz, aber wir überlegen uns – neben den klassischen Heimtrainingsplänen mit Kraft- und Ausdauereinheiten – Dinge, um die Mädels bei Laune zu halten“, sagt Kluge. Dazu zählt eine wöchentlich wechselnde „Challenge“, bei denen die Spielerinnen verschiedene Aufgaben mit dem Ball am Fuß gestellt bekommen und sich untereinander duellieren können. „Sonntags präsentieren die Mädels dann ihre Ergebnisse, gerne auch im Video“, sagte der gebürtige Bremer.

Alexander Kluge sieht den Frauenfußball bei Werder Bremen trotz der Coronavirus-Krise nicht gefährdet

Zudem stehe am Montagabend eine gemeinsame Video-Trainingseinheit auf dem Plan. „Es tut allen gut, sich mal wieder von Angesicht zu Angesicht zu sehen.“ Schließlich wisse niemand so recht, wann es wieder gemeinsam auf den Platz gehe. Alexander Kluge: „Momentan muss man schauen, was in der Politik passiert. Wenn es hoffentlich bald weitergeht, werden wir sicher auch dabei sein, aber die Gesundheit ist und bleibt das A und O.“

Die Zukunft des Frauenfußballs bei Werder Bremen sieht der studierte Sport- und Gesundheitswissenschaftler trotz der finanziell angespannten Lage des Clubs wegen der Einnahmeverluste in der Coronavirus-Krise übrigens nicht gefährdet: „Klar ist das ein Thema, das uns alle beschäftigt. Aber Werder positioniert sich seit Jahren sehr positiv zum Frauenfußball. Wir sind optimistisch, dass es weitergeht.“ Und in der kommenden Saison dann vermutlich wieder in Liga eins. (mwi)

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