Der SV Werder Bremen wird im Sommer 2020 keine Spieler zu den Olympischen Spielen entsenden müssen - das Turnier wurde verschoben.
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Der SV Werder Bremen wird im Sommer 2020 keine Spieler zu den Olympischen Spielen entsenden müssen - das Turnier wurde verschoben.

Vier Werder-Profis hatten auf Teilnahme gehofft

Historische Entscheidung: Olympische Spiele in Japan wegen des Coronavirus verschoben 

Bremen/Tokio - Der SV Werder Bremen wird in diesem Sommer keine Spieler zu den Olympischen Spielen nach Japan entsenden müssen. Das Olympische Turnier ist wie schon die Fußball-Europameisterschaft wegen der Coronavirus-Pandemie erstmals in seiner Historie verschoben worden.

Die Olympischen Spiele in Tokio werden ins Jahr 2021 verschoben. Darauf einigten sich das Internationale Olympische Komitee und  Gastgeber Japan am Dienstag. Zustande gekommen war sie nach Angaben des IOC im Zuge einer Telefonkonferenz zwischen Bach und Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe. 

Gemeinsam kamen sie zu dem Entschluss, dass die Olympischen Spiele wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Sommer nicht stattfinden können. Es sei die richtige Entscheidung, „um die Gesundheit der Athleten, aller an den Olympischen Spielen Beteiligten und der internationalen Gemeinschaft zu schützen“. Dabei hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) um Präsident Thomas Bach zunächst lange gezögert, bevor es sich überhaupt ernsthaft mit einer Verschiebung beschäftigte. Bis vor wenigen Tagen hatte Bach „im Sinne der Sportler“ auf eine Austragung der Olympischen Spiele vom 24. Juli bis 9. August gehofft. Doch daraus wird nichts. Die Verschiebung der Spiele ist jetzt offiziell.

Olympia verschoben: Werder Bremen muss im Sommer nicht auf Yuya Osako und Co. verzichten

Beim SV Werder Bremen dürfte die Verlegung mit Interesse zur Kenntnis genommen worden sein, hatten sich doch gleich vier Spieler berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme am Olympischen Fußballturnier gemacht. Neben Japans Hoffnungsträger Yuya Osako zählten auch die Eggestein-Brüder und Stürmer Davie Selke zu den Bremer Olympia-Anwärtern. Das Trio stand ebenso wie der ehemalige Werder-Kapitän Max Kruse im vorläufigen DFB-Aufgebot von Nationaltrainer Stefan Kuntz. Im Juni hätte Kuntz das endgültige Aufgebot, das nur 16 Feldspieler und zwei Torhüter umfassen sollte, benennen wollen.

Nun muss sich das Werder-Quartett vorerst weiter in Geduld üben. Spannend dürften nämlich auch die Details der Verschiebung werden. Eigentlich dürfen laut den Olympia-Statuten nur U23-Spieler sowie drei ältere Akteure pro Mannschaft am Olympischen Turnier teilnehmen. Im kommenden Sommer wären also viele Spieler, die die Olympia-Qualifikation geschafft hatten, zu alt für eine Turnier-Teilnahme. Ob dazu eine Sonderregelung erlassen werden wird, muss abgewartet werden.

Für Japan könnte die Verlegung der Spiele wegen der Coronavirus-Krise indes Kosten in Höhe von bis zu 5,7 Milliarden Euro verursachen. Trotz der Verschiebung soll der Name der Spiele übrigens weiter „Tokio 2020“ lauten. (mwi/dpa)

Zur letzten Meldung vom 16. Januar 2020:

„Schönes Event“ - Eggestein-Brüder und Max Kruse im vorläufigen DFB-Aufgebot für Olympia

Der Countdown läuft: U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz hat den vorläufigen DFB-Kader für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio bestimmt. Dazu gehören neben Maximilian und Johannes Eggestein auch einige Ex-Spieler des SV Werder Bremen - unter anderem Max Kruse.

Für Maxi Eggestein ist das Olympische Turnier in Japan „ein schönes Event, bei dem ich gerne dabei wäre“, wie der 23-jährige Profi des SV Werder Bremen am Mittwoch in einer Medienrunde verriet. „Als Fußballer hat man dazu ja schließlich nur selten die Möglichkeit.“ Für ihn sei eine Teilnahme deshalb „sehr reizvoll. Aber man muss erst einmal abwarten, ob ich tatsächlich nominiert werde und wie es von Vereinsseite aus passt“, erklärte er.

Werder Bremen: Nominierung von Max Kruse „keine Überraschung“ für Maximilian Eggestein

Dass Werder seinen Olympia-Träumen einen Riegel vorschieben könnte, weil die Teilnehmer am Olympischen Fußballturnier während der Sommer-Vorbereitungszeit drei bis vier Wochen fehlen, kann sich Eggestein nicht vorstellen: „Ich glaube nicht, dass Werder mir Steine in den Weg legen würde.“ Sportchef Frank Baumann hatte sich bereits in eine ähnliche Richtung geäußert. Neben den Eggestein-Brüdern gilt auch Werder-Profi Yuya Osako als heißer Kandidat für den Kader von Gastgeber Japan.

Interessant: Auf Kuntz' vorläufiger Olympia-Liste, die knapp 50 Namen umfasst, finden sich gleich mehrere Spieler mit Werder-Bezug. Die Eggestein-Brüder, Ex-Werder-Kapitän Max Kruse (Fenerbahce Istanbul) sowie Davie Selke (Hertha BSC) und Sandro Wagner (Tianjin Teda), die einst für die Bremer auf Torejagd gingen. Die Kruse-Nominierung erstaunt Maxi Eggestein keineswegs: „Es überrascht mich nicht, dass Max dabei ist. Es geht ja um Spieler, die ein Team führen können und er hat hier gezeigt, dass er das kann.”

Werder Bremen: Aktuelle und ehemalige Bremer im vorläufigen DFB-Kader für Olympia 2020

Noch dauert es allerdings ein gutes halbes Jahr, bis in Japans Hauptstadt Tokio am 22. Juli das Olympische Fußballturnier beginnt. Bis Juni muss Nationaltrainer Kuntz aus der vorläufigen Liste seinen endgültigen Turnier-Kader bestimmen. Und dieser wird sich - anders als bei anderen großen Turnieren üblich - statt aus 23 Spielern, nur aus 16 Feldspielern und zwei Torhütern zusammensetzen.

Der größte Teil des Kaders wird aus dem aktuellen U21-Team bestehen, darf aber auch um Spieler aus der vorherigen Mannschaft des 1997er-Jahrgangs ergänzt werden. Zusätzlich dürfen drei ältere Spieler nominiert werden. Zu diesen würden neben Maxi Eggestein (23) auch Max Kruse (31) sowie Davie Selke (24) und Sandro Wagner (32) zählen. (mwi)

Zur letzten Meldung vom 6. Januar 2020:

Werder-Sportchef Baumann hofft bei Olympia-Nominierung auf „Augenmaß“ des DFB 

Noch dauert es ein gutes halbes Jahr, bis in Japans Hauptstadt Tokio am 22. Juli das Olympische Fußballturnier beginnt – für Werder Bremen ist der Wettbewerb allerdings schon in diesen Tagen während des Winter-Trainingslagers auf Mallorca Thema.

Am Samstag war Deutschlands U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz im Quartier des SV Werder Bremen in Palma zu Gast, um sich mit Werders Verantwortlichen darüber auszutauschen.

Schließlich stehen in den Brüdern Johannes und Maximilian Eggestein gleich zwei Spieler beim SVW unter Vertrag, die Kuntz für Olympia nominieren könnte. Auch Yuya Osako träumt von einer Teilnahme mit Gastgeber Japan, sodass Werder im Sommer drei Spieler bis zu vier Wochen lang fehlen könnten.

Drei Werder Bremen-Profis bei Olympia? „Nicht optimal“

„Dass der Termin für uns nicht optimal ist, ist keine Frage“, sagt Sportchef Frank Baumann, der natürlich wenig begeistert von der Vorstellung ist, dass sein Verein den Großteil der Sommer-Vorbereitung womöglich ohne drei wichtige Profis absolvieren muss. Nun liegt das Turnier immerhin so, dass die nominierten Spieler „einen ausreichenden Urlaub bekommen“, erklärt Baumann, „sie werden auch die erste Phase der Vorbereitung mitmachen können“. Dann ginge es allerdings nach Japan

Dass Johannes Eggestein als Kapitän der deutschen U21 von Kuntz nominiert wird, ist stark anzunehmen. Auch Maximilian Eggestein (Baumann: „Er hat bei Stefan einen sehr hohen Stellenwert") hat gute Chancen, als einer der drei älteren Spieler ins DFB-Aufgebot berufen zu werden. „Wir werden schauen, ob wir eine bestimmte Position auf dem Platz oder aber einen bestimmten Charakter für das Mannschaftsgefüge benötigen. Dann greifst du natürlich gerne auf Spieler zurück, die du schon kennst, mit denen du schon gearbeitet hast. Da gehört Maxi dazu“, hatte Kuntz erklärt. Beide Eggesteins werden sicher auf der vorläufigen Nominierungsliste des DFB auftauchen, die noch im Januar erstellt werden muss.

Werder Bremen würde Spielern Freigabe für Olympia nicht verweigern

Baumann setzt unterdessen darauf, dass der DFB seinen Kader „wie bei den letzten Olympischen Spielen auch wieder mit Augenmaß gestaltet“. Einzelne Clubs dürften nicht übermäßig stark belastet werden, findet der 44-Jährige. Er weiß aber auch: „Ein bis zwei Spieler sollte jeder Verein verkraften können.“ Dass es bei Werder durch Osako drei werden könnten, will der Sportchef dem DFB gegenüber „entsprechend anmerken“.

Klar ist allerdings: Wollen die Spieler unbedingt zu Olympia (wie es bei Osako sicher der Fall ist), dann legt Werder Bremen ihnen keine Steine in den Weg, wird ihnen die Freigabe nicht verweigern. „Wenn einer wie Yuya den Traum hat, im Heimatland an den Olympischen Spielen teilzunehmen, bei denen die ganze Nation Hoffnungen in ihn setzt, dann würde man mehr kaputt machen, wenn man es ihm verwehrt“, weiß Baumann. (dco/csa)

Zur letzten Meldung vom 6. Januar 2020:

Stefan Kuntz besucht Werder auf Mallorca und wirbt um die Eggesteins

Hoher Besuch im Trainingslager von Werder Bremen! U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz schaute am Samstagvormittag beim Training der Bremer vorbei, fuhr anschließend noch mit ins Teamhotel. Wieso?

Stefan Kuntz mit einem Lächeln: „Ich reise gerade von Club zu Club, schaue mir meine Jungs an. Wir reden ein bisschen, und dann bin ich auch schon wieder weg.“ Aber natürlich steckte etwas mehr hinter der Visite des DFB-Coaches. Kuntz wollte unter anderem abklopfen, ob Werder Bremen bereit ist, Spieler für das olympische Fußballturnier vom 26. Juli bis 08. August in Tokio abzustellen. Eine Pflicht dazu besteht nicht, weil Olympische Spiele nicht von der Fifa ausgetragen werden.

Bei Werder geht es konkret um Johannes Eggestein, den Kapitän der aktuellen U21-Auswahl, und eventuell auch um dessen Bruder Maximilian. Der ist zwar schon dem aus U23-Spielern bestehenden Olympia-Kader entwachsen, könnte im Sommer aber einer der drei älteren Spieler sein, die jedes Team berufen darf. 

Alles zum Winter-Trainingslager des SV Werder Bremen auf Mallorca im Live-Ticker der DeichStube!

Werder Bremen: Fahren Johannes und Maximilian Eggestein zu den Olympischen Spielen in Tokio?

Kuntz hat Maxi Eggestein dafür durchaus auf dem Zettel: „Wir werden schauen, ob wir für eine bestimmte Position auf dem Platz oder aber einen bestimmten Charakter für das Mannschaftsgefüge benötigen. Dann greifst du natürlich gerne auf Spieler zurück, die du schon kennst, mit denen du schon gearbeitet hast. Da gehört Maxi dazu.“

Der Mittelfeldmann hatte unter Kuntz 16 U21-Länderspiele bestritten (ein Tor), im Sommer endete für den Werder-Profi die Zeit in den Nachwuchsteams mit der EM. An Olympia dürfen regulär Spieler aus den Jahrgängen 1997 und jünger teilnehmen, Eggestein I ist aber am 8. Dezember 1996 geboren – 24 Tage zu früh also.

Werder Bremen: Anfang Juni 2020 benennt der DFB den deutschen Kader für die Olympischen Spiele

Ob er trotzdem ausgewählt wird, entscheidet sich erst Anfang Juni, dann wird der Kader benannt. Kuntz hat bei Werder Bremen offenbar schon vorgefühlt, ob der Club einen, zwei oder gar keinen Eggestein ziehen lassen würde. „Wohlwollend“ sei die Haltung, berichtete er, nachdem er am Trainingsplatz zunächst lange mit Sportchef Frank Baumann und anschließend auch mit Trainer Florian Kohfeldt gesprochen hatte.

Thema war aber auch die aktuelle Situation von Johannes Eggestein, Kuntz‘ Kapitän in der U21-Auswahl. Bei Werder kommt der 21-Jährige fast nur noch zu Kurzeinsätzen, weshalb selbst Kuntz von einer „schwierigen Situation“ für Eggestein II spricht. Auf der Tokio-Liste bleibt er aber trotzdem. Ob „Jojo“ jedoch auch die Kapitänsbinde behält, will Kuntz bis zur nächsten Zusammenkunft der U21 überdenken: „Es ist bei der U21 nicht so festgezurrt. Wir haben es mal angetestet, um zu sehen, ob das Kapitänsamt dem Spieler gut tut, ob er daran wächst.“

Werder Bremen will U21-Nationalspieler Felix Agu vom VfL Osnabrück

Genügend Gesprächsstoff also für einen Plausch auf Mallorca. An dem nahm vermutlich auch Gunther Neuhaus, Berater der beiden Eggesteins, teil. Er stattete Werder am Samstag einen Besuch ab. Sicherlich auch, um noch intensiver die Lage von Johannes Eggestein abzuklopfen.

Kein Thema zwischen Kuntz und Werder sollte indes Felix Agu sein. Der Außenverteidiger des VfL Osnabrück gehört zu Kuntz‘ Jungs und wird aktuell von Werder Bremen umworben. Doch daran will sich der U21-Nationalcoach nicht beteiligen: „Ich bin weder Vermittler noch der große Zampano, der erzählt, wer wen holen muss.“ Natürlich nicht. Er wollte ja nur ein bisschen reden und war dann auch gleich wieder weg. (csa)

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Verfolgt das erste Testspiel des Jahres von Werder Bremen gegen den AC Monza im Live-Ticker der DeichStube! Mallorca-Aufenthalt verkürzt: Werder Bremen reist schon früher aus Trainingslager ab.

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