Schön Abstand halten: Werder Bremen hält sich bei seinen Trainingseinheiten daran. Fortuna Düsseldorf wohl nicht.
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Schön Abstand halten: Werder Bremen hält sich bei seinen Trainingseinheiten daran. Fortuna Düsseldorf wohl nicht.

Großer Wirbel um Trainingsbilder aus Düsseldorf

Werder Bremen befolgt die Regeln – die Konkurrenz auch?

Bremen – Die Verantwortlichen des SV Werder Bremen werden nicht müde zu betonen, dass sich beim Training strikt an die Vorgaben in der Coronakrise gehalten und nur in Kleingruppe mit dem nötigen Abstand geübt wird.

Da dürfte es den SV Werder Bremen ziemlich geärgert haben, dass Bundesliga-Konkurrent Fortuna Düsseldorf offensichtlich schon in Zweikämpfe geht und Spielformen absolviert.

Die angeblichen Beweisfotos der „Bild“ sorgten am Dienstag jedenfalls für großen Wirbel. Jörg Schmadtke, der Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, zürnte: „Die Clubs hatten sich über Gruppengröße und Zweikämpfe verständigt. Wenn sich daran einige nicht halten, finde ich das ärgerlich und nicht kollegial. Das ist unmöglich!“

Werder Bremen: Sportchef Frank Baumann will Verhalten nicht bewerten

Sein Bremer Kollege Frank Baumann wollte das Verhalten der Düsseldorfer aus der Ferne nicht bewerten und wies lediglich darauf hin, dass Werder weiter mit maximal vier Spielern gleichzeitig trainiert – dazu kommt dann noch ein Trainer. Zweikämpfe seien in Zeiten der Kontaktsperre tabu.

Die Fortuna wies die Vorwürfe derweil zurück. „Wir haben nach dem Aufwärmen Ballgewinne, Passformen, Torabschlüsse trainiert. Aber alles noch ohne Zweikämpfe“, beteuerte Trainer Uwe Rösler in der „Rheinischen Post“. Ähnlich äußerte sich Mittelfeldspieler Kevin Stöger: „Zweikämpfe gibt es bei uns nicht. Natürlich kann es bei einer Übung mal sein, dass es zu einer Grätsche kommt, aber es gibt kein Vier-gegen-Vier, wie es zu lesen war. Hundertprozentig nicht.“

Werder Bremen befolgt Regeln, auch FC Augsburg unter Verdacht geraten

Fortuna Düsseldorf ist nicht der erste Club der in der Coronavirus-Krise unter Verdacht geraten ist. Der FC Augsburg soll unter dem neuen Coach Heiko Herrlich munter weiter mit der kompletten Mannschaft trainiert haben, als die anderen Vereine ihre Profis längst nach Hause geschickt hatten, um sich dort allein fit zu halten. Da sich die meisten Bundesligisten auf ihrem Trainingsgelände abgeschottet haben, ist eine Überprüfung schwer möglich. Gerüchte gibt es reichlich – und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) sah sich am Dienstag sogar zu einem offiziellen Statement genötigt: „Das DFL-Präsidium appelliert an alle Profis und Clubs, weiterhin verantwortlich mit der aktuellen Situation umzugehen. Insbesondere wäre es nicht im Sinne der Sache und erst recht nicht öffentlich vermittelbar, wenn vorzeitig ins reguläre Mannschaftstraining zurückgekehrt würde. Um individuelle Wettbewerbsvorteile mit Blick auf eine möglicherweise baldige Fortsetzung des Spielbetriebs zu erzielen, darf nicht die übergeordnete Perspektive ignoriert werden.“

Werder Bremen: Maxi Eggestein hofft auf nötige Zeit

Ungerecht ist die Situation schon jetzt, jedes Bundesland bestimmt die erlaubte Größe der Kleingruppen nämlich selbst. Einige Clubs können so schon mit acht Profis gleichzeitig trainieren. So oder so – ein echtes Mannschaftstraining ist die Grundvoraussetzung, um wieder spielen zu können. Von einem dreichwöchigen Vorlauf ist die Rede, um auch das Verletzungsrisiko nicht zu groß werden zu lassen. Damit wäre der anvisierte Neustart am 9. Mai eigentlich nicht möglich.

„Wir hoffen, dass wir die nötige Zeit bekommen, um uns dementsprechend vorzubereiten“, meinte am Dienstag Werder-Profi Maximilian Eggestein, ohne weiter ins Detail gehen zu wollen. Die genaue Planung liege in den Händen der Trainer. Die müssen erfinderisch sein, ohne die Regeln zu brechen. Geschichten wie aus Düsseldorf kann der Fußball beim Werben um Vertrauen für eine Fortsetzung der Saison nicht gebrauchen. (kni)

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