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Ultra-Gruppierungen des SV Werder Bremen wehren sich gegen Innensenator Ulrich Mäurer.

Geisterspiele und die Angst vor den Fans

Ultras des SV Werder Bremen wehren sich gegen Bremer Innensenator Ulrich Mäurer

Bremen – Ob Werder Bremen tatsächlich Geisterspiele im Weserstadion austragen wird, hängt entscheidend auch von Ulrich Mäurer ab. Und der Bremer Innensenator denkt über ein Verbot nach, weil er Fan-Ansammlungen vor dem Stadion befürchtet.

Vergeblich habe er den Dialog mit Ultras gesucht, verriet Mäurer kürzlich in der „Bild“ – nun wehrt sich die Fan-Gruppierung „Caillera“ mit deutlichen Worten.

„Was macht Ulrich Mäurer, wenn er negative Presse bekommt? Er kanalisiert diese ganz einfach auf die Ultras, indem er behauptet, es gäbe den Grund zur Annahme, die organisierte Werder-Fanszene würde den Ablauf der Geisterspiele stören wollen“, heißt es in einem Schreiben auf der Internetseite von „Caillera“ und weiter: „Damit beweist er jedoch wieder einmal nur seine Stümperhaftigkeit und Unwissenheit, denn bereits das boykottierte Montagsspiel, welches zum Geisterspiel deklariert worden ist, wurde unter dem Vorwand einer Fanszene-Versammlung und trotz einiger Appelle der Szene an die Vernunft der Werder-Fans abgesagt.“

Werder Bremen: Ulrich Mäurer sagte Spiel gegen Leverkusen ab

Gemeint ist das Bundesliga-Heimspiel am 16. März gegen Leverkusen. Das sollte als Geisterspiel stattfinden, doch Mäurer untersagte eine Durchführung. Es habe Hinweise darauf gegeben, dass sich Fans zur Unterstützung des Teams am Weserstadion versammeln, dadurch sei die Infektionsgefahr der Beteiligten und der möglicherweise notwendigen Polizisten zur Auflösung der in der Coronavirus-Krise verbotenen Zusammenkunft zu groß. Allerdings: Zumindest die Ultras, die einen großen Teil der Ostkurve einnehmen und die Stimmung im Weserstadion machen, wären nicht gekommen, sie lehnen Montagsspiele kategorisch ab – und hatten ihr Fernbleiben schon Wochen vorher angekündigt.

Und jetzt? Wie würden sich die Ultras nun bei Geisterspielen an einem Samstag oder an einem Sonntag verhalten? Mäurer wollte es in einem Gespräch herausbekommen, blitzte aber nach eigenen Angaben bei den Ultras ab. Das Verhältnis zwischen dem Innensenator und den Ultras ist seit Jahren extrem angespannt und von schweren Vorwürfen und Anfeindungen geprägt.

Werder Bremen verkaufte Stadionnamen an Wohninvest

Auch Werder Bremen hat kaum noch Kontakt zu diesem Teil der Fan-Szene. Das resultiert aus den Protesten der Ultras gegen den Verkauf des Stadionnamens an einen Sponsor. Die Arena an der Weser heißt seit dieser Saison Wohninvest Weserstadion. So wurde zum Beispiel von Ultras während eines Heimspiels die Loge des Sponsors mit einem schwarzen Tuch abgehangen.

In ihrem Schreiben lässt die Ultra-Gruppierung „Caillera“ offen, wie sie sich nun bei möglichen Geisterspielen verhalten wird. Es heißt lediglich: „Unabhängig davon halten wir daran fest, dass die Fortführung der Bundesliga ein Fehler ist und damit ein Risiko für alle Beteiligten in Kauf genommen wird, das mit keinem Geld der Welt zu entschädigen ist. (...) Vereine und Verbände sollten die Zeit nutzen, um ein Umdenken in Bezug auf den Fußball zu forcieren, statt das bereits wackelnde Kartenhaus vor dem bevorstehenden Einsturz bewahren zu wollen.“ (kni)

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