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Marco Bode, Aufsichtsratsvorsitzender bei Werder Bremen, behandelt Spieler-Ängste in der Coronavirus-Krise mit großer Sensibilität.

Coronavirus-Krise

Marco Bodes Verständnis für Spieler-Ängste: „Auf dem Platz tragen sie das Risiko“

Bremen – Fußball-Profis in der Coronavirus-Krise – das ist ein Thema, das Werder Bremen offenbar mit großer Sensibilität behandelt.

Zu einem weiteren Gehaltsverzicht wollen Aufsichtsratschef Marco Bode und Geschäftsführer Klaus Filbry das spielende Personal trotz eines gewissen öffentlichen Drucks nicht drängen. Überhaupt soll niemand bei Werder Bremen zu irgendetwas genötigt werden – auch nicht dazu, mit allen Kollegen zu trainieren und zu spielen, obwohl im Kopf die Angst vor einer Coronavirus-Infektion tobt.

Denn das könnte im Abstiegskampf schnell nach hinten losgehen. Bode sagte dazu im Radio-Bremen-Fernsehen: „Wenn wir nochmal Bundesliga-Spiele in dieser Saison sehen, dann brauchen wir hochmotivierte Profis, die auch in dieser Situation gewinnen wollen. Das kann ich nicht tun, wenn jemand eigentlich nicht will. Zwingen können wir niemanden.“ Mit den Spielern würden diese Themen offen besprochen, und es wurde klar: „Es gibt Spieler, die sehr entspannt sind, und Spieler, die vorsichtiger und ängstlicher sind. Das ist auch ganz normal.“ Was das für den Betrieb auf dem Platz – sei es in Spiel oder Training – bedeutet, bleibe abzuwarten.

Werder Bremen will ängstliche Spieler überzeugen

Marco Bode sprach sich dagegen aus, die Profis – wie kurz zuvor von seinem Amtsvorgänger Willi Lemke angeregt – mit Forderungen nach weiteren Zugeständnissen bei den Bezügen zu konfrontieren. Erstens weil das finanzielle Entgegenkommen der Spieler bislang eigeninitiativ und freiwillig war, zweitens weil es da auch noch diese besondere Gefahr gibt für die wichtigsten Angestellten. „Es geht um ihre Gesundheit. Wenn jetzt wirklich trainiert und gespielt wird, sind sie diejenigen, die auf dem Platz das Risiko eingehen“, sagte der 50-Jährige und bekannte damit, dass das Hygiene- und Gesundheitskonzept der Deutschen Fußball-Liga nicht wasserdicht ist.

Wer aus Angst vor Ansteckung nicht spielen wolle, müsse jedoch überzeugt werden, „dass das Gesundheitskonzept ein engmaschiges Netz ist, das ein hohes Maß an Sicherheit verspricht“, erklärte Klaus Filbry im Sport1-„Doppelpass“: „Der Weg der Überzeugung ist der richtige. Falsch wäre es, gleich die juristische Keule rauszuholen.“ (csa)

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