Wegen des Coronavirus schottet sich der SV Werder Bremen weitgehend vor der Öffentlichkeit ab.
+
Wegen des Coronavirus schottet sich der SV Werder Bremen weitgehend vor der Öffentlichkeit ab.

Krankheit nimmt Fußball-Bundesliga in Klammergriff

Werder Bremen und das Coronavirus: Was, wenn sich ein Profi infiziert?

Bremen – Das Coronavirus hat Werder Bremen und die Fußball-Bundesligen in den Klammergriff genommen – und das, ohne dass bei einem Profi aus den 36 Clubs der ersten und zweiten Liga tatsächlich eine Infektion nachgewiesen worden wäre oder auch nur ein Verdachtsfall innerhalb einer Mannschaft bestehen würde.

Update (17. März 2020, 18 Uhr): Ein Spieler von Hertha BSC ist mit dem Coronavirus infiziert, erst zehn Tage zuvor hat Werder Bremen gegen die Berliner gespielt. Ein Risiko? Angeblich nicht. Werder Bremen macht keine Corona-Tests bei seinen Spielern.

Update (11. März 2020, 17 Uhr): Das Coronavirus bringt den deutschen Fußball immer mehr in Bedrängnis. In der Bundesliga gibt es einen Geisterspieltag - und der erste Profi ist infiziert: Timo Hübers von Hannover 96.

Weiter zur bisherigen Meldung: Allein die präventiven Maßnahmen bringen den Spielbetrieb dermaßen in Not, dass es schon jetzt infrage steht, ob der deutsche Profi-Fußball seine Saison überhaupt innerhalb der terminlichen Grenzen zu Ende bringen wird.

Bundesliga mit Spielplan unter zeitlichem Druck

Vorerst sind es nur Geisterspiele, die den Vereinen Geld kosten und den Fans den Stadionspaß nehmen. Als nächstes könnten Verschiebungen ganzer Spieltage dazukommen, was natürlich den zeitlichen Druck auf alle erhöhen würde. Bis Ende Mai soll alles durch sein, jetzt ist Mitte März und es stehen in der Liga noch neun Spieltage aus – plus das noch nicht neu angesetzte Nachholspiel des SV Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt.

Zudem müssen auch die europäischen Wettbewerbe durchgepeitscht werden. Alles eng genug, alles von Anfang an auf Kante genäht. Wenn sich nun auch noch der erste Profi an dem Coronavirus infizieren sollte, wäre das Chaos perfekt. Vermutlich würde dann das System Profi-Fußball kollabieren – jedenfalls in diesem Frühjahr.

Werder Bremen und die Bundesliga: Infektion mit Coronavirus bedeutet Quarantäne

Infektion – das heißt Quarantäne für alle, die sich im nahen Umfeld des Virusträgers aufhalten. In dem Fall eben das komplette Fußballteam – Mitspieler, Trainerstab, Physiotherapeuten, Mediziner, vielleicht auch Management, Verwaltungsmitarbeiter, Hausmeister. Von einem Moment auf den anderen könnte ein ganzer Verein nicht mehr handlungsfähig sein. Spielbetrieb? Natürlich nicht. Für mindestens zwei Wochen. Das würde drei Nachholspiele national bedeuten. Dafür faire Termine zu finden, würde extrem schwierig.

Aber noch ist die Bundesliga coronafrei, und die Maßnahmen der Clubs sollen bewirken, dass es auch so bleibt. Geheimtrainings, kein Fan-Kontakt, keine Selfies, Händeschütteln verboten – das sind die Regeln, die zum Beispiel Werder Bremen schon vor Wochen aufgestellt hat und die auch andere Clubs beherzigen. Ob sich damit die Gefahr abwenden lässt? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare