Davie Selke von Werder Bremen kann die Anfeindungen gegenüber Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp nicht verstehen.
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Davie Selke von Werder Bremen kann die Anfeindungen gegenüber Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp nicht verstehen.

Nach Anfeindungen gegen Hoffenheim-Mäzen

Davie Selke zeigt klare Kante und Solidarität mit Hopp: „Ein toller Mensch“

Bremen – Die gegen Dietmar Hopp gerichteten Beleidigungen haben am vergangenen Spieltag die Bundesliga erschüttert. Bei Werder Bremen sind die von Fans initiierten Schmähungen und Hassplakate natürlich auch registriert worden – besonders bei Davie Selke, der Hopp schon seit mehr als zehn Jahren kennt.

Von 2009 bis 2013 hatte Davie Selke in der Jugend der TSG 1899 Hoffenheim gespielt und in der Zeit den milliardenschweren Mäzen des Clubs schätzen gelernt. „Ich habe gesehen, was Dietmar Hopp alles für die Region getan hat und was für ein toller Mensch er ist“, sagt der 25-Jährige und mischt sich mit klaren Aussagen ein in die Diskussion, was der Fußball noch zulassen darf und wann das Maß einfach voll ist.

Es ist voll, sagt Selke. Jedenfalls am Wochenende, das für ihn und Werder Bremen erzwungenerweise spielfrei war, ist es so gewesen. Die Beleidigungen gegen Hopp aus dem Bayern-Block hatten eine Geschichte fortgeschrieben, die dem Profi-Fußball nicht guttut. Dass sich die Spieler beider Teams in Sinsheim auf einen Nicht-Angriffspakt als Zeichen der Solidarität mit Hopp einigten, sei genau richtig gewesen, meint Selke: „Da stehe ich zu hundert Prozent hinter.“

Werder Bremen: Davie Selke fordert sofortiges Durchgreifen bei Hass im Stadion

Der Werder-Profi fordert bei weiteren, ähnlichen Vorfällen knallharte Konsequenzen durch den Deutschen Fußball-Bund und die Deutsche Fußball-Liga. „Wenn so etwas aufkommt, sollte man direkt durchgreifen. Wenn man klare Kante zeigt, verkürzt man eine solche Sache“, glaubt Davie Selke. Was genau er damit meint? Jedenfalls nicht, erst zwei Warnungen in Form von Spielunterbrechungen auszusprechen. Dann besser gleich aufhören, alle vom Platz, Schluss, aus.

So wie Selke es machen würde, wenn er beleidigt würde. Der Sohn eines Äthiopiers und einer Tschechin hat für sich persönlich längst klare Grenzen gesetzt, falls sich rassistische Parolen und Hetze gegen ihn richten sollte. „Meinen Standpunkt habe ich klar gemacht: Ich würde direkt vom Feld gehen. In dem Moment wäre es mir auch egal, wer da mitzieht und wer nicht. Da muss man ganz klar dagegengehen. Man sollte da ganz signalisieren, dass das nicht normal ist. Ich denke, dass auch alle mitziehen würden.“ (csa)

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