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Der Protest-Marsch endete vor den Geschäftsräumen des SV Werder Bremen. Aber wegen des Feiertages war niemand da, der die Signale der Fans empfangen konnte.

,,Eher eine Botschaft nach außen"

Werder reagiert auf die Fan-Demo

Bremen – Es ist ein sehr emotionales Thema: Etwa 500 Werder-Fans demonstrierten am Pfingstmontag in Bremen gegen die von Werder und der Stadt Bremen geplante Umbenennung des Weserstadions in „Wohninvest Weserstadion“.

+++ Update vom 2. August +++

Wasser auf die Mühlen der Kritiker sind auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Werder-Partner Wohninvest.

+++Update vom 13. Juni+++

Am Donnerstnachmittag gab der Verein offiziell bekannt, dass Werder Bremen in der neuen Saison im „Wohninvest Weserstadion“ spielen wird.

So erklären Werder Bremen und Wohninvest den Stadion-Deal ums Weserstadion.

+++Update vom 11. Juni+++

Die Werder-Fans zogen von der Innenstadt bis zur Arena am Osterdeich und dabei ganz bewusst direkt vor die Bürotürme. 

Von den Werder-Offiziellen war dort allerdings niemand zu sehen. Den Protest hat der Bundesligist aber sehr wohl wahrgenommen – und nun auf Nachfrage der DeichStube auch eine offizielle Aussage dazu herausgegeben.

Werder Bremen: „Das gute Recht der Fans zu demonstrieren“

„Wir sind mit unserer aktiven Fanszene in einem direkten Austausch und kennen ihre Standpunkte – so wie sie unsere Argumente für diese Entscheidung kennen. Deshalb war diese Demo eher eine Botschaft nach außen“, teilte Mediendirektor Michael Rudolph mit – und weiter: „Es ist das gute Recht unserer Fanszene, in diesem Rahmen zu demonstrieren. Es war laut, es war bunt, es war gewaltlos. Wir werden weiter im Dialog bleiben.“

Es bleibt abzuwarten wie die Fans auf die Reaktion von Werder Bremen reagieren

Ausführlicher wollte sich der Club zu dem Thema nicht äußern. Schließlich ist der 30-Millionen-Euro-Deal mit der Wohninvest Holding GmbH aus Fellbach noch nicht schriftlich besiegelt. Damit wird in den nächsten Tagen gerechnet. Dann soll die Öffentlichkeit umfangreich informiert werden.

„Ich glaube, dass die Leute in der Stadt unsere Aktion gut aufgenommen haben. Wir waren natürlich keine 20 000 Leute auf der Straße, aber wir haben ein Zeichen gesetzt, das in der Stadt ankommt. Und wir hoffen, dass es auch bei Werder ankommt“, hatte ein Sprecher der mitorganisierenden Ultra-Gruppe L’Intesa Verde nach der Demonstration gesagt. Nun gab es die Reaktion von Werder. Es bleibt abzuwarten, wie die Fans damit umgehen werden und ob es noch zu weiteren Protesten kommen wird. (kni)

Rund 500 Werder-Fans zogen durch das Bremer Viertel zum Weserstadion.

+++ Update vom 10. Juni - Werder-Fan-Demo: Aus Protest und aus Angst

Ganz am Ende wurde klar, worum es auch geht: um Angst. Angst davor, dass der Verkauf des Stadionnamens nur der Anfang ist und in wenigen Jahren nicht mehr der SV Werder Bremen im Weserstadion, sondern der SV Was-auch-immer Werder Bremen im „Wohninvest Weserstadion“ aufläuft.

Für viele Mitglieder der Bremer Fan-Szene ist das ein Horrorszenario. Deshalb sind sie am Pfingstmontag auf die Straße gegangen. Sie protestierten auf ihre Weise gegen die Veränderung des Stadionnamens. Etwa 500 Demonstranten zogen am Nachmittag vom Marktplatz zum Weserstadion.

Botschaft der Werder-Fans: „Für immer Weserstadion“

„Laut, bunt und vielfältig“ sollte es sein, sagte ein Sprecher der mitorganisierenden Ultra-Gruppe L’Intesa Verde. Max möchte er genannt werden. Mehr will er – weshalb auch immer – nicht über sich verraten. Aber gut, es geht nicht um ihn, es geht um die Botschaften der Fans. Und die waren eindeutig. „Für immer Weserstadion“, skandierten die Teilnehmer. Und immer wieder: „Scheiß Wohninvest.“ Zudem wurden an Passanten Info-Flyer verteilt, auf denen erklärt wurde, wie wichtig der Name Weserstadion als Identifikationsmerkmal für die Fan-Seele sei.

Es scheint, als hätte sich der SV Werder gemeinsam mit der Stadt Bremen als Betreiber der Bremer Weserstadion GmbH (BWS) keinen schlechteren Partner für eine Stadionkooperation aussuchen können als die Wohninvest Holding aus Fellbach in Baden-Württemberg. Nach Überzeugung der 500 Demonstranten ist es eine skandalöse Liaison, die die BWS – und damit Werder – anstrebt. Ausgerechnet ein Immobilienunternehmen – „das steht für Verdrängung. Es ist eine Firma, die mit Mieten spekuliert“, sagt Sprecher Max: „Wir finden, dass man das kritisieren muss.“

Das taten dann auch alle. „Immobilienhaie für Fischstäbchen“, stand auf einem Protestschild. „Raus aus unserem Wohnzimmer“ oder „Krieg den Palästen, Friede den Stadien“ auf zwei anderen.

Werder Bremen: Mit Vollzug wird in dieser Woche gerechnet

Die Aufregung bei manchen Fans ist riesig, seit bekannt geworden ist, dass die BWS, die Namensrechte am Weserstadion für zehn Jahre an die Wohninvest verkaufen will. 30 Millionen Euro schwer wäre der Vertrag. Das Geld würde einzig der Tilgung der Kredite dienen, die für die Stadionmodernisierungen der letzten Jahre aufgenommen worden waren. Noch ist zwar nichts unterschrieben, mit Vollzug wird nach Informationen der DeichStube aber in dieser Woche gerechnet.

Obwohl noch kein einziger Cent im Rahmen dieser Partnerschaft geflossen ist, steht für die Fans des Protestmarsches – zu einem großen Teil Mitglieder einer der Bremer Ultra-Gruppen – längst das große Ganze auf dem Spiel. „Der Fußball entwickelt sich in eine Richtung, mit der wir nicht zufrieden sind. Der Verkauf des Stadionnamens kann der Anfang für etwas sein, das wir nicht wollen. Wir wollen nicht in zehn Jahren einen Sponsoren im Vereinsnamen haben. Es gilt, dagegen anzugehen und zu protestieren“, erklärte Max und bezeichnete den Trick, dem Weserstadion lediglich einen Vornamen zu verpassen als „faulen Kompromiss. Damit fühlen wir uns nicht wohl.“

Werder-Fans zogen durch das Bremer Viertel zum Weserstadion

Zweieinhalb Stunden zog der Tross der Protestierenden durch das Bremer Viertel. Am Stadion angekommen waren von ehemals 500 Demonstranten zwar nur noch etwa 300 übriggeblieben, doch die Initiatoren waren dennoch zufrieden. „Ich glaube, dass die Leute in der Stadt unsere Aktion gut aufgenommen haben. Wir waren natürlich keine 20.000 Leute auf der Straße, aber wir haben ein Zeichen gesetzt, das in der Stadt ankommt. Und wir hoffen, dass es auch bei Werder ankommt.“

Die Symbolik des Tages sagte jedoch, dass es anders ist. Denn als die Demo am Weserstadion genau vor dem Turm, in dem die Geschäftsführung des SV Werder ihre Büros hat, endete und einer der Anheizer via Megaphon seine Angst vor einer Übernahme des ganzen Clubs durch einen Investor in die Menge brüllte, standen zwar einige Bürofenster offen. Aber wegen des Feiertages war niemand da, der die Signale empfangen konnte. (csa)

Fotostrecke: Werder-Fan-Demo am Pfingstmontag

Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
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Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions.
Fan-Protest gegen Umbenennung des Weserstadions. © Sollerfotografie

+++ Zur Erstmeldung vom 6. Juni. Werder-Fans rufen zu Demo gegen Änderung des Stadionnamens auf

Bremen - Für Pfingstmontag, 10. Juni, rufen Fans von Werder Bremen wie die Ultra-Gruppe HB Crew zu einer Demonstration auf. Unter dem Motto „Weserstadion unantastbar“ treffen sich die Fans um 14 Uhr auf dem Bremer Marktplatz. Von dort aus wollen sie zum Stadion marschieren.

Damit wollen die Fans des SV Werder Bremen ihren Unmut über die Entscheidung des Bundesliga-Clubs, das Weserstadion in Wohninvest Weserstadion umzubenennen, auf die Straße tragen.

Fans von Werder Bremen lehnen Verkauf der Namensrechte ab

Kürzlich war bekannt geworden, dass Werder Bremen die Namensrechte am Weserstadion für zehn Jahre an die Wohninvest Holding GmbH verkauft und künftig im „Wohninvest Weserstadion“ spielen wird. Dafür zahlt das Immobilien-Unternehmen aus Fellbach in Baden-Württemberg insgesamt 30 Millionen Euro. Kurz darauf hatten dann die Werder-Fans zum ersten Mal Alarm geschlagen.

Jetzt legen sie nach: „Wir lehnen diesen Verkauf der Namensrechte in aller Deutlichkeit ab“, schreibt die HB Crew in einer Mitteilung. Für die Ultras muss das Weserstadion einfach Weserstadion bleiben: „Ohne derartige Identifikationsmerkmale wie dem Stadionnamen können die Emotionen, die der Fußball hervorruft, nicht entstehen. Identifikation ist daher nicht bloß netter Nebeneffekt des Profifußballgeschäfts, sondern der Grund für dessen wirtschaftlichen Erfolg.“

Werder Bremen: Ultras verärgert über Wohninvest als Partner

Besonderen Anstoß finden die Fans auch an der Partnerwahl von Werder Bremen. Das Immobilienunternehmen trage in erheblichem Maße zu steigenden Mieten bei, Wohnraum sei kein Investitionsobjekt. „Dieses politische Signal steht in eklatantem Widerspruch zu den Werten, welche Werder Bremen verkörpern will.“

Für Montag hoffen die Ultras nun auf viele Mitstreiter: „Wir fordern daher alle Menschen, die mit dem Namen Weserstadion emotional verbunden sind, aber auch alle, die sich gegen Wohnungsnot, steigende Mieten und ihre Verantwortlichen richten, auf, mit uns am Pfingstmontag auf die Straße zu gehen!“

Derweil hat der geringe Marktwert von Jiri Pavlenka bei vielen Fans von Werder Bremen für Diskussionen gesorgt. Wir haben mit einem Transfermarkt-Experten darüber gesprochen.

Ein anderes Thema, das derzeit viel diskutiert wird, ist der Abgang von Kaderplaner Tim Steidten Richtung Bayer Leverkusen. Gegenüber der DeichStube hat der 40-jährige Steidten nun seinen Wechsel erklärt und gesagt: „Ich klaue Werder nichts.“ (han)

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