Eine entscheidende Szene im Hinrundenspiel zwischen Werder Bremen und dem HSV: Christian Groß (links, grün) sieht die Gelb-Rote Karte.
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Eine entscheidende Szene im Hinrundenspiel zwischen Werder Bremen und dem HSV: Christian Groß (links, grün) sieht die Gelb-Rote Karte.

Werder vor dem Derby beim HSV

Aussetzer aus dem Hinspiel aufgearbeitet: Werder will gegen den HSV einen kühlen Kopf bewahren

Bremen – Es gibt sie im Fußball, diese speziellen Schlagwörter, die von den Protagonisten besonders dann häufig verwendet werden, wenn wichtige Spiele anstehen. Sie lauten zum Beispiel „Entschlossenheit“, „Aggressivität“, „Mentalität“ oder auch „Intensität“. Und auch Clemens Fritz kommt in dieser Woche nicht ohne sie aus. „Man braucht immer die nötige Intensität und Aggressivität auf dem Platz“, betont Werder Bremens Leiter Profifußball vor dem Nordderby beim Hamburger SV (Sonntag, 13.30 Uhr) – garniert seine Aussage aber ganz bewusst mit einem Warnhinweis: „Man sollte natürlich trotzdem kühlen Kopf bewahren.“

Das war den Spielern des SV Werder Bremen – zur Erinnerung – während des Hinspiels in gleich zwei entscheidenden Szenen nicht gelungen. Am Ende trugen die Aussetzer maßgeblich zur bitteren 0:2-Heimniederlage gegen den HSV bei. „So etwas wie im Hinspiel sollte uns nicht wieder passieren“, fordert Clemens Fritz, der sich sicher ist, dass sein Team die richtigen Lehren aus den Fehlern im ersten Derby der Saison gezogen hat.

Werder Bremen: Clemens Fritz setzt vor dem Derby gegen den HSV bei Christian Groß auf dessen Erfahrung

Zunächst war es Christian Groß gewesen, der es am siebten Spieltag in punkto Einsatzfreude deutlich übertrieben hatte. In der Anfangsphase, gespielt waren gerade einmal fünf Minuten und der HSV führte bereits mit 1:0, grätschte Groß den Hamburger Torschützen Robert Glatzel hart um und sah dafür die Gelbe Karte. Eine Aktion, die durchaus noch in die Kategorie „Zeichen setzen“ hätte fallen können, wenn, ja wenn Groß in der 31. Minute nicht die nächste rustikale Szene hätte folgen lassen. Im gegnerischen Fünfmeterraum holte der Routinier von Werder Bremen HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes von den Beinen, was Schiedsrichter Sascha Stegemann keine andere Wahl ließ, als den Bremer im Derby mit Gelb-Rot vom Platz zu stellen.

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„Grosso ist ein erfahrener Spieler und weiß selbst, dass er sich da anders hätte verhalten müssen“, sagt Clemens Fritz vor dem Rückspiel. Es ist eine Feststellung, die in gleicher Form auch auf Mitchell Weiser passen dürfte, dem während des Hinspiels sein inzwischen fast schon berühmter „Mauer-Fauxpas“ unterlaufen war. Weil er sich zu nah an der Mauer des HSV aufhielt, zählte ein herrlicher Freistoß-Treffer von Marvin Ducksch nicht, der Werder Bremen das 1:1 beschert hätte. Kurz darauf erhöhten die Gäste durch Moritz Heyer dann auf 2:0, was Werder nicht mehr aufholen konnte.

Werder Bremen: Clemens Fritz will vor dem Derby gegen den HSV nicht auf das Hinspiel zurückblicken

„Rückblickend ist schon einiges unglücklich gelaufen“, sagt Clemens Fritz, dessen Team diese Erfahrung aus dem Derby aber längst aufgearbeitet und hinter sich gelassen hat: „Wir werden in der Vorbereitung auf das Spiel in Hamburg nicht noch einmal zurückblicken, sondern nach vorne schauen.“ Mit aller „Entschlossenheit“, „Aggressivität“ und „Mentalität“ – und einem möglichst kühlen Kopf, um all das entsprechend zu dosieren. Unterstützt werden die Profis des SV Werder Bremen dabei von rund 1.400 Fans, die das Derby beim HSV live im Volksparkstadion verfolgen dürfen. (dco)

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