Der SV Werder Bremen jubelt, Joris Mathijsen vom HSV (re.) versteht die Welt nicht mehr: Die Derby-Wochen nagen noch heute am Ex-Profi.
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Der SV Werder Bremen jubelt, Joris Mathijsen vom HSV (re.) versteht die Welt nicht mehr: Die Derby-Wochen von 2009 nagen noch heute am Ex-Profi.

„Härteste und brutalste Niederlagen“

„Werder hätte niemals gewinnen dürfen“: Ex-HSV-Spieler Joris Mathijsen hat die Derbywochen von 2009 noch immer nicht verdaut

Bremen – Es ist ja immer ein bisschen gefährlich, wenn man zu lange zu weit nach hinten schaut. Sich an den Erfolgen der Vergangenheit ergötzt und somit den Blick für die Gegenwart verliert. Aber so ganz ohne geht es eben auch nicht, weshalb es nur folgerichtig ist, dass vielen Fans des SV Werder Bremen noch immer warm ums Herz wird, wenn sie an die legendären Derbywochen gegen den Hamburger SV aus dem Jahr 2009 zurückdenken. Gänzlich andere Gefühle hegt Joris Mathijsen. Der Niederländer war einst Verteidiger beim Nordrivalen und hat die damalige Schmach noch immer nicht verdaut.

„Ich glaube, das waren die härtesten und brutalsten Niederlagen, die ich in Deutschland erlebt habe“, räumte der inzwischen 42-Jährige im Gespräch mit dem Portal „Transfermarkt.de“ ein. „Ich habe damals Angebote von anderen Vereinen ausgeschlagen, weil ich zu 100 Prozent davon überzeugt war, dass diese Truppe dafür gemacht war, Titel zu gewinnen.“ Bekanntlich kam es anders. Der HSV schied gegen die ungeliebten Bremer nicht nur im Halbfinale des DFB-Pokals aus, sondern flog auch aus dem Uefa-Cup. Mathijsen schmerzt das immer noch, weshalb er festhielt: „Werder Bremen hätte niemals gewinnen dürfen, aber manchmal entscheiden halt Nuancen. Besonders das Aus im UEFA-Cup war hart, zumal wir das Hinspiel mit 1:0 gewannen und zusätzlich im Rückspiel mit 1:0 in Führung gingen. Für mich war es unerklärlich, dass wir alles aus der Hand gegeben haben.“

Werder Bremen und die Derbywochen 2009 gegen den HSV: Ex-Hamburger Joris Mathijsen leidet noch heute

Joris Mathijsen hat für den Hamburger SV insgesamt 211 Pflichtspiele absolviert, im Anschluss an seine Karriere arbeitete er ab 2016 für seinen Heimatverein Willem II Tilburg als Funktionär. Im vergangenen März wurde der 84-fache niederländische Nationalspieler jedoch als Technischer Direktor des Vereins entlassen. Den Niedergang der Elbstädter, die anders als Werder Bremen nach dem Abstieg nicht die schnelle Rückkehr in die Erstklassigkeit geschafft haben, hat Mathijsen aus der Distanz ganz genau beobachtet. „Klar sehe ich mich als HSV-Fan“, erklärte er. „Ich habe so viel mit dem Club erlebt, das kann man nicht vergessen, dadurch entsteht eine Verbindung. Zumal unsere Kinder auch in Hamburg geboren sind. Mich macht es wirklich traurig und fassungslos, dass der HSV in der zweiten Liga spielt, denn so ein Verein mit dieser Power, gehört in die Bundesliga – Punkt.“ (mbü)

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