Japaner an der Weser: Yasuhiko Okudera (links) spielte von 1981 bis 1986 für den SV Werder Bremen, Yuya Osako (rechts) von 2018 bis 2021.
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Japaner an der Weser: Yasuhiko Okudera (links) spielte von 1981 bis 1986 für den SV Werder Bremen, Yuya Osako (rechts) von 2018 bis 2021.

Vor Deutschland gegen Japan

Der Nationalheld und sein Nachkomme: Deutschlands WM-Auftakt gegen Japan weckt Erinnerungen an Ex-Werder-Profis Osako und Okudera

Bremen – Seit etwas mehr als einem Jahr haben sie sich nicht mehr gesehen. Nun wären sie sich fast wieder begegnet. Weil Niclas Füllkrug doch noch auf den WM-Zug aufgesprungen ist. Des einen Freud ist allerdings des anderen Leid. Denn Yuya Osako, der in seiner Heimat Japan ebenfalls zu den Kandidaten für eine Kadernominierung gehörte, wurde nun doch nicht für das große Turnier in Katar berücksichtigt. Deshalb muss das besondere Treffen der beiden Angreifer mit Bezug zum SV Werder Bremen am Mittwoch (14 Uhr MEZ) ausfallen, wenn Deutschland gegen die Asiaten in der Gruppe E in die Weltmeisterschaft startet.

Einige Jahre haben Niclas Füllkrug und Yuya Osako gemeinsam an der Weser verbracht, aufgrund von Verletzungen standen sie allerdings lediglich 15 Mal gemeinsam in der Bundesliga auf dem Platz. Und in diesen 654 Minuten reichte es gerade einmal zu einem Treffer von Osako nach Vorarbeit seines Sturmkollegen (2019 bei einem 3:2-Heimsieg des SV Werder Bremen gegen Augsburg). Nicht allein aufgrund des späteren Abstiegs hätte es also weitaus bessere Werder-Zeiten für eine Zusammenarbeit der beiden Offensivakteure geben können.

Niclas Füllkrug spielt mit Deutschland bei der WM – Ex-Werder-Bremen-Profi Yuya Osako nicht im Kader Japans

Während Niclas Füllkrug dem Verein nach dem Gang in die 2. Bundesliga erhalten blieb, verabschiedete sich Yuya Osako im August 2021 in Richtung Japan. Bei Vissel Kobe ist der inzwischen 32-Jährige eine feste Größe, hat zuletzt mit einigen Toren auf sich aufmerksam gemacht. Auch deshalb galt Osako als potenzieller WM-Fahrer. Die Fans seines Clubs freut die zurückeroberte Treffsicherheit des Mannes, der ein hohes Ansehen genießt und einst Fußballer des Jahres wurde. Entsprechend enthusiastisch, das zeigen zahlreiche Internetvideos, wird er jetzt wieder bejubelt. Bei Werder Bremen wurde ihm eine vergleichbare Zuneigung am Ende nur noch selten entgegengebracht.

Etwas anders verhält es sich beim ersten Japaner, den Werder Bremen je verpflichtet hat. Zwar ist es schon mehr als 40 Jahre her, dass ein gewisser Yasuhiko Okudera am Osterdeich vorstellig wurde und so zu Yuya Osakos direktem Vorgänger avancierte, doch nicht wenige ältere Fans denken noch immer sehr gern an den Abwehrspieler zurück. Und im Land der aufgehenden Sonne ist der heute 70-Jährige sowieso ein Nationalheld. Er war es nämlich, der 1977 als erster Japaner überhaupt in die Bundesliga wechselte und ein Wegbereiter für viele Profis werden sollte, die ihm mittlerweile gefolgt sind. Nach seiner Zeit beim 1. FC Köln erlebte Okudera ab 1981 fünf gute Jahre bei Werder (206 Spiele, 13 Tore), in denen er gleich drei Mal Vize-Meister wurde. Der 32-fache Nationalspieler Japans arbeitete nach seiner Karriere unter anderem als Trainer, Funktionär und TV-Experte, sein Wort hat in der Heimat bis heute Gewicht.

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Ex-Werder-Bremen-Profi Yuya Osako über Yasuhiko Okudera: „Respektiert jeder in Japan, der sich für Fußball interessiert“

Wie groß der Name Okudera ist, zeigt auch ein kleiner Ausflug in die Comic-Welt. In der weltweit erfolgreichen Manga-Reihe „Captain Tsubasa“ ist er eine der wenigen realen Personen, die in der Handlung um den aufstrebenden Fußball-Star auftaucht – wenngleich die Figur Yasuhiko Okudera dort anders als im echten Leben sogar japanischer Nationaltrainer ist. Das Biegen der Wahrheit unterstreicht jedoch nur den Legendenstatus. „Als erster Japaner in der Bundesliga war es damals bestimmt nicht einfach für Okudera“, sagte einmal Yuya Osako in einem Interview. „Dafür, dass er diesen Weg dennoch gegangen ist und so die Türen für kommende Generationen japanischer Fußballer geöffnet hat, kennt und respektiert ihn heute jeder in Japan, der sich für Fußball interessiert. Und er hat sich diesen großen Respekt auf jeden Fall verdient“, so der Ex-Profi des SV Werder Bremen. (mbü)

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