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Es war das Highlight der ersten Runde des DFB-Pokals: Das Aufeinandertreffen von Werder Bremen und Atlas Delmenhorst im Weserstadion.

Schöne Werder-Momente in einer hässlichen Saison

Ein Pflichtspiel als Volksfest

Die Coronavirus-Pandemie stoppt die Bundesliga. Noch ist völlig unklar, ob die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden kann. Für Werder Bremen war es bisher die schlechteste Spielzeit der Vereinsgeschichte, der Abstieg droht. Aber es war nicht alles schlecht. In einer Serie blicken wir zurück auf die guten Momente der Saison. Teil 1: Das DFB-Pokal-Spiel gegen Atlas Delmenhorst.

Die Wahrscheinlichkeit liegt gerade einmal bei ungefähr 1,6 Prozent. 64 Mannschaften sind im Lostopf, 63 Gegner kommen für Werder Bremen in Frage – und dann geht’s tatsächlich gegen den kleinen Nachbarn. In der ersten Runde des DFB-Pokals treffen die Grün-Weißen auf den SV Atlas Delmenhorst aus der Oberliga.

Es ist ein Match der Marke „Ausgerechnet“, gerade für die Delmenhorster das absolute Wunschlos, sie glorifizieren es wochenlang als Jahrhundertspiel. Viele der Atlas-Kicker sind Werder-Fans, einige spielten sogar in der Bremer Jugend, jetzt steht die ganze Region Kopf.

Am 10. August 2019 ist es dann soweit, das als Pflichtspiel getarnte Volksfest steigt im Bremer Weserstadion, wo Atlas sein Heimspiel nach einigem Hin und Her mit dem Deutschen Fußball-Bund austragen darf. Es ist die perfekte Kulisse für ein Spiel der Rekorde: 41.500 Zuschauer kommen in die ausverkaufte Fußball-Arena – mehr als je zuvor für ein Erstrundenspiel im DFB-Pokal.

Werder Bremen-Legende Claudio Pizarro sammelt gegen Atlas Delmenhorst weitere Rekorde

Ein klassischer Pokal-Fight wird es nicht, dafür sind die Kräfteverhältnisse dann doch zu offensichtlich. Nur einmal wird es kribbelig. Nach der 2:0-Führung für Werder Bremen durch Tore von Yuya Osako (10.) und Niklas Moisander (20.) schlägt die Minute von Tom Schmidt. Der Delmenhorster Offensivspieler hält drauf, trifft – und alle, die es mit Atlas halten, jubeln, als hätte der Amateur-Club das Spiel schon gewonnen.

Werder lässt sich davon nicht ernsthaft beeindrucken, zieht durch weitere Treffer von Milot Rashica (37.) und Davy Klaassen (40.) bis zur Pause noch auf 4:1 davon. In der zweiten Hälfte wird dann noch Geschichte geschrieben: Claudio Pizarro trifft, und zwar nicht einmal, sondern zweimal, und stellt damit zwei weitere Rekorde auf. Der 40-Jährige kürt sich zu Werders ältestem DFB-Pokal-Torschützen und zum ältesten Doppelpacker der Cup-Historie. 6:1 steht es am Ende, Werder zieht in die zweite Runde ein, aber auch der Außenseiter darf stolz auf seine Leistung sein. (han)

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