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Robert Bauer hat sich gegen Freiburg einen Außenbandriss zugezogen.

Verletzungspech

Bauer fehlt wochenlang - Sane verpasst Englische Woche

Freiburg/Bremen - Werder Bremen hat aus Freiburg drei Punkte, aber auch zwei Verletzte mitgebracht. Jetzt stehen die Diagnosen bei Lamine Sane und Robert Bauer.

Das halbe Dutzend ist voll! Seit sechs Spielen hat Werder Bremen in der Bundesliga nicht mehr verloren – das hat es seit einer Ewigkeit nicht mehr gegeben. Und auch die fünf Tore beim 5:2-Sieg in Freiburg hatten Seltenheitswert. Zuletzt hatte Werder auswärts vor sieben Jahren so oft getroffen. Alles gut also bei den Bremern? Ja, wenn man mal vom Verletzungspech absieht.

Es ist momentan ein ebenso treuer Begleiter wieder Erfolg. In Freiburg erwischte es Lamine Sane schon beim Aufwärmen, der Innenverteidiger zog sich eine Adduktorenzerrung zu. Im Spiel trug dann Robert Bauer einen Außenbandriss im linken Sprunggelenk davon. Beide werden am Dienstag im Heimspiel gegen Schalke 04 fehlen. Sane fehlt für den Rest der Englischen Woche, bei Bauer werden es mehrere Wochen. Wie viele, ist noch unklar.

Werder fängt Verletzungen zurzeit gut auf

Die Zahl der aktuell Verletzten erhöht sich mit ihnen auf sechs – auch da also ein halbes Dutzend. Clemens Fritz (Riss des Syndesmosebands) und Izet Hajrovic (Kreuzbandriss) fehlen langfristig, Serge Gnabry mindestens noch ein Spiel und bei Zlatko Junuzovic ist noch nicht klar, ob er sich bis zur Schalke-Partie von seiner Erkältung erholt haben wird. Dass Werder trotz immer neuer Personalprobleme beständig die Punkte einsammelt, nötigt Coach Alexander Nouri Hochachtung vor den eigenen Spielern ab. „Die Ausfälle wichtiger Spieler zu kompensieren, funktioniert nur über eine großartige Teamleistung. Mit unserem Teamspirit bin ich sehr zufrieden und glücklich“, sagte der 37-Jährige.

Tatsächlich ist es den Bremern kaum anzumerken, dass Fritz und Gnabry schon länger ersetzt werden müssen, dass in Freiburg auch Abwehrchef Sane sowie der im Spiel zuvor gegen RB Leipzig (3:0) überragende Junuzovic passen mussten. Dann spielen eben andere und machen es auch nicht schlecht. „Was ich immer gesagt habe: Es kommt auf jeden Einzelnen an“, meint Nouri.

Einzelkritik: „Danish Dynamite“ explodiert

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald: Dass er das erste Mal seit dem 2:3 in Augsburg am 19. Spieltag mehr als einen Gegentreffer in einem Spiel kassierte, ist wohl nur für Statistik-Freaks wichtig. Denn Wiedwald bot alles in allem erneut eine blitzsaubere Leistung. Parierte den Petersen-Elfmeter, erst der Nachschuss war drin. Stark waren auch die präzisen Abschläge des Keepers. Note 2 © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Der rechte der drei Innenverteidiger hatte seinen besten Moment mit dem langen Diagonalball auf Santiago Garcia, welcher wiederum Thomas Delaney das 2:0 auflegte. Veljkovic erledigte seine Aufgaben in der Defensive zuverlässig, zeigte aber Schwächen im Spielaufbau. Note 3 © dpa
Niklas Moisander
Niklas Moisander: Der Finne rückte für den verletzten Lamine Sane ins Zentrum der Abwehrkette. Organisierte die Defensive geschickt – nur bei Vincenzo Grifos Distanzschuss zum 2:4 stimmte die Ordnung nicht. Note 2,5 © nordphoto
Luca Caldirola: Bundesliga-Comeback nach 203 Tagen. Caldirola rückte für den kurzfristig ausgefallenen Sane in die Startelf und hatte zunächst Schwierigkeiten, zur Sicherheit zu finden. Verständlich nach der langen Pause. Wurde aber mit zunehmender Spielzeit stabiler. Note 3 © dpa
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Artistisch, wie er sich quer in die Luft legt, um vor dem einschussbereiten Petersen zu klären (56.). Gebre Selassie lieferte als Mann ganz rechts eine insgesamt grundsolide Leistung ab. Note 3 © nordphoto
Robert Bauer
Robert Bauer (bis 40.): Das Foul des Ex-Werderaners Aleksandar Ignjovski (mit dem sich Bauer von Anfang an behakt hatte) beschert ihm jetzt wohl eine längere Pause – bei Bauer ist eine Bänderverletzung zu befürchten. Bis zur Auswechslung engagiert, aber eher unglücklich. Note 3,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein: Eine Dreierkette, die durch Gebre Selassie sowie Bauer zur Fünferkette wurde und davor Eggestein als alleiniger Sechser – das war im Groben das Bremer Defensivkonzept. Der 20-Jährige fand sich darin gut zurecht, ohne dabei zu glänzen. Blieb unauffällig – im positiven wie im negativen Sinn. Note 3 © nordphoto
Florian Grillitsch
Florian Grillitsch (bis 89.): Besetzte vor Eggestein die rechte Halbposition und interpretierte seine Rolle etwas defensiver als Thomas Delaney, sein Nebenmann links. Grillitsch, seit Dienstag österreichischer Nationalspieler, stand nie im Mittelpunkt des Geschehens, machte aber auch nicht viel verkehrt. Note 3 © nordphoto
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Der Däne erlebte einen 1a-Sahnetag. Drei Tore, ein Assist – so eine Bilanz ist absolut neu für Delaney, der immer wertvoller und wichtiger wird für Werder. Dass es so gut laufen würde für ihn, war zunächst aber nicht zu erwarten gewesen. Denn Delaney hatte ganz schwach angefangen. Doch dann explodierte das „Danish Dynamite“. Note 1 © dpa
Fin Bartels
Fin Bartels (bis 76.): Hätte er nicht freistehend vor SC-Keeper Schwolov vergeben, hätte er nicht einen weiteren Konter mit einer unpräzisen Hereingabe auf Kruse verbaselt, wäre auch für ihn kein Weg an der „1“ vorbeigegangen. Bartels hatte als Kruses Sturmpartner sehr gut funktioniert. Die Laufarbeit war top. Und letztlich klappte es auch mit dem Tor. Per Hacke traf er zum 4:1. Note 2 © nordphoto
Max Kruse
Max Kruse: Wundervoll der Treffer zum 1:0. Aus dem Nichts in den Knick – das war die Initialzündung für den Bremer Sieg. Zudem der Vorbereiter des 3:0. Note 1,5 © nordphoto
Santiago Garcia
Santiago Garcia: Santiago Garcia (ab 40.): Kam für den verletzten Robert Bauer und war wenig später mit einer scharfen Hereingabe der Geburtshelfer des 2:0. Aber dann: Stellungsfehler in der Abwehrkette und ein völlig unnötiges Foul an Maximilian Philipp, das Freiburg den Elfmeter brachte. Note 4 © nordphoto
Florian Kainz (ab 76.): Etwas peinliche Schauspieleinlage, nachdem er umgerissen worden war. Am Ende fügte er seinem Saisonkonto per Freistoß noch den Assist zum 5:2 hinzu. Note - © nordphoto
Claudio Pizarro
Claudio Pizarro: Claudio Pizarro (ab 89.): Nur ein Kurzeinsatz. Note - © imago

Und er erklärt, wieso es trotz der personellen Probleme so gut funktioniert bei Werder: „Wir haben klare Prinzipien und Abläufe auf dem Platz. Die werden von allen eingehalten.“ Er haben sich deshalb „nicht gewundert“, dass es nach anfänglichen Problemen auch gegen Freiburg so flutschte. In Schalke 04 wartet am Dienstag die nächste Bewährungsprobe für das starke Bremer Kollektiv.

Ein Teil der Wahrheit ist aber auch, dass es der Fußball-Gott derzeit einfach gut meint mit Werder. Bis zum 3:0 war am Samstag quasi jeder Schuss ein Treffer – und Sportchef Frank Baumann gab zu: „In einigen Situationen haben wir im Momenten das Quäntchen Glück. Aber auch das muss man sich erarbeiten, erkämpfen, erspielen.“

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