Das Spiel der Frauen-Mannschaft von Werder Bremen im Wohninvest Weserstadion ging mit 1:2 verloren.
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Das Spiel der Frauen-Mannschaft von Werder Bremen im Wohninvest Weserstadion ging knapp mit 1:2 verloren.

Werder-Frauen verlieren knapp im Weserstadion

Vereinsrekord, Traumtor, aber die Werder-Frauen sind trotzdem etwas enttäuscht

Bremen – Mit 20 417 Zuschauern im fast halbgefüllten Wohninvest Weserstadion wurde zwar der Rekord in der Frauen-Bundesliga (23 200 zum Saisonstart bei Frankfurt gegen Bayern) knapp verpasst, aber dennoch hat der SV Werder Bremen am Samstagnachmittag beim letztlich allerdings sehr bitteren 1:2 (1:1) gegen den SC Freiburg ein großes Ausrufezeichen gesetzt – und natürlich einen Vereinsrekord aufgestellt.

Die Zuschauerzahlen bewegen sich ansonsten auf Platz 11 im dreistelligen Bereich. Auch sportlich konnte sich der erste Auftritt der Werder-Frauen in der großen Arena durchaus sehen lassen. Das Team von Thomas Horsch, das in bislang acht Partien erst zwei Punkte ergattert hatte, zeigte nicht nur eine kämpferisch starke Leistung, musste sich aber am Ende dem Tabellenfünften aus Freiburg geschlagen geben. Das Traumtor von Nina Lührßen (27.) zur Bremer Führung war letztlich zu wenig. Der Kampf um den Klassenerhalt wird damit immer schwieriger, dafür war es beste Werbung für den Frauenfußball. Und die nicht zu erwartende Zuschauerzahl - Werder Bremen hatte von 15000 geträumt - zeigt, dass da durchaus ein Interesse vorhanden ist. Der Bundesliga-Alltag wird zeigen, wie nachhaltig das sein wird.

Bei Werder Bremens Frauen-Mannschaft: Zwischen großer Dankbarkeit und Enttäuschung

„Wir sind echt dankbar, dass so viele Zuschauer gekommen sind. Das war unglaublich. Natürlich sind wir auch enttäuscht und traurig, wer verliert schon gerne. Wenn wir so weiterspielen, werden wir auch punkten. Abgesehen von der Niederlage hat es einfach Bock gemacht, ich habe als Kind davon geträumt, hier zu spielen“, schwärmte die gebürtige Bremerin Nina Lührßen: „Wir können das gerne in dieser Saison wiederholen.“

Der SV Werder Bremen hatte sich für dieses besondere Event ein passendes Rahmenprogramm ausgedacht wozu auch ein Auftritt der Band „Grillmaster Flash“ mit ihrem Song „Als die Mädchen durch den Tisch traten“ gehörte. Einst extra geschrieben zum Aufstieg der Werder-Frauen war es nun quasi das Motto für das Spiel. Denn die Gastgeberinnen ließen es von der ersten Sekunde an krachen, schmissen sich in jeden Zweikampf und spielten mutig nach vorne. Auch die Ultras in der sehr gut gefüllten Ostkurve gaben ordentlich Gas, erst mit einem Banner „Come on you green girls“, dann mit laustarkem Dauergesang. Es war genauso laut wie bei den Spielen der Profis, weil auch die anderen Zuschauer mitmachten. Nur der sonst übliche Support der Gäste-Fans fehlte ein wenig, aber immerhin waren rund 30 Unterstützer aus dem weit entfernten Breisgau mitgekommen.

Nina Lührßen mit Freistoß-Traumtor zum 1:0 für die Frauen-Mannschaft von Werder Bremen

Den Takt gaben auf und neben dem Rasen also deutlich die Grün-Weißen an. Die Belohnung dafür gab es in der 27. Minute, als Nina Lührßen einen Freistoß aus halbrechter Position mit dem linken Fuß in den Winkel zirkelte. Ein Tor des Monats! Danach gab es kein Halten mehr, das Weserstadion bebte – und auf dem Rasen wurde ausgiebig vor der Bank des SV Werder Bremen gefeiert. Diesen Treffer wird die 23-Jährige Lührßen nie vergessen: „Das kann man nicht in Worte fassen, mir haben noch nie so viele Menschen zugejubelt.“

Nach der Freude ist vor der Arbeit, also haute sich Werder Bremen weiter voll rein. Lührßen verpasste nur knapp das 2:0 (34.). Danach zogen sich die Bremerinnen allerdings etwas zurück, mussten möglicherweise dem hohen Tempo etwas Tribut zollen. Und plötzlich war der Sportclub da. Janina Minge ließ Werder-Torfrau mit einem satten Schuss aus 20 Metern keine Chance – 1:1. Ein ärgerlicher Treffer aus Werder-Sicht, denn bis dahin hatte die Defensive um die starke Abwehrchefin Katharina Schiechtl sehr gut gestanden. Die österreichische Nationalspielerin kehrte nach der Pause nicht auf den Rasen zurück.

Trotz Niederlage: Fans im Weserstadion sind stolz auf die Frauen-Mannschaft von Werder Bremen

Werder Bremen steckte das überraschend gut weg. Freiburg konnte die Partie allerdings ausgeglichener gestalten. Torchancen gab es jedoch hüben wie drüben. Es war ein Kampfspiel, bis Werder sich diesen einen Fehler zu viel im Mittelfeld leistete. Der Sportclub schaltete schnell um und Minge machte das 2:1 (77.). Sofort gab es für die Grün-Weißen aufmunternden Beifall von den Rängen. Und die stemmten sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage. Angefeuert von den Fans, die in der Schlussphase alle standen, berannten sie das Freiburger Gehäuse – sogar inklusive Torfrau Anneke Bore. Doch das Happy End blieb aus. Nach dem Schlusspfiff sanken die Werder-Frauen ausgepumpt und enttäuscht zu Boden, bekamen aber sofort Trost durch ganz viel Beifall. Den hatten sie sich für ihre Premiere im Weserstadion auch verdient. Es war ein echtes Fußball-Fest! kni

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