Diego, der ehemalige Spielmacher des SV Werder Bremen, im Trikot von Flamengo Rio de Janeiro
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Diego, der ehemalige Superstar des SV Werder Bremen, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden - eine besorgniserregende Nachricht am Ende einer ohnehin schon üblen Woche.

Schlechte Nachrichten für Diego Ribas da Cunha

Fünferpack, Virus und ein Vulkan - Ex-Werder-Star Diego erlebt eine Horrorwoche

Rio de Janeiro – Eine Horrorwoche endete für Werder Bremens einstigen Liebling Diego mit einer besorgniserregenden Nachricht. „Ich wurde positiv auf Coronavirus getestet“, verkündete der 35-Jährige per Videobotschaft den Fans seines aktuellen Clubs CR Flamengo aus Rio de Janeiro. Der Hals tue weh und die Glieder schmerzten, berichtete der Brasilianer, der von 2006 bis 2009 an der Weser spielte, weiter.

Diego ist bei Flamengo aber nur einer von vielen. Der Verein vermeldete am Sonntagabend insgesamt sechs (!) auf Covid-19 positiv getestete Spieler, die nun am Dienstag beim Libertadores-Cup-Duell gegen den ecuadorianischen Gegner Barcelona Guayaquil nicht zur Verfügung stehen.

Werder Bremen-Ex-Star Diego: Coronavirus, üble Klatsche und Vulkanausbruch

Das von Domenec Torrent, langjähriger Assistent von Erfolgscoach Pep Guardiola unter anderem bei Bayern München, trainierte Team war nach der historischen 0:5-Schlappe am vergangenen Donnerstag beim ebenfalls in Ecuador beheimateten Club Independiente del Valle nicht mehr nach Brasilien zurückgereist, sondern hatte in Guayaquil Station bezogen. Was sich im Nachhinein als keine gute Idee herausstellte.

Denn für den amtierenden Champion der südamerikanischen Königsklasse kam es am Sonntag noch dicker. Das vorgesehene Training in der Stadt an der Pazifikküste musste nach Ausbruch des nahe gelegenen Vulkans Sangay wegen Ascheregens abgesagt werden musste. „Eine unschöne Situation“, sagte Diego, der 2009 mit Werder Bremen den DFB-Pokal gewann. (sid)

Zur letzten Meldung vom 1. Juni 2020:

Ärger um Diego: Ex-Werder-Bremen-Star verstößt gegen Corona-Regeln

Große Aufregung in Brasilien um Diego: Der frühere Superstar von Werder Bremen, der noch bis Ende des Jahres bei Flamengo Rio de Janeiro unter Vertrag steht, ist am Pfingstwochenende aus der durch die Coronavirus-Pandemie bedingten Isolation ausgebrochen.

In Barra da Tijuca, dem noblen Viertel westlich der Metropole, wo die meisten der Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen stattfanden, fuhr der 35-Jährige in Begleitung seiner Ehefrau Bruna Leticia Rad am Strand, zudem noch ohne die auch in Brasilien vorgeschriebene Gesichtsmaske. Ein klarer Verstoß gegen die Quarantäne-Regeln, der in der Öffentlichkeit und auch in Fußballerkreisen heftig kritisiert worden ist.

Werder Bremen: Ex-Star Diego verstößt gegen Coronavirus-Regeln und entschuldigt sich

Dabei handelte Diego so naiv wie in Deutschland zuletzt der Augsburger Trainer Heiko Herrlich, der sein Verlassen des Mannschaftshotels selbst publik gemacht hat. Auch der Ex-Profi von Werder Bremen erlag dem Zauber der sozialen Medien und postete ein Foto von seinem Ausflug an die Küste. Diesen Beitrag löschte er, nachdem der Protest eingesetzt hatte. „Ich entschuldige mich für etwaige Unannehmlichkeiten“ , ließ Diego zudem eiligst eine Stellungnahme von seinem Berater verfassen, die den skandalös angehauchten Vorgang nur unwesentlich abmildern konnte.

Diegos Pfingstausflug konterkariert die Initiative seines Arbeitgebers. Der Traditionsclub Flamengo hat in der letzten Wochen trotz erbitterter Debatten mit den Behörden um den Start des Trainingsprogramms gekämpft. In Vargem Grande, dem neuen Übungszentrum des Meisters, ging es wieder auf den Rasen – entgegen der Protokolle, die die Regionalregierung, die Gesundheitsbehörde von Rio und eine Kommission von Medizinern verfasst haben. Sie würden alle Coronavirus-Regeln einhalten, versicherten die Verantwortlichen des Clubs. Ein wesentlicher Punkt: Die Spieler sollen nur in „extremen Notlagen“ das Haus verlassen.

Ärger um Ex-Werder-Star Diego: Gegenwind für Flamengo Rio de Janeiro in Coronavirus-Krise

Mit seiner unbedachten Radtour ist Diego, übrigens einer von drei Kapitänen bei Flamengo, seiner Rolle als Vorbild in keiner Weise gerecht geworden. Übrigens wie auch aus der aus seinen Gastspielen bei Chelsea und Atletico Madrid bekannte Kollege Filipe Luis, der ebenfalls ausbüxte und sich bei dem strahlenden Pfingstwetter am Strand vergnügte. Beide gab ein schlechtes Beispiel ab im andauernden Kampf gegen das Coronavirus.

Brasilien hat sich längst zu einem Corona-Hotspot entwickelt, beklagt etwa eine halbe Million Fälle und steht damit weltweit nach den USA auf dem zweiten Rang. Rund 30.000 Menschen sind mittlerweile an der Krankheit Covid-19 gestorben. Und ein Ende der Katastrophe ist noch nicht in Sicht. Daher spricht sich die Mehrzahl der Clubs weiterhin gegen einen Neubeginn der Saison aus. Nach dem Ärgernis um Diego wird der Gegenwind für Flamengo, Befürworter eines raschen Starts der Spiele, erheblich zunehmen. (hgk)

Zur letzten Meldung vom 6. Mai 2020:

„Schwachsinn“: Ex-Werder-Star Diego und Co. gegen Liga-Neustart in Brasilien

Auch in Brasilien soll bald wieder Fußball gespielt werden, dabei wird Höhepunkt der Coronavirus-Krise erst im Mai erwartet. Gegen das Vorhaben einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs haben mehrere Spieler protestiert. Unter ihnen: Diego, der ehemalige Star des SV Werder Bremen.

Inmitten der sich zuspitzenden Corona-Pandemie und einer Kontroverse über die Rückkehr des Fußballs hat Internacional Porto Alegre als erster brasilianischer Verein wieder das Training aufgenommen. „Allen Vorschriften und der Sorgfaltspflicht folgend, hat die Mannschaft heute die ersten Einheiten bestritten“, schrieb der Club aus dem Süden Brasiliens am Dienstag auf Twitter. Auf Fotos war zu sehen, wie bei einzelnen Spielern auf dem Trainingsgelände die Temperatur gemessen wurde, sie Lauftraining absolvierten oder Übungen mit Gewichten machten.

Die Wiederaufnahme des Trainings knapp 50 Tage nach der Unterbrechung der Saison ist umstritten, da der Höhepunkt der Pandemie im größten Land Lateinamerikas erst im Mai erwartet wird. Nachdem der rechte Präsident Jair Bolsonaro, der das Coronavirus verharmloste und nichts von Einschränkungen hält, sich kürzlich für eine baldige Rückkehr des Fußballs ausgesprochen hatte, befand das Gesundheitsministerium diese in einem Brief an den Brasilianischen Fußballverband CBF für positiv, wie das Portal „Globoesporte“ berichtete. Die CBF schlägt demnach als Termin den 17. Mai vor.

Werder Bremen-Star Diego schließt sich Protestbewegung gegen Liga-Neustart in Brasilien an

Aus dem brasilianischen Fußball selbst regt sich jedoch Widerstand. „Die Brasilianer lieben Fußball und wollen ihn zurückhaben, uns geht es da genauso. Wir sind alle dafür, wieder zu arbeiten. Aber wir müssen über die Gesundheit aller nachdenken“, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Video mit mehr als einem Dutzend Erstligaspielern, unter ihnen der ehemalige Star des SV Werder Bremen, Diego, von Flamengo Rio de Janeiro. Auch Bürgermeister und Gouverneure, die restriktive Maßnahmen umgesetzt und zuletzt teilweise verlängert haben, sprachen sich dagegen aus.

Belo Horizontes Stadtoberhaupt Alexandre Kalil sagte „ESPN“: „Jetzt an Fußball zu denken ist Schwachsinn.“ Die offizielle Zahl der Corona-Infizierten in Brasilien stieg am Sonntag auf mehr als 100.000, 7485 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus bislang. Krankenhäuser und Friedhöfe sind vielerorts an ihre Grenzen gelangt, das System ist kollabiert. Einige Städte wie Rio de Janeiro, São Paulo oder Brasília setzen nun auf provisorische Kliniken, die auch in Fußballstadien entstanden sind. Im schlimmsten Fall könnte auf dem Rasen der Ball rollen, während nebenan Patienten gepflegt werden. Derweil hat die Politik Werder Bremen und Co. das Go für den Bundesliga-Neustart im Mai gegeben. (dpa)

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