Die neue Serie des SV Werder Bremen: „Ein Jahr zweite Liga – Die Werder Doku“ bietet spannende und exklusive Einblicke hinter die Kulissen des Bundesliga-Aufsteigers, die es in dieser Form noch nie zuvor zu sehen gab.
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Die neue Serie des SV Werder Bremen: „Ein Jahr zweite Liga – Die Werder Doku“ bietet spannende und exklusive Einblicke hinter die Kulissen des Bundesliga-Aufsteigers, die es in dieser Form noch nie zuvor zu sehen gab.

Werder-Doku-Veröffentlichung

Blick durchs Schlüsselloch: SV Werder Bremen gewährt in der Doku „Ein Jahr Zweite Liga“ nie dagewesene Einblicke

Bremen – Die Diskussion im Trainerbüro läuft bereits eine Weile, sie ist kontrovers, und irgendwann bricht es Markus Anfang mit einer direkten Frage auf zwei einfache Möglichkeiten herunter: „Ja oder nein, Baumi?“ Es geht um Ömer Toprak. Kurz nach dem Saisonstart möchte Werder-Cheftrainer Anfang wissen, ob er verlässlich mit seinem Kapitän planen kann. Die Antwort kommt zunächst von Leiter Profifußball Clemens Fritz – und sie ist schonungslos ehrlich. „Wenn ein Verein kommt und auch nur Ömers Gehalt übernimmt, dann müssen wir ihn aus wirtschaftlichen Gründen selbst ohne Ablöse gehen lassen.“ So brisant, so existenzbedrohend ist Werder Bremens Lage im Sommer 2021 – kurz nach dem Abstieg, finanziell am Boden. Das wissen alle Anwesenden im Trainerbüro. Auch Baumann ist klar, dass er wackelt. Nach einem kurzen Moment der Stille sagt er: „Wenn wir Ömer abgeben und dann zwei Spiele verlieren, bin ich weg.“ Schnitt, nächste Szene.

Es sind erstaunlich offene Einblicke wie diese, die der SV Werder Bremen in seiner Doku-Serie „Ein Jahr Zweite Liga“ gewährt. Während der kompletten Zweitligasaison des Vereins waren die Kameras immer dabei, in der Kabine, an der Seitenlinie, am Verhandlungstisch, auf der Massagebank. Herausgekommen ist die filmische Chronik einer der ereignisreichsten Spielzeiten der Clubgeschichte, die es ab Montag beim Sport-Streamingdienst DAZN zu sehen gibt. Die ersten zwei von insgesamt sechs Folgen hat Werder am Donnerstagabend vor geladenen Gästen in der „Umgedrehten Kommode“ vorab präsentiert.

Werder Bremen-Doku gewährt Blicke durchs Schlüsselloch, verzichtet aber auf Hochglanz-Bilder

„In der Doku gibt es viele besondere Momente, gezeigt aus einer Perspektive, die es so noch nie zu sehen gab“, betont Werder-Boss Klaus Filbry, der im Sommer 2021 grünes Licht für das Projekt gegeben hatte. Entstanden war die Idee aus dem Verein selbst heraus. Die 237 (!) Stunden Rohmaterial wurden nahezu ausschließlich vom clubeigenen TV-Team um Markus Biereichel gefilmt und im Anschluss mithilfe der Agentur „Team Nawrot“ sowie der Bremer Filmemacher Fabian Nolte und Henrik Paro veredelt. Auf eine Hochglanzproduktion haben die Macher dabei bewusst verzichtet. Das Bild ruckelt hier und da, auch ist nicht jeder Protagonist immer glasklar zu verstehen. Dem Erlebnis als Zuschauer tut das aber keinen Abbruch, im Gegenteil. Vielmehr verleiht es der Doku einen ungefilterten Charakter, ein hohes Maß an Authentizität, was das Gefühl, hier tatsächlich bei Werder Bremen durchs Schlüsselloch zu blicken, erst so richtig entstehen lässt.

Da ist beispielsweise Niclas Füllkrug, der im Rückblick auf die Saison frei von der Leber weg erzählt, dass er nach der Verpflichtung von Marvin Ducksch darüber nachgedacht hat, den Club zu verlassen. Kurz darauf sieht man den Stürmer im vergangenen Sommer auf der Massagebank liegen, wie er im Spaß „Kauf mich, kauf mich“ in Richtung Kamera ruft – natürlich nicht ahnend, dass er selbst eine der großen Heldengeschichten des Jahres schreiben sollte: vom beinahe Aussortierten hin zum Aufstiegsgarant.

Werder Bremen-Doku enthüllt spannende und pikante Details

Damit passt Füllkrug nahezu perfekt in die Dramaturgie von Saison und Serie, „mit der wir viel Glück gehabt haben“, wie Filbry betont. Abgestiegen, wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand, der Impfpass-Skandal, ein sportlicher Aufschwung, aufgestiegen. „Es fängt ganz schlecht an, dann wird es noch schlechter, und irgendwann wird es etwas positiver. So viel kann ich verraten, dass auch in der Doku am Ende der Aufstieg gelingen wird“, schmunzelt Sportchef Baumann. Im Sommer 2021 hatte er den Filmemachern noch zugesagt, dass sie ihn im Falle seiner Entlassung beim Ausräumen des Büros filmen dürfen. Eine Szene, die Baumann erspart blieb.

Stattdessen sieht man den Ex-Profi mal dabei, wie er sich im Scouting-Programm gerade die Werte von Gladbach-Profi Jordan Beyer ansieht, dann wieder im Gespräch mit Anfang und Fritz, als es um die Deadline-Day-Verpflichtung von Mitchell Weiser geht. Sollen wir das wirklich machen? Passt der Spieler zu uns? Und hat er überhaupt Lust auf Werder Bremen? Nach einem launigen Telefonat zwischen Anfang und dem Leverkusener Profi sowie Leonardo Bittencourts Appell pro Weiser steht binnen Minuten fest: Machen wir! Kurz darauf posiert der Neuzugang im Werder-Trikot vor dem Kabinenspiegel. Gestört haben sich die Profis an der ständigen Kamerabegleitung übrigens nicht. „Die Jungs haben sich so sehr im Hintergrund gehalten, das haben wir kaum wahrgenommen“, berichtet Bittencourt. Auch der neue Cheftrainer Ole Werner, der im Verlauf der Serie nach Anfangs Abgang zur Hauptfigur wird, hat dem Doku-Projekt sofort zugestimmt.

Werder Bremen verdient mit Doku kein Geld - Projekt soll als „Hommage an unsere Fans“ gesehen werden

Den Kontrast zu den zahlreichen intimen Einblicken aus dem Alltag des Vereins bilden während der Doku die Interviews mit direkt oder indirekt Beteiligten. Vor allem Journalist Ralf Wiegand und Fan Maximilian Kamp sorgen mit ihren Einschätzungen für zwei weitere, spannende Perspektiven – gerade weil sie von außen auf Werder Bremen blicken.

Geld verdient der Club mit der Doku laut Filbry übrigens nicht, vielmehr müsse das Projekt als „Hommage an unsere Fans“ gesehen werden. Auch im Falle des verpassten Aufstiegs, das beteuert der Clubchef, wäre das Material gesendet worden – dann aber vermutlich mit etwas weniger Stolz. „So, wie es am Ende gelaufen ist, ist es gut“, betont Bittencourt: „Das Drehbuch hatte echt was von Hollywood.“ (dco)

Zur Sache:

Die ersten zwei Folgen der sechsteiligen Werder-Doku „Ein Jahr Zweite Liga“ sind ab Montag, 25. Juli, beim Streamingdienst DAZN zu sehen. Am 1. und 8. August folgen jeweils zwei weitere Folgen. Auch eine DVD zur Doku ist in Planung. Ob es eine Fortsetzung geben wird, steht noch nicht fest.

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