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Die Werder-Profis Jaroslav Drobny (l.) und Florian Kainz (r.) haben mehr oder minder bekannte Namensvettern.

Von Tennis-Star bis Oscar-Preisträger

Drobny, Kainz und Co.: Diese Werderaner haben berühmte Namensvetter

Bremen - Jaroslav Drobny ist nicht mehr der Jüngste. Für einen Fußballer ist der Torwart von Werder Bremen eigentlich schon im Renten-Alter. Aber 96 Jahre?

So alt ist er nun wirklich noch nicht! Bei der Recherche seines wirklichen Alters kann man bei Google, Wikipedia und Co. schnell mal in eine Falle tappen. Denn es gibt noch einen zweiten Jaroslav Drobny. Beziehungsweise gab.

Jaroslav Drobny, geboren 1921, gestorben 2001, war ein tschechoslowakischer Tennisspieler, gewann in den 1950ern zweimal die French Open und einmal Wimbledon und ist Mitglied der Tennis-Ruhmeshalle. Google kommt da durcheinander. Wenn man den Namen in die Suchmaschine eingab, spuckte sie bis vor Kurzem ein Bild und zwei, drei Sätze zum 38-Jährigen Fußballer aus, darunter aber stand: „Geboren: 12. Oktober 1921. Grand-Slam-Siege (Einzel): 3“. Jaroslav Drobny ist einer von mehreren heutigen und früheren Werder-Profis, die einen mehr oder minder prominenten Doppelgänger haben.

Klar, Namensvetter gibt es so einige, ist bei manchen Allerweltsnamen auch nicht verwunderlich. Robert Bauer ist etwa ein Name, unter dem das Online-Lexikon Wikipedia alleine sechs unterschiedliche Menschen öffentlichen Interesses führt – darunter zwei Politiker, ein Pilzkundler, ein Schachspieler und ein kanadischer Eishockeyspieler. Nicht gelistet, aber vielleicht der erfolgreichste Namens-Doppelgänger des Bremer Rechtsverteidigers ist der Musiker „Robbie“ Bauer. Er war Sänger der Band „The Teens“, der vermeintlich ersten Boygroup Deutschlands, die etwa fünf Millionen Tonträger verkaufte.

Und weil es ungefähr so unendlich viele Musiker wie Fußballer gibt, gibt es auch genug Namensdopplungen. Christian Vander heißt nicht nur der Ex-Keeper und jetzige Torwarttrainer bei Werder, sondern auch ein französischer Sänger und Schlagzeuger von „Magma“, einer der schrägsten Progressive-Rock-Bands der 70er-Jahre. Vander erfand den Planeten „Kobaia“ und die Kunstsprache „Kobaianisch“, begründete das Genre „Zeuhl“. In Frankreich hatte das Erfolg, auch wenn die Studioalben abstrakte Namen hatten wie etwa „Üdü Wüdü“ oder „Emehntehtt-Re“ – die zahlreichen Akzentzeichen mal ausgelassen.

Andreas Herzog: Tödliche Pässe und tödliche Schüsse

Namensvettern gibt es auch im Bereich Film und Fernsehen. Beispiel: Der Österreicher Andreas Herzog hat jahrelang im Werder-Mittelfeld Regie geführt, der deutsche Regisseur Andreas Herzog dreht echte Krimis. „Tatort“ Köln und Dortmund? Passt bei beiden Herzogs – wenn auch bei einem mit tödlichen Schüssen statt tödlichen Pässen.

Der vielleicht erfolgreichste, aber unterschätzteste Mensch, der mit dem Namen eines Bremer Fußballers herumläuft, ist Florian Kainz. Ein Techniker wie der österreichische Fußballer ist der Deutsche auch: Er ist Informatiker – und hat schon vier Oscars gewonnen. Ja, richtig von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Kainz bekam die Preise in den Jahren 1997, 2007, 2010 und 2014 für technische Verdienste. Der Software-Entwickler hat etwa für die Spezialeffekte-Firma von „Star Wars“-Erfinder George Lucas ein Dateiformat entwickelt, mit dem man die Belichtung auf digitalen Bildern bearbeiten kann. Angeblich wären ohne diese Entwicklung Special-Effects in „Harry Potter“ und „Fluch der Karibik“ nicht möglich gewesen.

"Bombenstimmung" -Verlass auf Werders zwölften Mann

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