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Thomas Delaney führt Werder am Samstag erstmals als Kapitän auf den Platz.

Erstmals im DFB-Pokal, erstmals Kapitän

Die doppelte Delaney-Premiere

Bremen - Wenn Werder Bremen am Samstag (20.45 Uhr) in Offenbach auf den Drittligisten Würzburger Kickers trifft, ist es für Thomas Delaney gleich eine doppelte Premiere.

Für den Dänen ist es nicht nur das erste Spiel im DFB-Pokal, sondern auch das erste Pflichtspiel, in dem er das Team als Kapitän anführen wird. Weil sowohl der eigentliche Spielführer Zlatko Junuzovic als auch dessen erster Stellvertreter Niklas Moisander verletzt fehlen, hat plötzlich Delaney die Binde am Arm.

Nicht schlecht für einen, der erst seit einem halben Jahr zur Mannschaft gehört. Er sei auch „sehr stolz auf die Entwicklung, die ich bei Werder genommen habe“, sagt der Mittelfeldspieler, macht aber aus seinem Status als Interimskäpt’n keine große Geschichte: „Es ist ein dickes Kompliment, Kapitän sein zu dürfen. Aber es fühlt sich für mich völlig natürlich an. Ich bin einfach dieser Typ Spieler.“

Ein Anführer eben. Das hat Thomas Delaney schon beim FC Kopenhagen bewiesen. Mit nur 24 Jahren war er Kapitän des dänischen Serienmeisters geworden, führte die Mannschaft zum Titel und in die Champions League. Dann ging er zu Werder – und hat auch dort bislang mit Leistung und einer besonderen Art von Autorität überzeugt. Delaney leitet, und die Kollegen lassen sich von ihm leiten. „Thomas ist immer bereit, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Werder-Sportchef Frank Baumann über den 25-Jährigen.

„Werder hat alles zu verlieren“

Gegen die Würzburger Kickers muss Delaney vor allem eines schaffen: dass niemand im Team denkt, gegen den in diesem Jahr noch sieglosen Zweitliga-Absteiger ginge irgendetwas leichter als gegen höherklassige Gegner. Dabei kennt gerade er diese besondere Pokal-Konstellation gar nicht. In Dänemark steigen die Erstligisten erst verspätet in den Pokal-Wettbewerb ein, die Masse an David-gegen-Goliath-Spielen wie im DFB-Pokal gibt es also nicht.

Delaney ahnt dennoch, dass die Partie in Offenbach zu einer kniffligen Kiste für Werder werden könnte. „Gegen klassentiefere Gegner zu spielen, ist nicht einfach. Die Atmosphäre macht es schwierig. Werder hat alles zu verlieren, Würzburg alles zu gewinnen“, sagt er, fügt aber lachend an: „Trotzdem bin ich lieber Teil des besseren Teams. Wenn wir unser Bestes geben, werden wir der Sieger sein – hoffentlich.“

Thomas Delaney: Seine Karriere in Bildern

Thomas Delaney
Thomas Delaneys Karriere begann beim dänischen Meister FC Kopenhagen. Zunächst spielte er dort viele Jahre in der Jugend, dann schaffte er den Sprung zu den Profis. © i mago
Thomas Delaney
Dort spielte Delaney sogar Champions League (hier im Duell mit Stefan Kießling von Bayer Leverkusen). © imago
Thomas Delaney
Mit dem FCK gewann der Mittelfeldspieler vier Mal die dänische Meisterschaft und vier Mal den Pokal. © imago
Thomas Delaney
Im Januar 2017 wechselte Delaney zum SV Werder Bremen, wo er bis 2021 unterschrieben hat. © Gumz
Thomas Delaney
In der Vorbereitung auf die Rückrunde der Saison 2016/17 konnte sich der dänische Nationalspieler schnell integrieren. © Gumz
Thomas Delaney
Im Testspiel im Trainingslager in Alhaurin el Grande (Spanien) zeigte Delaney erstmals, welche Qualitäten in ihm stecken. © Gumz
Thomas Delaney
Sein Bundesliga-Debüt feierte der Ex-Kopenhagener im Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Werder verlor am Ende mit 1:2. © Gumz
Thomas Delaney
Der Mittelfeldspieler stopfte von Anfang an die Löcher im Bremer Zentrum und übernahm die Rolle eines Führungsspieler. © Gumz
Thomas Delaney
Sein erstes Tor für Werder erzielte Delaney per Freistoß beim 2:0-Sieg gegen Mainz 05... © imago
Thomas Delaney
...und feierte den Treffer anschließend mit seinen Teamkollegen. © Gumz
Thomas Delaney
Wenige Wochen später setzte Delaney einen drauf. Beim 5:2-Sieg gegen den SC Freiburg war der Däne mit drei Treffern und einem Assist der Mann des Spiels. © Gumz
Zur Saison 2017/2018 ist Delaney unumstrittener Führungsspieler. In Abwesenheit von Zlatko Junuzovic und Niklas Moisander führte er die Mannschaft zu Saisonbeginn sogar als Kapitän aufs Feld. © 

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