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Frank Baumann hat nach Viktor Skripnik nun mit Alexander Nouri zum zweiten mal einen Trainer entlassen.

Eine ziemlich kostspielige Geschichte

Werder muss drei Trainer bezahlen

Bremen - Was wurde der Nordrivale Hamburger SV von Bremen aus dafür belächelt, dass er einen Trainer nach dem anderen verbrauchte und dafür tief in die Tasche greifen musste.

Nun hat Werder selbst mehrere Cheftrainer auf der Gehaltsliste, obwohl nur einer gebraucht wird. Aber die Geschäftsführung hatte da vorgesorgt und für den Verein günstige Klauseln in die Verträge verankert.

Viktor Skripnik ist immer noch mit seinem Dienstwagen von Werder unterwegs, ein großer SUV des Automobilpartners. Am Saisonende muss der Ukrainer sein Luxusauto aber abgeben, dann läuft sein Vertrag aus. Der war im Juni 2016 von Sportchef Frank Baumann verlängert worden, um den umstrittenen Coach zu stützen. Der wäre nämlich von Thomas Eichin eigentlich gefeuert worden, doch Eichin musste selbst gehen, Baumann wurde sein Nachfolger.

Der Ex-Profi setzte auf seinen ehemaligen Teamkollegen – und damit auf den faschen Coach. Denn nach nur drei Spieltagen der neuen Saison musste Baumann erkennen, dass es mit Skripnik nicht weitergeht. Das ist natürlich besonders bitter, wenn der Vertrag vorzeitig bis 2018 verlängert worden ist. 900.000 Euro kassierte Skripnik pro Saison, aber nur, wenn er auf der Bank saß. In seinem Kontrakt war eine Klausel eingebaut, die diese Summe nach Beurlaubung fast halbierte.

Ähnlich soll es nun auch bei Alexander Nouri sein. Dessen Vertrag war Ende der vergangenen Saison bis 2019 verlängert worden - inklusive einer satten Gehaltserhöhung auf fast eine Million Euro pro Spielzeit. Doch davon wird Nouri nach seinem Aus wie Skripnik längst nicht alles bekommen.

Drei Trainer auf Gehaltsliste - Baumann sieht es entspannt

Das gesparte Geld braucht Werder für einen neuen Coach. Florian Kohfeldt wäre dabei die günstigste Lösung. Sein Gehalt würde sicherlich angepasst, wäre aber nicht vergleichbar mit dem Salär eines gestandenen Bundesliga-Trainers wie Bruno Labbadia. Ein Kandidat wie Markus Weinzierl hat auf Schalke zuletzt sogar drei Millionen Euro im Jahr verdient.

In jedem Fall muss Werder demnächst drei Trainer bezahlen. „Das ist natürlich nicht optimal“, gesteht Baumann, fügt aber recht entspannt an: „Für das Geld würden wir im Winter auch keine Verstärkung für unseren Kader auf dem Transfermarkt bekommen.“ Das liegt eben auch an den Klauseln in den Verträgen. Ein Trainerwechsel in Bremen ist teuer, aber offenbar nicht so teuer wie in Hamburg.

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