Liefern sich im Moment ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf der linken Abwehrseite des SV Werder Bremen: Marco Friedl und Ludwig Augustinsson.
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Liefern sich im Moment ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf der linken Abwehrseite des SV Werder Bremen: Marco Friedl und Ludwig Augustinsson.

Augustinsson mit durchwachsenem Comeback

Ludwig Augustinsson wieder in der Werder-Startelf, aber das Duell mit Marco Friedl geht weiter

Bremen – Der nächste Anfang ist gemacht für Ludwig Augustinsson. Gegen den VfL Wolfsburg meldete sich der Schwede drei Monate nach seinem letzten 90-Minuten-Einsatz zurück in der Werder-Startelf. Dass er dort aber auch für den Rest dieser sowohl für ihn persönlich als auch für Werder Bremen insgesamt sehr schwierigen Saison verbleiben wird, ist laut Trainer Florian Kohfeldt keinesfalls sicher.

Die Gründe dafür: Zum einen ist Marco Friedl nach wie vor ein starker Konkurrent für Ludwig Augustinsson, zum anderen hat der Linksverteidiger des SV Werder Bremen bei seinem dritten Comeback in der aktuellen Saison nicht überzeugt.

„Seine Leistung war ordentlich bis gut“, urteilte Kohfeldt nach der 0:1-Pleite gegen die „Wölfe“. Dass der Gegner das Siegtor über Augustinssons Seite vorbereitete, ist jedoch ein Makel im Spiel des 26-Jährigen. Dessen Statistik wies am Ende zwar mit 11,9 Kilometern die längste Laufstrecke aller Bremer Spieler auf, dass er aber nur die Hälfte seiner Zweikämpfe gewann, war wiederum kein Ausrufezeichen. Ausbaufähig eben. 

Werder Bremen: Zweikämpfstärke ein Plus für Marco Friedl gegenüber Konkurrent Ludwig Augustinsson

So sah auch Kohfeldt Augustinssons Auftritt und machte dem schwedischen Nationalspieler Druck: „Ich freue mich, dass er das Spiel gut überstanden hat, möchte aber Marco Friedl erwähnen, der es in den vergangenen Wochen sehr ordentlich gemacht hat. Es ist nach wie vor keine Selbstverständlichkeit, dass Ludwig in Paderborn spielt.“

Grundsätzlich spricht für Ludwig Augustinsson dessen größere Offensivqualität. „Das war auch der Grund, weshalb er gespielt hat“, erklärte Kohfeldt nach dem Wolfsburg-Match, „Ludde hatte gute Aktionen nach vorne.“ Die Zweikampfstatistik fiel dagegen ab. Ein Plus für Friedl? Der Österreicher kam in den drei Spielen zuvor durchschnittlich auf 80 Prozent gewonnene Mann-gegen-Mann-Duelle. (csa)

Zur letzten Meldung vom 28. Mai 2020:

Werder-Duell: Weil Friedl so stark ist, lässt Kohfeldt Augustinsson zappeln

Die Hackordnung war immer klar: Wenn er fit und gesund ist, ist Ludwig Augustinsson der Linksverteidiger Nummer eins bei Werder Bremen. Und Marco Friedl nur sein Vertreter. Doch plötzlich gilt das nicht mehr.

Trainer Florian Kohfeldt ist im Begriff, die Hierarchie aufzulösen und erhebt Marco Friedl mindestens zum Mitbewerber auf Augenhöhe. Augustinsson, der nach langer Pause am Samstag gegen Schalke 04 wieder ein Kandidat für die Werder-Startelf sein wird, erhält vom Coach entsprechend keinen Freifahrtschein. „Ich werde ihm keine Einsatzgarantie aussprechen“, so Kohfeldt.

Das soll natürlich keine Kritik an dem Schweden sein, der am Dienstag beim 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach erstmals seit der Coronavirus-Zwangspause wieder im Kader stand. Vielmehr sind Kohfeldts Aussagen als Lob für Friedl zu verstehen. Der Österreicher hatte sich nach einem persönlich schweren Wiederbeginn gegen Leverkusen (1:4) in den Partien gegen Freiburg und Gladbach so sehr gesteigert, dass es eigentlich keinen Grund gibt, ihn nun wieder gegen Augustinsson zu tauschen. Augustinsson stehe deshalb jetzt „im Konkurrenzkampf. Einen Automatismus, dass er spielt, sehe ich nicht“, erklärte Kohfeldt. Friedl, als Notnagel auf der Position gestartet, hat sich also festgebissen.

Werder Bremen: Milos Veljkovic fehlt gegen Schalke 04 

Dennoch sind Veränderungen und Verschiebungen in der Werder-Abwehr gegen Schalke nicht ausgeschlossen. Milos Veljkovic wird am Samstag wegen der fünften Gelben Karte fehlen, ist gesperrt. Deshalb muss in der Innenverteidigung umgebaut werden, und eine Variante wäre es, Friedl als einen von zwei oder drei zentralen Abwehrspielern aufzubieten. Dann wäre Augustinsson automatisch als Linksverteidiger gesetzt.

Kohfeldt ist dankbar für diese neuen Möglichkeiten und hätte den schwedischen Nationalspieler grundsätzlich auch liebend gerne auf dem Platz. „Ich bin sehr froh, dass er wieder dabei ist, weil er uns eine unglaubliche Qualität gibt“, sagte der 37-Jährige. Augustinsson hatte den Re-Start in den Spielbetrieb wegen muskulärer Probleme verpasst, aber schon gegen Gladbach wäre ein Einsatz möglich gewesen, „Ludde“ blieb aber auf der Bank. „Es hätte bei ihm sicher für 45 bis 60 Minuten gereicht“, meint Kohfeldt, „aber die Situation, ihn zu bringen, hat sich nicht ergeben, weil Marco wieder ein sehr gutes Spiel gemacht hat.“

Es war für den 22-Jährigen im 27. Saisonspiel der 21. Einsatz – nur vier davon absolvierte er als Innenverteidiger, Seiner Stammposition. Bei allen anderen Partien spielte er auf der Seite, um den oft verletzten Augustinsson (Knie-OP, Muskelfaserriss) zu vertreten. Der 26-Jährige kommt in der laufenden Saison lediglich auf neun Partien. Und nun muss er kämpfen, um sich seinen Stammplatz zurückzuholen. (csa)

Zur letzten Meldung vom 24. Mai 2020

Kampf und Leidenschaft - Friedl ein Sinnbild des Werder-Wandels

Freiburg – Es lief die 19. Spielminute im Spiel zwischen dem SC Freiburg und Werder Bremen, als Leonardo Bittencourt den Ball zum Tor des Tages ins Netz schmetterte. Wunderschön und präzise. Zuvor hatte Davy Klaassen die Vorlage geliefert – mit einem Pass, der nicht minder schön und genauso präzise gewesen war.

Obwohl Vollstrecker und Vorbereiter dafür allen Applaus verdient hatten, war doch ein anderer so etwas wie der Vater des Bremer Siegtreffers: Marco Friedl. Aber nicht etwa, weil in der Entstehung des Treffers bei ihm ebenfalls alles wunderschön und perfekt gewesen wäre, sondern weil er mit dem, was das Spiel des SV Werder Bremen an diesem Tag weit mehr ausmachte als Präzision und Brillanz, die Grundlage für das Tor gelegt hatte: mit Kampf.

Am linken Eck des eigenen Strafraums hatte Friedl mit rustikalem Körpereinsatz den Ball erobert. Doch Sekundenbruchteile später wäre das Spielgerät beinahe schon wieder weggewesen, weil der Österreicher es sich zu weit vorgelegt hatte. Scheinbar. Doch Marco Friedl rettete nach einem Doppelpass mit Rashica den Ball, spielte weiter zu Klaassen. Eine Weltklasseaktion? Mitnichten. Eigentlich sogar eher hölzern und dahingestolpert, aber gerade deshalb auch ein wenig sinnbildlich für die Bremer Leistung im Breisgau. 

Werder Bremen: Marco Friedl Sinnbild für den Auftritt gegen den SC Freiburg

Glanzvoll war es in der Gesamtheit nicht gewesen, aber so wie Friedl in dieser 19. Spielminute alles gegeben hatte, so war es der gesamten Mannschaft gelungen. „Volle Emotionalität, volle Mentalität“ habe das Team gezeigt, lobte Coach Florian Kohfeldt später. Das war der große Unterschied zum 1:4 gegen Bayer Leverkusen fünf Tage zuvor gewesen.

Bei keinem anderen Spieler war der Wandel so deutlich gewesen wie bei Friedl. Gegen Leverkusen hatte er auf der linken Abwehrseite noch mehrfach sehr schlecht ausgesehen, gegen Freiburg lief ihm aber kein Gegenspieler davon und deshalb vieles besser für den Österreicher. Die Krönung wäre gewesen, wenn Marco Friedls Solo in den Freiburger Strafraum das 2:0 gebracht hätte (48.). Was er in den Tagen zwischen den Spielen mit dem 22-Jährigen gemacht habe, wurde Coach Kohfeldt hinterher gefragt. „Nichts“ war die Antwort: „Ehrlich gesagt habe ich nicht mal mit ihm geredet.“

Werder Bremen: „Marco Friedl hat ein sehr ordentliches Spiel gemacht“

Aus Sicht des Coaches war das auch gar nicht nötig. Er hatte Marco Friedls Leistung gegen Leverkusen nicht so schlecht gesehen, als dass er sich den Linksverteidiger explizit hätte zur Brust nehmen müssen. Genausowenig wollte Kohfeldt Friedl nach dem Freiburg-Match aus dem Kollektiv hervorheben. Nur soviel sagte er: „Marco Friedl hat ein sehr ordentliches Spiel gemacht. Mein Vertrauen in den Jungen ist da.“

Vielleicht muss ihn der Coach am Dienstag im Werder-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr) dennoch ersetzen. Friedl schied am Samstag kurz vor dem Abpfiff nach einem Ausfallschritt mit muskulären Problemen im Oberschenkel aus. Diagnose noch unklar: „Es ist schmerzhaft. Ich hoffe und denke aber, dass es nichts Schlimmes ist“, meinte Friedl.

Update (25. Mai 2020): Marco Friedl ist einsatzfähig und könnte am Dienstag wieder in der Werder-Startelf gegen Borussia Mönchengladbach stehen. (csa)

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