Michael „MegaBit“ Bittner wurde bereits 2019 und 2020 Deutscher Club-Meister mit dem SV Werder Bremen.
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Michael „MegaBit“ Bittner wurde bereits 2019 und 2020 Deutscher Club-Meister mit dem SV Werder Bremen.

Werder-E-Footballer spielen um Deutsche Meisterschaft

Werbeträger auf Titeljagd: Werders E-Sportler bei Deutscher Meisterschaft ausgeschieden

Bremen – Für Werder geht es um viel, genauer gesagt um nicht weniger als den Deutschen Meistertitel. Zwar nicht im realen Fußball, dafür aber auf der Spielekonsole. Am Wochenende steigt die VBL Club Championship, acht Teams greifen nach der Schale, die schon zwei Mal nach Bremen wanderte. Und es nach einer Enttäuschung im Vorjahr jetzt ein drittes Mal tun soll – dafür hat der Verein schließlich einiges getan. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Update vom 27. März 2022: Die E-Sportler des SV Werder Bremen sind bei der VBL Club Championship in der Gruppenphase ausgeschieden. Die Grün-Weißen wurden in ihrer Gruppe B hinter dem FC St. Pauli und RB Leipzig nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses Tabellendritter, Vierter wurde der Hamburger SV. Max Gröne, Ali Oskoui Rad und Fabio Sabbagh bezwangen St. Pauli mit 6:3, trennten sich 4:4-Unentschieden vom HSV und verloren mit 2:5 gegen RB Leipzig.

Weiter mit der ersten Meldung:

„Wir haben im Sommer vieles kritisch hinterfragt und einiges verändert“, sagt Dominik Kupilas, der bei Werder Bremen als Leiter Business Development und eSports agiert. „Wir haben im Kader etwas verändert, einen Trainer geholt und nun eine Sportpsychologin an unserer Seite. Auch arbeiten wir sehr eng mit dem Koch unserer Bundesligamannschaft zusammen.“ Nichts, aber auch wirklich gar nichts soll dem Zufall überlassen werden.

Und das mag durchaus verwundern. Warum engagiert sich ein Club, der nachweislich große finanzielle Probleme hatte beziehungsweise hat und nach dem sportlichen Abstieg der Profifußballer vor einer ziemlich ungewissen Zukunft stand, derart intensiv für ein virtuelles Nischenprodukt? „Es wurde alles ein Stück weit hinterfragt, das ist auch völlig normal, wenn man aus der Bundesliga absteigt“, sagt Dominik Kupilas. „Im E-Sport war aber nicht die Frage, ob wir es überhaupt weitermachen wollen, sondern wie wir es mit den Abstrichen wie in allen Bereichen machen.“ Und der Verantwortliche des SV Werder Bremen betont: „Dass wir es nicht weitermachen, war für uns keine Option – auch im vergangenen Sommer nicht.“

Werder Bremen: E-Football soll kein Nischenprodukt sein - „Erfolge tragen dazu bei, dass man mehr Akzeptanz erfährt“

Am Osterdeich wird E-Football nämlich keineswegs als das erwähnte Nischenprodukt betrachtet, sondern vielmehr als Chance zur Stärkung der Marke Werder Bremen. „Es ist nicht zu verhehlen, dass Erfolge dazu beitragen, dass man mehr Akzeptanz erfährt“, sagt Dominik Kupilas. „Wir hatten aber das große Glück, dass wir uns nie Sorgen um die Akzeptanz machen mussten und müssen – auch, weil wir von Anfang an Erfolge hatten und Aufmerksamkeit bekommen haben.“ Als das Projekt eSports bei Werder vor knapp vier Jahren begann, sicherte sich der Verein direkt die Dienste zweier echter Größen der Szene: Mohammed „Mo Auba“ Harkous und Michael „MegaBit“ Bittner. Beide räumten in der Folge als Solisten und im Team ab, trugen damit den Namen SV Werder Bremen auf ihre Weise hinaus in die Welt.

„Als wir 2018 eingestiegen sind, haben wir gesagt, dass der Umsatz nicht das primäre Ziel ist“, erinnert sich Dominik Kupilas. „Wir hatten aber von Anfang an das Glück, dass wir uns selbst getragen haben. Inzwischen ist es so, dass wir auch Umsätze damit generieren.“ Bei genauen Zahlen wird der Verantwortliche des SV Werder Bremen dann allerdings schweigsam, meint lächelnd nur: „Es ist selbstredend, dass ich jetzt nicht über genaue Zahlen spreche.“ Für den Laien macht das die Bedeutung der ganzen Sache nicht unbedingt einfacher. „Das stimmt – und das ist vielleicht auch ganz gut so“, meint Kupilas schmunzelnd.

Werder Bremen: E-Footballer kämpfen um die Deutsche Meisterschaft - 65.000 Euro im Preispool

Auch bei der Deutschen Club-Meisterschaft am Wochenende geht es ums Geld, erstmals existiert ein Preispool von 65.000 Euro. Für den SV Werder Bremen ist jedoch die Titeljagd selbst der entscheidende Aspekt. „Das sind genau die Momente, auf die man hinarbeitet. Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich auf dieses Event freue“, sagt Werders E-Sportler Fabio „Fifabio97“ Sabbagh, der mit seinem Team den großen Triumph anvisiert. „Unser Ziel ist immer das bestmögliche Ergebnis – und wenn wir auf das Wochenende blicken, dann ist das bestmögliche Ergebnis, Deutscher Meister zu werden.“ Und das, na klar, würde auch der Marke Werder guttun. (mbü) Schon gelesen? Neue Marktwerte: Werder stellt die beiden Top-Gewinner - und den größten Verlierer in der 2. Bundesliga!

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