Bisher reichte es für Johannes Eggestein nur zu einem Sechs-Minuten-Auftritt gegen den FC Bayern.
+
Bisher reichte es für Johannes Eggestein nur zu einem Sechs-Minuten-Auftritt gegen den FC Bayern.

Er gilt derzeit als größtes Werder-Talent

Das Eggestein-Rätsel: Vertrauen ja, Einsätze nein

Hamburg - Markus Gisdol hatte die Traute. Im Nordderby gegen Werder Bremen stellte der HSV-Trainer überraschend die beiden Jungspunde Tatsuya Ito (20) und Vasilije Janjicic (18) auf.

Für den Japaner Ito war es die Startelf-Premiere in der Bundesliga, für den defensiven Mittelfeldspieler Janjicic erst der dritte Einsatz von Beginn an. Kurz vor Schluss kam dann auch noch Sturm-Talent Jann-Fiete Arp (17) zu seinem Bundesliga-Debüt. 

Das Projekt „Jugend forscht“ wurde zwar nicht mit einem Sieg belohnt, dennoch erntete Gisdol für seinen Mut viel Respekt. Speziell vom wieselflinken und nur 1,66 Meter großen Ito waren die Fans begeistert. Als der U23-Spieler aus der Regionalliga nach 53 Minuten mit Krämpfen runter musste, gab es von den Tribünen standing ovations für den Linksaußen. 

Auch Gisdol war hin und weg: „Es ging mir wie dem Publikum. Ich dachte: Gib Ito den Ball, der hat Aktionen! Das war klasse. Er hat sich in die Herzen der Fans gespielt.“

Warum lässt Nouri sein Talent nicht von der Leine?

Und Werder? Bei den Bremern saß in Johannes Eggestein (19) einer aus der gleichen Altersklasse wie Ito, Janjicic und Arp auf der Bank und wartete einmal mehr darauf, zu einem echten Einsatz zu kommen. Bisher reichte es nur zu einem Sechs-Minuten-Auftritt gegen den FC Bayern (0:2). Obwohl Werder in der Offensive größte Probleme hat, obwohl Fin Bartels keinen guten Tag hatte und obwohl „Jojo“ Eggestein als das derzeit größte Bremer Talent gilt, lässt Nouri ihn einfach nicht von der Leine. Warum? Es ist ein Rätsel.

Werder-Talent Johannes Eggestein bekommt Vertrauen, aber keine Einsätze von Chef-Coach Nouri.

„Seine Situation wird kommen“, sagt Nouri zwar, doch wie diese Situation aussehen muss, sagt er nicht. Stattdessen immer wieder die Beteuerungen, dass der U21-Nationalspieler große Qualitäten habe. „Wir haben großes Zutrauen in Johannes und sind total von ihm überzeugt“, erklärt Nouri. 

Manchester United hatte Eggestein auf dem Zettel

Umso größer die Verwunderung, dass er ihm in Spielen wie gegen den HSV oder eine Woche zuvor gegen Freiburg (ebenfalls 0:0) nicht einfach mal reinwirft und die eigene Überzeugung auch durch Einsätze dokumentiert. Aber beide Mal bekam Izet Hajrovic, ein Flügelspieler, den Vorzug vor Eggestein, dem Mittelstürmer. Erklärung Nouri: „Wir wollten mehr Tempo im Umschaltspiel haben, Izet kann Situationen auch mal im Sprint lösen. Deshalb haben wir uns für ihn entschieden.“

Aber Eggestein kann Tore schießen. Jedenfalls gilt das als seine Kernkompetenz, deshalb hatte ihn vor einem Jahr neben vielen anderen Clubs auch Manchester United auf dem Zettel. Doch Werder kämpfte um sein Supertalent, stattete Eggestein mit einem guten Vertrag und einem Versprechen aus. „Du machst deinen Weg bei uns“, lautete dieses Versprechen. Wann es eingelöst wird, entscheidet Nouri.

Die Brüder und Werder-Profis Maximilian (l.) und Johannes Eggestein.

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare