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Wie geht es nach der Saison weiter mit Alexander Nouri?

Kommentar zu Nouris Vertragsverhandlungen

Eine vernünftige Entscheidung

Ein Kommentar von Björn Knips. Drei Siege in Folge – da werden sie an anderen Bundesliga-Standorten schon mal schwach. Es bricht dann die große Euphorie aus, der Abstiegskampf wird vergessen und der Trainer gefeiert.

Gerne folgt eine vorschnelle Vertragsverlängerung mit dem vermeintlichen Retter – möglichst langfristig, damit es später schön teuer wird . . . In Bremen ist das anders. Und das hat mehrere Gründe. Von Euphorie ist nämlich trotz der Siegesserie keine Spur. Dafür war zu viel Glück im Spiel – und diese erste katastrophale Halbzeit gegen Darmstadt will einfach nicht aus den Köpfen verschwinden. Trainer Alexander Nouri bleibt umstritten. Die Frage, ob er eine Mannschaft weiterentwickeln kann, hat er immer noch nicht beantwortet.

Sportredakteur Björn Knips

Außerdem würde eine Verlängerung zum aktuellen Zeitpunkt die im Abstiegskampf dringend nötige Handlungsfähigkeit einschränken. Verliert Werder vier Mal am Stück, muss wohl doch ein neuer Impuls her. Ein Traditionsclub darf nichts unversucht lassen, um nicht abzusteigen. Wie stünde dann Sportchef Frank Baumann da, wenn er wenige Wochen zuvor erst den Vertrag mit Nouri verlängert hätte? Ein ähnliches Missgeschick ist ihm schon bei Viktor Skripnik unterlaufen. Baumann bezeichnet es inzwischen selbst als Fehler, den Vertrag mit dem Ukrainer vor der Saison bis 2018 verlängert zu haben. Nach drei Spieltagen wurde Skripnik gefeuert. 

Baumann hat daraus gelernt. Er lässt Nouri zappeln – mit dessen Zustimmung. Dem Coach bleibt auch gar nichts anderes übrig. Es ist seine einzige Chance, in der Bundesliga zu bleiben. Mit einem erfahrenen Trainer wäre so ein Szenario nicht möglich gewesen, der hätte aufbegehrt. Mit Nouri geht das. Aber warum geht es mit Nouri bei einem Klassenerhalt nicht automatisch weiter? Weil den Verantwortlichen schlichtweg die Überzeugung fehlt.

Deshalb haben sie keinen neuen Vertrag als Erfolgsprämie ausgelobt, sondern nur ein Gespräch. Vielleicht sagt der Sportchef ja dann „Danke Alex für den Klassenerhalt, aber Tschüss“, wie es Vorgänger Thomas Eichin mit Skripnik geplant hatte. Baumann lässt sich alle Türen offen – und das ist absolut vernünftig. Genauso wie das Thema erstmal durch die klare Ansage zu beerdigen. Der Abstiegskampf erfordert volle Konzentration.

Quelle: kreiszeitung.de

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