Martin Kobylanski von Eintracht Braunschweig beim Torjubel.
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Martin Kobylanski wurde einst bei Werder Bremen ausgebildet. Jetzt wurde er für Eintracht Braunschweig zum Pokalheld.

Erste Runde im DFB-Pokal

Martin Kobylanski - einst eine Werder-Hoffnung, jetzt ein Pokalheld

Braunschweig/Bremen – Drei Tore gegen Hertha BSC – es versteht sich von allein, dass der SV Werder Bremen einen, der so etwas kann, am kommenden Wochenende liebend gerne in seinen Reihen hätte. Dann starten die Bremer mit einem Heimspiel gegen die Berliner in die neue Bundesliga-Saison. Und vielleicht findet sich dann jemand, der das Kunststück wiederholt, das Martin Kobylanski am Freitagabend für Eintracht Braunschweig gelungen war.

Beim 5:4 Pokalcoup des Zweitliga-Aufsteigers über den selbst ernannten „Big City Club“ hatte Martin Kobylanski drei Treffer erzielt. Bremer Schule eben, möchte man meinen. Denn der 26-Jährige wurde einst beim SV Werder Bremen ausgebildet, kam im grün-weißen Dress sogar zu acht Bundesliga-Einsätzen.

Es war der 21. September 2013, als Werder-Trainer Robin Dutt den jungen U23-Stürmer überraschend im Nordderby beim Hamburger SV in die Startelf beorderte. Erster Erstliga-Einsatz, dann gleich von Anfang an – Kobylanski wusste gar nicht, wie ihm geschah. Aber weil Werder Bremen in den ersten fünf Saisonspielen kein einziges Stürmertor gelungen war, probierte Dutt es 2014 eben mit dem 19 Jahre alten Debütanten. Die Torlosserie der Angreifer beendete dann zwar Nils Petersen mit einem Doppelpack zum 2:0-Sieg, Kobylanski durfte sich aber auch über ein Lob freuen. „Er hat frischen Wind reingebracht“, sagte Dutt.

Werder Bremen: Martin Kobylanski wurde von einem auf den anderen Moment zum Hoffnungsträger

Allerdings: Es war nur eine Brise, wie sich herausstellen sollte. Denn Kobylanski, der von einem Moment auf den anderen zum Hoffnungsträger geworden war, behauptete sich nicht in Bremen. Es folgten noch sieben weitere Bundesliga-Auftritte (alle nach Einwechslungen), ehe der Sohn des ehemaligen Bundesliga-Profis Andrzej Kobylanski im Sommer 2014 zu Union Berlin wechselte.

Dieser Transfer ist auch ein Grund, weshalb „Kobys“ Dreierpack gegen Hertha nicht nur in Braunschweig, sondern auch in der Hauptstadt abgefeiert wird – nur von den „Eisernen“ natürlich. „Ich habe auch von ganz vielen Köpenickern und Eisernen schon Glückwünsche bekommen. Ich hatte eine schöne Zeit bei Union“, sagte der Pokalheld der Eintracht nach dem 5:4, das für ihn sogar die Pokal-Premiere war: „Mein erstes DFB-Pokalspiel. Ich denke, das werde ich nicht so schnell vergessen“, sagte Kobylanski und fuhr am Tag darauf erstmal der blamierten Hertha hinterher in die Hauptstadt, um seine Schwester zu besuchen: „Sie wohnt gefühlt nur 500 Meter von der Alten Försterei entfernt.“

Werder Bremen: Kehrt Ex-Profi Andrzej Kobylanski zurück in die Bundesliga?

Und wer weiß? Vielleicht gibt es für den gebürtigen Berliner sogar noch mal ein Comeback bei Union. Oder einen Wechsel zu einem anderen Erstligisten. Denn die Gerüchte, dass der Braunschweiger Pokalheld von höherklassigen Teams umworben wird, halten sich hartnäckig. Kobylanski hatte in der vergangenen Saison mit 18 Toren und neun Assists schließlich maßgeblichen Anteil am Aufstieg von Eintracht Braunschweig gehabt. Der Mann ist interessant für andere, und der Dreierpack gegen Hertha hat das garantiert noch verstärkt. Kobylanski gab sich bei diesem Thema aber zugeknöpft. „Es wäre nicht schlau, wenn ich das jetzt kommentiere. Das lasse ich alles auf mich zukommen“, sagte er. (csa)

Verfolgt das DFB-Pokalspiel des SV Werder Bremen gegen Atlas Delmenhorst im Liveticker der DeichStube.

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