Eintracht Frankfurts Manager Markus Krösche freut sich im DeichStube-Interview auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Club Werder Bremen.
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Eintracht Frankfurts Manager Markus Krösche freut sich im DeichStube-Interview auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Club Werder Bremen und lobt explizit dessen Spielweise.

DeichStube-Interview vor Werder gegen die SGE

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche im Interview: „Ich mag die Art des Fußballs von Werder“

Frankfurt – Spiele in Bremen sind für Markus Krösche auch immer eine Rückkehr: Denn der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt hat von 1996 bis 2001 das Trikot des SV Werder Bremen getragen – erst in der Jugend, dann bei den Amateuren. Profi wurde er beim SC Paderborn, für den der gebürtige Hannoveraner 193 Mal in der 2. Liga spielte.

Dort wurde Markus Krösche dann auch Geschäftsführer Sport, arbeitete anschließend bei RB Leipzig und ist seit Juni 2021 bei Eintracht Frankfurt tätig. Vor dem Duell mit Werder Bremen (Sonntag, 17.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) macht der 41-Jährige seinem Ex-Club im Interview mit der Deichstube viele Komplimente, prophezeit den Klassenerhalt und äußert sich sehr kritisch zum Thema Video-Schiedsrichter.

Schlägt Ihr Herz immer noch für Werder Bremen, Markus Krösche?

Natürlich beobachte ich den Club nach wie vor, ich war schließlich fünf Jahre dort und habe noch viele Freunde rund um den Verein. Dass Werder nun wieder in der Bundesliga dabei ist, freut mich sehr.

Wenn jemand vor dem Saisonstart spekuliert hätte, dass Aufsteiger Bremen nach drei Spieltagen mehr Punkte auf dem Konto hat als der Europa-League-Gewinner Frankfurt, was hätten Sie ihm gesagt?

Das passiert im Fußball. Werder hat es gut gemacht bislang, speziell bei der Partie in Dortmund. Die Bremer sind auch souverän und verdient aufgestiegen, hatten und haben eine gute Mannschaft. Wir sind mit unser Punktausbeute nicht zufrieden.

Kehren Sie unter diesen Vorzeichen am Sonntag mit gemischten Gefühlen ins Weserstadion zurück?

Nein, Ich freue mich immer wieder, wenn ich dorthin zurückkomme. Früher mit Leverkusen oder Leipzig, nun mit Frankfurt.

Eintracht Frankfurts Manager Markus Krösche: „Ich freue mich immer wieder, wenn ich zu Werder Bremen zurückkomme“

Was hat Sie am Blitzstart der Bremer am meisten überrascht bisher?  

Wie schon betont: Die Mannschaft, die den Aufstieg geschafft hat, war schon stark. Die Jungen, die Sie nun dazu geholt haben, bringen weitere Qualität mit. Und mit Ole Werner hat Werder einen sehr guten Trainer. Entsprechend ist es für mich keine allzu große Überraschung, wie sich die Elf aktuell präsentiert.

Was zeichnet den Trainer Ole Werner aus?

Schon in Kiel hat er exzellente Arbeit geleistet. Ich finde, dass er einen sehr mutigen Fußball spielen lässt, eine klare Struktur in seinem Spielstil verfolgt. Ich kann sehr durchgängige Prinzipien erkennen, was enorm wichtig ist. Ich mag die Art und Weise des Fußballs, wie er Fußball spielen lässt. Und zudem, so weit ich das von außen beurteilen kann, ist er in der Lage, den Spielern seine Ideen sehr gut zu vermitteln.

Hatten Sie erwartet, dass Werner auch in der 1. Liga an seinem Offensivfußball festhält?

Das ist sehr mutig, dieses Verhalten zeichnet ihn aus. Ich finde dies lobenswert. Möglicherweise ist dies auch ein Faktor für den guten Start.

Ihr Kollege Frank Baumann ist nach dem Abstieg heftig in die Kritik geraten. Nach dem direkten Wiederaufstieg und der gelungenen Transferpolitik in diesem Sommer bekommt er viel Lob. Wie beurteilen Sie seine Arbeit?

Ich schätze „Baumi“ sehr und glaube, dass er einen guten Job macht. Gemeinsam mit Clemens Fritz hat er das große Ziel erreicht, den Club direkt wieder in die höchste Spielklasse zu führen. 

Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt - Markus Krösche: „Frank Baumann macht einen guten Job“

Zur Eintracht: Saisonübergreifend sind die Frankfurter seit elf Ligaspielen ohne Sieg.

Das ist eindeutig zu viel.

Glauben Sie, dass die Mannschaft nach dem eher schleppenden Beginn nun den Schalter umlegen kann?

Die zu geringe Punktausbeute ärgert uns natürlich, zumal wir große Möglichkeiten hatten, mehr Punkte zu holen. Sicherlich sind wir in vielen Bereichen noch nicht da, wo wir hin wollen. Doch wir sind überzeugt von der Mannschaft, von jedem einzelnen Spieler, vom Trainerteam, das tagtäglich an den Dingen arbeitet, die Wende zu bewerkstelligen. Ich bin sicher, dass das sehr bald auch in Siege mündet.

Die Dreifachbelastung kennt die Truppe aus der letzten Spielzeit. Doch die Champions League ist nochmals etwas anderes als die Europa League, oder?

Sicher, die Königsklasse ist noch mal eine ganz andere Nummer, weil alles intensiver ist. Es herrscht ein noch höheres Tempo. Die physische Belastung und das spielerische Niveau sind ebenfalls höher. Wir haben uns darauf eingestellt und den Kader entsprechend aufgestellt, uns in der Bereite verstärkt und erfahrene Akteure verpflichtet. In drei Wettbewerben müssen wir auf hohem Niveau rotieren können.

Ist Ihnen mit der Rückholaktion von Mario Götze nach Deutschland der Coup in diesem Transfersommer gelungen?

Mario hat eine gewisse Qualität, die uns hilft und die dazu beitragen soll, unsere Ziele zu erreichen. Er ist zudem ein richtig guter Junge, wir sind froh, dass er bei uns ist. Mario ist aber nicht allein verantwortlich für den Erfolg oder Misserfolg, obwohl er ein ganz wichtiger Spieler im Aufgebot ist.

So seht Ihr Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt live im TV und im Live-Stream!

Wechsel? Markus Krösche von Eintracht Frankfurt stellt klar: „Wir hatten nie die Idee, Kevin Trapp abzugeben“

Wie wichtig war es, dass Kevin Trapp das Angebot von Manchester United abgelehnt hat und bei der Eintracht bleibt?
 
Wir wissen ja, was wir an Kevin haben und dass er sich hier wohl fühlt. Wir hatten nie die Idee, ihn abzugeben. Von daher sind wir froh, dass er weiter den Weg mit Eintracht Frankfurt gehen will.

Die Transferperiode dauert noch bis Mitte nächster Woche. Wird noch viel auf dem Markt passieren?

Es ist meist so, dass es an den letzten Tagen heiß hergeht. Man wird sehen. Ich kann aber versichern, dass bei uns nicht mehr viel passieren wird.

Die Premier League hat schon jetzt einen neuen Rekord aufgestellt, was die Transferausgaben anbelangt: Mitte der Woche waren es 1,72 Milliarden Euro für 107 Neuverpflichtungen – und Chelsea und Manchester United sind noch nicht am Ende ihrer Planungen …

… es ist eine andere Welt auf der Insel, da können wir nicht im Ansatz mithalten.

Thema VAR: Die Eintracht war in der noch jungen Saison gleich zwei Mal Leidtragender des Videoschiedsrichters.

Leider war es so.

Eintracht Frankfurts Manager Markus Krösche glaubt fest an Klassenerhalt des SV Werder Bremen: „Davon bin ich überzeugt“

Der Schalke Kollege Rouven Schröder hat zum fünften Geburtstag ironisch „gute Besserung“ gewünscht. Wie fällt Ihre Gratulation zu diesem Ehrentag aus?

Wir müssen an dieses Projekt noch mal ran, es enorm verbessern. Es muss weniger Eingriffe geben, die Regularien müssen klar definiert werden. Es besteht noch viel Nachholbedarf. Das Vorgehen des VAR schwächt momentan die Schiedsrichter. Das ist aus meiner Sicht das große Problem.

Ist dies auch der Grund dafür, dass die Leistungen der Bundesliga-Referees, um es mal höflich auszudrücken, Woche für Woche nicht gerade berauschend sind?

So würde ich es nicht formulieren, aber die Videoassistenten verunsichern durch ihr ständiges Eingreifen die Schiedsrichter. Bei der UEFA und der FIFA ist es klar geregelt: eher weniger als zu viel. Bei uns ist es aktuell genau umgekehrt.

Es soll mit den Vereinen besprochen werden, dass das Eingreifen des VAR für das Publikum im Stadion transprarenter durch Zeigen der Szenen auf dem Videowürfel oder der Anzeigetafel gemacht wird. 

Das ist für mich nicht das Thema. Wichtiger ist für mich, wie bereits erwähnt, dass der VAR wieder eine klare Hilfestellung für die Schiedsrichter wird und keine Verunsicherung auf dem Platz verursacht.

Letzte Frage zum Gegner Werder: Wird der Klassenerhalt geschafft?

Davon bin ich überzeugt.

Interview: Hans-Günter Klemm  

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