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Danny da Costa von Eintracht Frankfurt erwartet gegen Werder Bremen ein ausgeglichenes Spiel.

Klemm-Brett vor Werder-Gastspiel in Frankfurt

Frankfurts Danny da Costa im Interview: „Werder bringt immer eine starke Mannschaft auf den Platz“

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Expertise rund um den SV Werder Bremen, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 7. Spieltag geht es um Eintracht Frankfurt.

Danny da Costa hat sich in der letzten Saison profiliert. Der 26-Jährige, der 2017 von Bayer Leverkusen nach Frankfurt gekommen war, rückt sogar in den Fokus der Nationalelf. In dieser Spielzeit glänzt der Offensiverteidiger bislang weniger, zählt nicht mehr unbedingt zur ersten Elf. Der Eintracht-Profi, der Erfahrung aus 83 Erstliga-Begegnungen aufweist, spricht über den Start von Eintracht Frankfurt und analysiert Werder Bremen.

Wie sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden, Danny da Costa?

Ich denke wir sind ganz gut in die Saison gestartet. Wir sind im Pokal eine Runde weitergekommen, haben zehn Punkte in der Liga geholt und haben in der Europa League das Weiterkommen noch selbst in der Hand.

Kann die Eintracht an die internationalen Erfolge aus der Vorsaison anknüpfen?

Natürlich haben wir uns das erste Heimspiel gegen Arsenal alle ein bisschen anders vorgestellt, wobei ich auch dazu sagen muss, dass das 0:3 doch ein bisschen zu hoch ausgefallen war. Ich bin dennoch überzeugt davon, dass wir genug Qualität in der Mannschaft haben, um auch in dieser Saison international eine gute Rolle zu spielen.

Der erste Sturm mit Jovic/Haller/Rebic hat die Eintracht verlassen. Kann dieses Manko kompensiert werden?

Wir sehen das nicht als Manko, sondern vielmehr als Chance zu beweisen, dass wir auch im letzten Jahr schon mehr waren als nur die Drei. Natürlich hat das Trio fantastische Qualitäten, aber auch unsere jetzigen Stürmer können sehr gefährlich sein. Sie haben alle bereits wichtige Tore erzielt in dieser Saison.

Vor einigen Wochen wurde Ihr Name thematisiert, wenn es um die Nationalelf ging. Nun haben Sie, so scheint es, Ihren Stammplatz im Club nicht mehr sicher. Wie gehen Sie mit dieser Entwicklung um?

Einen wirklich sicheren Stammplatz im Verein haben außer Lionel Messi und Cristiano Ronaldo wohl kaum noch andere Fußballer auf der Welt. Wir rotieren in dieser Saison deutlich mehr, als es noch im letzten Jahr der Fall war. Fakt ist: Ich möchte so viel spielen wie möglich. Daher versuche ich mich im Training immer bestmöglich zu präsentieren und so anzubieten.

Werder ist nach den vielen Ausfällen noch nicht so eingespielt. Ist die Eintracht im Heimspiel daher der haushohe Favorit?

Ich sehe uns jetzt nicht als haushohen Favoriten, weil Werder in meinen Augen immer eine sehr starke Mannschaft auf den Platz bringt. Sicher haben die vielen Ausfälle wehgetan und auch dafür gesorgt, dass man noch nicht so eingespielt ist. Aber dennoch denke ich, dass wir ein Spiel auf Augenhöhe haben, in dem jeder Fehler bestraft wird.

Wo erwarten Sie die Bremer in dieser Spielzeit?

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Bremen in dieser Saison um die internationalen Plätze mitspielen wird.

Verfolgt das Spiel von Werder Bremen bei Eintracht Frankfurt ab 18 Uhr im DeichStube-Liveticker

Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Spruch zu Martin Hinteregger

„Erfolgreich freigesoffen. Respekt!“

Twitter-Eintrag nach dem Wechsel von Martin Hinteregger vom SC Freiburg zu Eintracht Frankfurt.

Der Spieler hatte im Trainingslager in seiner Heimat Österreich bei einem Volksfest dem Alkohol zugesprochen. Von diesem Auftritt existiert ein Video.

Spezialist Claudio Pizarro

Gerne gegen die Eintracht spielt Claudio Pizarro. Sechs Tore gelangen dem Peruaner in der Vergangenheit in insgesamt 13 Partien für Werder.

Eintracht Frankfurt im Europapokal

In der letzten Saison gab es den Triumphzug in der Europa League, der Finaleinzug wurde nur knapp verpasst. Auf eine Fortschreibung des Märchens hoffen sie am Main. Die Eintracht schaffte mühelos drei Qualifikationsrunden und befriedigte so die Sehnsucht der Fans. Trainer Adi Hütter erreichte das gesteckte Ziel: „Wir wollen in die Gruppenphase.“ Er hofft auf eine Wiederholung des positiven Effekts: Aus der in den internationalen Begegnungen gewonnenen Euphorie ergab sich viel Power auch für die nationalen Spiele. Die immense Belastung machte sich erst im letzten Drittel bemerkbar. Der Auftakt indes misslang diesmal: 0:3 im Heimspiel gegen Arsenal.

Ende der Büffelherde Jovic/Haller/Rebic

Der Begriff war rasch geprägt. „Die Büffelherde“, so hieß das Trio der robusten und ebenso lauf- wie kampfstarken Stürmer. Der Angriff war das Prunkstück der Eintracht. Mit Luka Jovic an der Spitze, dem wettbewerbsübergreifend 27 Tore, davon zehn in der Europa League, gelangen. Mit Sebastien Haller, dem 15-fachen Torschützen, der fünfmal im europäischen Wettbewerb erfolgreich war. Und mit Ante Rebic, der es auf neun Liga-Tore brachte. Das Erfolgstrio ist gesprengt. Jovic war besonders gefragt. Real Madrid erhielt den Zuschlag – für 60 Millionen Euro Ablöse, wovon Ex-Arbeitgeber Benfica Lissabon 23 kassierte.

Dennoch ein Rekord für Frankfurter Verhältnisse. Immerhin gut 50 Millionen brachte der Transfer des Franzosen Haller zu West Ham United ein. Und auch der Dritte im Bunde ging: Bis zuletzt gab es auch Gerüchte um Rebic, den dritten Mann. Am letzten Tag der Transferperiode wechselte Rebic im Tausch mit André Silva zum AC Mailand. Ein doppeltes Leihgeschäft, beide Stürmer wurden für zwei Jahre verliehen. „Um ohne Zeitdruck über die Ablösen zu verhandeln“, wie Fredi Bobic erklärte.

Dejan Joveljic ersetzt Luka Jovic

Er stammt aus Belgrad, er wurde ausgebildet bei Roter Stern. Dies sind die Gemeinsamkeiten der beiden Serben: Dejan Jovelijic folgt auf Luka Jovic bei der Eintracht. Der serbische U21-Nationalspieler tritt in die großen Fußstapfen seines Landmanns, er tritt ein schweres Werbe an. Gefordert ist nun auch der vor einem Jahr aus Porto geholte Goncalo Paciencia, der sich immer besser entwickelt.

Ein neuer Sturm muss geformt werden. In der letzten Saison trumpften Hütters Angreifer famos auf: 91 Tore in allen Wettbewerben. Der Trainer verspricht, daran anknüpfen zu wollen: „Wir wollen wieder attraktiven, begeisternden Fußball spielen.“ Hütters neue Angriffsreihe sieht so aus: Der Niederländer Bas Dost und der Portugiese André Silva sind momentan erste Wahl. Silva gelangen bei drei Einsätzen zwei Tore, Dost ebenfalls zwei Treffer bei vier Spielen.

Gerangel um Bas Dost

Es zog sich hin wie Kaugummi. Es dauerte einige Tage, ehe der Transfer perfekt war: Bas Dost, der Stürmer aus den Niederlanden, kehrt in die Bundesliga zurück. Für einer Ablöse von sieben Millionen Euro holt die Eintracht den Torjäger zurück, der von 2012 bis 2016 beim VfL Wolfsburg stürmte. Dost unterschrieb einen bis 2022 laufenden Kontrakt. Als „adäquaten Ersatz für Sebastien Haller“ beschreibt Frankfurts Boss Fredi Bobic den 30-jährigen Stossstürmer, der zuletzt für Sporting Lissabon aktiv war. Überaus erfolgreich, wie ein Blick in die Statistik erweist: 93 Tore und 15 Assists in 127 Pflichtspielen.

Heimkehrer Kevin Trapp, Martin Hinteregger und Sebastian Rode

Drei Leihspieler, drei gleiche Verläufe: Sie kehrten offiziell zu ihren Clubs zurück, wurden anschließend von der Eintracht fest verpflichtet. Der Werdegang von Kevin Trapp, Martin Hinteregger und Sebastian Rode in diesem Sommer. Alle drei zählten in der Vorsaison zu Leistungsträgern, hatten sich einen Verbleib in der Main-Metropole gewünscht und sind nun am Ziel ihrer Träume.

„Die Eintracht ist kein grauer Verein mehr“, betont Keeper Trapp, für den sieben Millionen Euro bezahlt werden mussten. Wie Sebastian Rode (vier Millionen Euro als Grundbetrag plus mögliche Boni bis zu acht Mio. an Borussia Dortmund) erhielt der Nationaltorwart einen Vertrag bis 2024. Wirbel gab es um den Weggang von Martin Hinteregger aus Augsburg. Dem Vernehmen nach soll der Abwehrspieler, der seinen Wechsel provoziert haben soll, zwölf Millionen Euro gekostet haben.

Mittelfeld-Zentrale von Eintracht Frankfurt

Verstärkung für das Mittelfeld besorgte Manager Fredi Bobic. Zwei neue Achter sollen dem Eintracht-Spiel die nötigen Impulse geben. Aus Leverkusen holte Bobic mit Dominik Kohr einen bulligen und zweikampfstarken Mittelfeldmann, von den Young Boys aus Bern mit dem Schweizer Djibril Sow einen potenziellen Nebenmann, der Akzente setzen könnte.

Beide kosteten ihren Preis: Kohr 9 Millionen, Sow gar 10 Millionen Euro. Weitere Aktivitäten auf dem Transfermarkt: Der ausgeliehene Filip Kostic wurde fest verpflichtet für 6 Millionen Euro. Aus Hannover kam Nicolai Müller zurück, aus England von Huddersfield Town ablösefrei der Nationalspieler Erik Durm, der mehr Möglichkeiten auf den Außenbahnen eröffnet.

Fredi Bobic ist seit 2016 Vorstand Sport bei Eintracht Frankfurt.

Anekdote über Fredi Bobic

Wer Fredi Bobic als Profi erlebt hat, konnte sich schon vorstellen, dass er auch nach der aktiven Zeit im Fußballgeschäft bleiben und reüssieren wird. Ich habe ihn am Anfang des Jahrtausends bei Hannover 96 eine Saison lang aus der Nähe beobachtet. Mir war klar, dass Fredi mal zu einem Hauptdarsteller in der Liga avanciert. Dabei hat er sich langsam, aber sicher hochgearbeitet: erst Experte beim Bezahlsender Premiere und in Österreich bei ATV, dann der Einstieg in der Fremde.

Gemeinsam mit einem alten Freund, mit Krassimir Balakov, ließ er in Bulgarien bei Tschernomoretz Burgas einen Teil des „Magischen Dreiecks“ aufleben – seine Lehrzeit im Management. Die „Beförderung“ folgte. Der VfB Stuttgart, sein Stammverein, rief. Bobic sagte zu und bewährte sich, zunächst als Sportlicher Leiter, übrigens zusammen mit dem Neu-Schalker Jochen Schneider, dann zum Vorstand berufen. Der „nächste Schritt“, wie es immer so schön heißt, ließ nicht lange auf sich warten.

2016 lockte die Frankfurter Eintracht. Unter Vorstandsboss Heribert Bruchhagen machte der 47-Jährige seine Meisterprüfung. Bobic formte ein Team, das auf internationalem Parkett zu begeistern wusste. Mit ihm ging es stets bergauf bei den Hessen: vor Bobic in Abstiegsgefahr, mit Bobic über Platz 11 auf 8 und zuletzt auf 7. Der Junge hat sich gemacht, ist längst eine der anerkannten Persönlichkeiten in der Branche. Wer ihn als Spieler erlebt hat, hat es geahnt.

Bilanz des SV Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt

In den Begegnungen mit Eintracht Frankfurt weist Werder Bremen eine erfreuliche Bilanz auf: 43 Siege bei 22 Remis und 40 Niederlagen wettbewerbsübergreifend. Auch in Bezug auf die Bundesliga liegt Bremen vorn: 42 Siege, 21 Unentschieden, 35 Niederlagen. In Frankfurt konnten die Hanseaten in 49 Meisterschaftsspielen 14 Erfolge einfahren, verloren 23 Mal. Der letzte Auftritt am Main: 2:1 am 1. September 2018 nach Toren von Yuya Osako und Milot Rashica bei einem Gegentreffer von Sebastien Haller.

Vor Spiel gegen Werder Bremen: Form von Eintracht Frankfurt

Durchaus als gelungen darf der Start der Eintracht in die neue Spielzeit bewertet werden. Platz 9 nach sechs Spieltagen, zehn Punkte auf dem Konto, am Ende der erweiterten Spitzengruppe. Zu Hause ließen die Hessen nichts anbrennen. 1:0 gegen Hoffenheim, 2:1 gegen Düsseldorf, 2:2 gegen Dortmund. Nach zwei 1:2-Auswärtsniederlagten in Leipzig und Augsburg gelang am letzten Wochenende der erste Dreier in der Fremde: 2:1 bei Union Berlin. Auch im Pokal kam man weiter: Erfolg im erbitterten Duell bei Waldhof Mannheim, nach dem der Japaner Makoto Hasebe mit diesem Bonmot aufwartete: „Das war nicht einfach, aber trotzdem am Ende drei Punkte. Das ist das Wichtigste.“

Lazarett: Verletzte Spieler bei Eintracht Frankfurt

Schock zu Wochenbeginn: Kevin Trapp fällt aus, der Stammkeeper wird vermutlich in der Hinserie nicht mehr zur Verfügung stehen. Ein Anriss der Rotatorenmanschette in der linken Schulter machte eine Operation bei dem Nationaltorwart notwendig. Der erst von Paris Saint-Germain ausgeliehene und nun fest verpflichtete 29-Jährige hatte sich im Training beim Zusammenprall mit Makoto Hasebe diese schlimme Verletzung zugezogen.

„Keine gute Nachricht“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner dazu. Als Ersatz kommt nun Frederik Rönnow zum Zuge, der 2018 nach dem Abgang von Lukas Hradecky geholt worden war, aber nicht zu überzeugen wusste. Der Däne hat erst zwei Ligaspiele absolviert. Ex-Bremer Felix Wiedwald könnte nun in den Kader zurückkehren. Weitere Verletzungssorgen: Sebastian Rode, zuletzt ausgefallen wegen Knieproblemen, hat sich den Daumen gebrochen. Auch Abwehrspieler David Abraham droht auszufallen – muskuläre Probleme in der Wade.

Noch mehr News zu Werder Bremen

Schlechte Nachrichten: Ömer Toprak fällt für das Duell von Werder Bremen mit Eintracht Frankfurt aus, auch Claudio Pizarro ist fraglich. Wohl keine Veränderungen im Vergleich zum BVB-Spiel: Die voraussichtliche Aufstellung von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt. Am siebten Bundesliga-Spieltag sind die Grün-Weißen bei der SGE zu Gast – so seht ihr Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt live im TV und im Live-Stream.

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