Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.
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Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Klemm-Brett zum Werder-Nachholspiel

Werder-Notizen vor Frankfurt: Jubiläumsspiel, Reizfigur und Trainingslager-Pech

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem Nachholspiel des 24. Spieltags geht es um Eintracht Frankfurt.

Verfolgt das Spiel von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt im Live-Ticker der DeichStube! Anpfiff ist am Mittwoch um 20.30 Uhr. Eine Stunde vorher kommen die Aufstellungen von Werder und Frankfurt.

Spruch von Eintracht-Neuzugang Djibril Sow

„Im Zusammenspiel im Mittelfeld ist es wie mit einer neuen Freundin: Man muss sich erst kennenlernen.“

Neuzugang Djibril Sow über die Kooperation mit Sebastian Rode

Hinspiel zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt

Dank Milot Rashica entführte Werder aus Frankfurt einen Punkt: In der Nachspielzeit gelang dem Stürmer der Treffer zum 2:2 per verwandelten Foulelfmeter (Hasebe an Klaassen). Zuvor hatte Davy Klaassen für die Bremer getroffen. Für Frankfurt waren Rode und Silva erfolgreich. Die Gastgeber betrieben in dieser Partie Chancenwucher, Werder drehte erst spät auf.

Statistik: Werder Bremen gegen Eintracht Frankurt

Es ist das Jubiläumsspiel. Zum 100. Mal treffen Werder und Eintracht in der höchsten deutschen Spielkasse aufeinander. In den Heimspielen der Bundesliga stehen 28 Erfolge bei zwölf Niederlagen und neun Unentschieden zu Buche. Die Gesamtbilanz: 106 Spiele, 43 Werder-Siege, 40 Eintracht-Siege, 23 Remis. Die Heimbilanz: 29 Siege in insgesamt 53 Partien im Wohninvest Weserstadion gelangen den Bremern gegen Frankfurt. 15-mal siegten die Gäste, neun Partien endeten remis.

Vor dem Duell mit Werder Bremen: Form der SG Eintracht Frankfurt

Der Höhenflug endete schon vor der Zwangspause: 0:4-Klatschen in Leverkusen und Dortmund, 1:2 gegen Union Berlin. Auch nach dem Re-Start kam die Eintracht nicht gut aus den Startlöchern: in drei Spielen nur ein Punkt. Heimniederlage gegen Gladbach mit 1:3, danach ein 2:5 bei den Bayern, der schmeichelhafte Punktgewinn beim 3:3 gegen Freiburg. Dann die Wende am letzten Samstag: 2:1-Erfolg beim VfL Wolfsburg, bei dem neben dem Japaner Kamada erneut Silva erfolgreich war. Der Asiate war sechsmal erfolgreich in der Europa League, beklagte aber Ladehemmung in der Liga.

Nun gelang ihm ein Treffer gegen Freiburg und das Siegtor in Wolfsburg. Der 24-Jährige Portugiese hat Bas Dost verdrängt und ist gegenwärtig Stürmer Nummer eins. Seine Bilanz: sieben Treffer in 19 Einsätzen, drei nach der Corona-Zwangspause. Die Eintracht hat damit wichtige Punkte gewonnen, so dass sie sich etwas Luft verschafft hat im Abstiegskampf: Rang 12 mit 32 Punkten. Von einer Krise wollte Trainer Hütter schon vor dem Sieg in Wolfsburg nicht reden: „Es fehlen nur Nuancen.“ Sportdirektor Bruno Hübner stärkte Hütter den Rücken: „Wir sind von unserem Trainer überzeugt.“

Rotation und Routine bei Eintracht Frankfurt

Rotation war angesagt. Bedingt durch das Mammutprogramm, muss Trainer Adi Hütter häufiger wechseln. Selten einplanen konnte er dabei den an Adduktorenbeschwerden leidenden Stoßstürmer Bas Dost. Im Mittelfeld bieten sich vielfältige Möglichkeiten: Sebastian Rode, Almany Toure und Jonathan de Guzman, dazu die Abräumer Stefan Ilsanker und Dominik Kohr, neben den Technikern Djibril Sow und Daichi Kamada. Lucas Torro fällt wegen der Gelb-Roten Karte indes aus. Insgesamt setzt Hütter auf Routine. Mit einem Durchschnittsalter von 28,7 Jahren bot er zuletzt die mit Abstand älteste Elf der Liga auf.

Spekulation um Rückholaktion von Ante Rebic

Gerüchte gab es im Winter über eine angebliche Rückholaktion von Ante Rebic, dem für zwei Jahre an den AC Mailand verliehenen Offensivmann, und von Jesus Vallejo, ausgeliehen nach Wolverhampton. „Nichts dran“, beendete Fredi Bobic rasch die Spekulationen. Kein Thema sei auch Vallejo, der in England kaum zum Zug kommt und mit einer Heimkehr liebäugelte.

Trainingslager-Pech für Eintracht Frankfurt

Die Eigenwerbung besagt alles: Größte Multi-Sport-Anlage der Welt – so rühmt sich die IMG Academy in Bradenton Florida. Wie im Vorjahr steuerte die Eintracht die riesige Anlage, die auf etwa 2,4 Millionen Quadratmetern mehr als ein Dutzend Fußballplätze, 50 Tenniscourts , diverse andere Sportanlage sowie einen Golfplatz beherbergt, als Ort für die Wintervorbereitung an. Sportvorstand Fredi Bobic über die Wahl: Beste Bedingungen an diesem Standort, an dem „es in jeder Ecke nach Sport riecht“. Pech für die Hessen dann nach der Ankunft: Die US-Nationalelf quartierte sich kurzfristig auch ein, so dass die Eintracht umziehen musste. Die Amerikaner wollten ursprünglich in Katar sich präparieren, sagten jedoch wegen der gefährlichen Sicherheitslage nach der von Präsident Trump herbeigeführten Eskalation im Golf ab.

Eintracht-Frankfurt-Gewinner Martin Hinteregger

Es gab um ihn und seinen Wechsel viel Wirbel. Martin Hinteregger provozierte seinen Weggang aus Augsburg zur Eintracht. Ein Spielchen, das sich für die Hessen gelohnt hat: Der Innenverteidiger zählte zu den wenigen Konstanten im anfälligen Team von Adi Hütter. Nahtlos knüpfte der 27-Jährige an die herausragenden Leistungen der Rückrunde in der Vorsaison an.

Weiterer Pluspunkt: Ihm gelangen wettbewerbsübergreifend sieben Tore. Hinteregger als Gefahrenpunkt bei Standards, torgefährlich wie zuletzt beim 2:5 bei den Bayern. Zwei Tore auf der richtigen Seite, ein Tor auf der falschen Seite des Spielfelds – Eigentor. Gleich zwei Bestmarken sicherte sich Martin Hinteregger, der Mann der Vorrunde. Mit 60,5 Prozent erwies er sich bei der Eintracht als bester Zweikämpfer, zudem hatte er mit 70 Ballkontakten in dieser Rubrik den Spitzenwert. Weitere Sieger: Makoto Hasebe, der seinen Kontrakt bis 2021 verlängert hat, mit 87,1 Prozent die beste Passquote, Djibril Sow mit 12,36 km die größte Laufstrecke.

Eintracht Frankfurts Saison der Superlative

„Ein absolutes Leuchtjahr!“ So schwärmte Peter Fischer in einem Interview mit der FAZ von dem letzten Jahr. Das Fazit des Präsidenten fiel überaus positiv aus. „In den 120 Jahren Geschichte gehört es zu den herausragendsten, die es je bei uns gegeben hat.“ Dabei zielt der Boss natürlich auf die glänzenden Vorstellungen in der Europa League ab, wo die Eintracht erst im Halbfinale am FC Chelsea gescheitert war. Auch auf einen negativen Tatbestand kam Fischer bei allen Superlativen zu sprechen. Er kündigte ein härteres Vorgehen gegen die „50 bis 100 Chaoten“ an und einen Kampf gegen die zunehmende Gewaltbereitschaft der Fanszene.

SGE-Profi Filip Kostic ist „internationale Klasse“ 

Überraschung bei der Rangliste des Kicker: Filip Kostic wurde auf der offensiven Außenbahn in die Internationale Klasse eingeordnet und auf den zweiten Platz gesetzt – hinter dem souveränen Ersten Marcel Sabitzer aus Leipzig. Bei den Innenverteidigern belegte Martin Hinteregger den fünften Rang.

Systemumstellung bei Eintracht Frankfurt

Trainer Adi Hütter stellte das System um, ein Schachzug, der sich auszahlte: weg von der Dreierkette hin zu einem traditionellen 4-4-2. Es klappt – sowohl defensiv als auch offensiv. Profitiert hiervon haben besonders die beiden Außenspieler. Filip Kostic, ohnehin schon seit Monaten ein Erfolgsgarant, kann sich nun noch mehr entfalten, da die Flanken doppelt besetzt sind. Und auf der Gegenseite blüht Timothy Chandler regelrecht auf. Insgesamt steht die Verteidigung wesentlich stabiler. Analyse von Hütter: „Ich bin im Herbst zu dem Schluss gekommen, dass wir einfach zu viele Gegentore bekommen.“ 

Es musste wieder die richtige Balance gefunden werden. Der Coach nominierte daher mit David Abraham und Martin Hinteregger zwei Innenverteidiger mit Stärken im Kopfball und der Zweikampfführung. Makoto Hasebe bewies überdies einmal mehr seine Variabilität und stabilisierte das defensive Mittelfeld und Zentrum, wo zuletzt auch Neuzugang Stefan Ilsanker agierte. Nach den Misserfolgen zuletzt wechselte Hütter erneut: zurück zum 3-5-2 gegen Freiburg und in Wolfsburg.

Wechsel: Stefan Ilsanker kommt zu Eintracht Frankfurt

Kurz vor dem Ende der Transferperiode kam er: Stefan Ilsanker wechselte am „Deadline Day“ zur Eintracht. Der 30-Jährige, dessen Kontrakt ausgelaufen wäre, kam für den Spottpreis von 500.000 Euro und unterschrieb einen Vertrag bis 2022. Am Main trifft der Österreicher alte Bekannte wieder: Trainer Adi Hütter und Kollege Martin Hinteregger, mit denen er 2015 mit RB Salzburg das Double holte. „Ein Spieler, der uns sofort helfen kann“, lobte Fredi Bobic den Allrounder, dessen Flexibilität besonders geschätzt wird. Die Besonderheit bei dem Transfer: Ein so genanntes Gentleman‘s Agreement besagte, dass der Neue im kurz darauf folgenden Pokalspiel der Eintracht gegen RB Leipzig nicht auflaufen durfte.

Widerstand gegen gegen Reizfigur Andreas Möller

Andreas Möller bläst in Frankfurt kräftig der Wind ins Gesicht. Der neue Leiter des Nachwuchsleistungszentrums wird von Teilen der aktiven Fanszene und gewissen Ultra-Gruppierungen massiv kritisiert. Gegenwind am Riederwald, wo der Ex-Nationalspieler einst selbst zum Klasseprofi ausgebildet worden ist. „Damit habe ich nicht gerechnet, es hat mich getroffen“, meint Möller, der in keinem Moment daran gedacht hat, seinen Job hinzuschmeißen. Wie verhärtet die Fronten sind, zeigte sich bei der Jahreshauptversammlung: Möller bleibt ein rotes Tuch für die Fans, wird als Verräter eingestuft, weil er in jungen Jahren die Eintracht verlassen habe. Dreimal war er bei der Eintracht angestellt von 1981 bis 1987, von 1990 bis 1992 und 2003/04, dreimal erfüllte er seinen Vertrag nicht.

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