Der „Panenka“: SC Freiburg-Profi Vincenzo Grifo trifft per gelupftem Elfmeter gegen Werder Bremen-Keeper Jiri Pavlenka.
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Der „Panenka“: SC Freiburg-Profi Vincenzo Grifo trifft per gelupftem Elfmeter gegen Werder Bremen-Keeper Jiri Pavlenka.

Elfmeter-Tor von Grifo sorgt für Diskussionen

Nach Grifos Panenka gegen Werder-Keeper Jiri Pavlenka: „Hatte nullkommanull mit Arroganz zu tun“

Freiburg - Der Anlauf war auffällig kurz, die Ausführung dann aufreizend lässig - es war schon ein ganz besonderer Foulelfmeter, mit dem Vincenzo Grifo Werder Bremens Torhüter Jiri Pavlenka in der Schlussphase überwand und damit die 0:2-Niederlage der Bremer beim SC Freiburg besiegelte. Per sogenanntem „Panenka“ hatte der Freiburger Profi getroffen, sich damit einen Rekord gesichert - im Nachgang bei einigen Fans und Beobachtern allerdings auch für Diskussionen gesorgt.

Kurz zur fußballhistorischen Einordnung: Der Panenka-Elfmeter ist nach dem ehemaligen tschechoslowakischen Nationalspieler Antonin Panenka benannt, der Deutschlands Nationaltorhüter Sepp Maier im EM-Finale 1976 einst per lockerem Lupfer in die Tormitte überwand, weil er fest davon ausgegangen war, dass der Keeper in eine der beiden Ecken abtauchen würde. Seitdem hat der Panenka weltweit zahlreiche Nachahmer gefunden. Geht er schief, weil der Torwart stehenbleibt, sieht der Schütze mehr als unglücklich aus. Trifft er aber, ist die Szene an Kaltschnäuzigkeit kaum zu überbieten. Allerdings wirkt sie immer auch etwas arrogant, weil der Torhüter durch einen Panenka durchaus vorgeführt wird. Das wurde nach der Partie beim SC Freiburg auch von einigen Fans des SV Werder Bremen in den sozialen Medien kritisch angemerkt. 

SC-Freiburg-Trainer Christian Streich über Elfmeter gegen Werder Bremen: „Hatte nullkommanull etwas mit Arroganz zu tun“

Nach Vincenzo Grifos Strafstoß sah sich Christian Streich am Samstagabend dazu veranlasst, seinen Spieler etwas in Schutz zu nehmen. „Der Elfmeter hatte nullkommanull etwas mit Arroganz zu tun“, betonte der 57-jährige Trainer des SC Freiburg und verwies stattdessen auf Grifos gute Vorbereitung bezüglich eines möglichen Elfmeter-Duells mit Jiri Pavlenka. „Das ist ein super Torwart. Vincenzo schießt oft halbhoch ins linke Eck. Geht Pavlenka aber etwas früher rüber, hat er den Ball, und dann brennt hier der Baum“, sagte Streich - und erklärte: „Er hat das nur gemacht, weil es die größte Wahrscheinlichkeit war, ein Tor zu erzielen.“

SC-Freiburg-Profi Vincenzo Grifo trifft gegen Werder Bremen und ist jetzt bester italienischer Torschütze in der Bundesliga

Schon der Urheber Antonin Panenka hatte über seinen Elfmeter gegen Deutschland einst ganz ähnlich gesprochen. „Ich wollte ihn nie lächerlich machen“, sagte er in einem Interview mit „uefa.com“ über Sepp Maier. Und weiter: „Im Gegenteil, ich habe mich für den Elfmeter entschieden, weil ich gesehen habe, dass es das einfachste und simpelste Rezept ist, um ein Tor zu schießen.“ Ähnlich wie der Namensgeber dürfte sich auch Freiburgs Vincenzo Grifo für immer an seinen Panenka-Elfmeter gegen Werder Bremen erinnern. Es war sein 39. Treffer in der Bundesliga, mit dem der Profi des SC Freiburg nun Ex-Bayern-Spieler Luca Toni als besten italienischen Torschützen im deutschen Oberhaus ablöste. (dco)

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