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Sekunden vor der (Nicht-)Elfmeter-Szene in der Nachspielzeit: Nadiem Amiri von Bayer 04 Leverkusen springt in den Ball von Benjamin Goller und spielt ihn mit der Hand - aber Werder Bremen bekommt keinen Elfmeter.

Werder Bremen mit Remis gegen Bayer 04

Werder Bremen und der Elfmeter-Ärger in Leverkusen - DFB sagt: Kein Handspiel!

Leverkusen - Die Partie war ohnehin nicht gerade arm an Höhepunkten gewesen, doch den ganz großen Aufreger, den gab es im Duell zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem SV Werder Bremen (2:2) am Samstagabend erst in der Nachspielzeit - die Rede ist vom Elfmeter-Ärger.

Nach einer Flanke von Benjamin Goller berührte Nadiem Amiri den Ball im Strafraum am Boden liegend mit beiden Armen - Schiedsrichter Martin Petersen gab jedoch keinen Strafstoß für den SV Werder Bremen. Das sorgte im Bremer Lager nach dem Schlusspfiff für eine Mischung aus Verwunderung, Irritation und Ärger. „Da muss es Elfmeter geben“, betonte Ömer Toprak, und Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein fragte vielsagend: „Wer weiß schon, was noch Handspiel ist und was nicht?“

Warum bekam der SV Werder Bremen keinen Elfmeter gegen Bayer Leverkusen? So lautet die Erklärung des DFB

Einen Tag nach der Partie äußerte sich nun der DFB zur strittigen Szene. In einer Stellungnahme der „Sportlichen Leitung Elite Schiedsrichter“ heißt es, Amiri grätsche „mit seitlich noch relativ eng am Körper gehaltenen Armen auf seinen Gegenspieler zu.“ Und weiter: „Dabei wird er beim Schuss des Gegenspielers am Arm getroffen. Bei einer Grätschbewegung gesteht die Regel dem Spieler zu, dass er zur Stabilisierung des Körpers die Arme seitlich zum Boden hin abspreizen kann. Das ist die sogenannte Abstützhaltung.“ 

Und in diesem Falle der Grund dafür, warum der SV  Werder Bremen keinen Strafstoß zugesprochen bekam. Eine „bewusste Abwehraktion, mit den Armen zum Ball“ sei bei Amiris Bewegungsablauf nicht zweifelsfrei auszumachen. Referee Martin Petersen habe in der Szene „eine klare Wahrnehmung“ gehabt, weshalb der Video-Assistent nicht eingriff.

Werders Trainer Florian Kohfeldt hatte mit dem nicht gegeben Elfmeter zwar seine Probleme und sagte über Petersen: „Er hat in der letzten Szene etwas falsch wahrgenommen. Es ist keine Stützhand, er rutscht rein, es ist einfach ein Elfmeter.“ Insgesamt hatte Kohfeldt aber schnell seinen Frieden mit der Szene gemacht: „Ich kann mit der Entscheidung leben, wenn der Schiedsrichter das Spiel so pfeift, wie er es heute gemacht hat“, sagte der Trainer des SV Werder Bremen.

Werder Bremen: Trainer Florian Kohfeldt einverstanden mit der Linie von Schiedsrichter Martin Petersen

Es sei ein sehr kompliziertes Spiel für den Schiedsrichter mit vielen Hochgeschwindigkeits-Szenen gewesen. „Das hat er sehr gut gelöst", lobte der Trainer von Werder Bremen - und hielt fest: „Eine Sache hat er dann nicht richtig wahrgenommen und hat sich die Szene nicht mehr draußen angeguckt. Generell finde ich es gut, wenn die Schiedsrichter nicht ständig rausrennen. Ich bin ein Freund von der realen Wahrnehmung des Schiedsrichters, denn er leitet das Spiel. Auch wenn es uns heute getroffen hat. Ich wünsche mir, dass es immer so gemacht wird.“

Zur letzten Meldung vom 26. Oktober 2019:

Kein Elfmeter in der Nachspielzeit: Werder Bremen und der große Hand-Ärger bei Bayer Leverkusen

Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würde Schiedsrichter Martin Petersen auf den Punkt zeigen, dem SV Werder Bremen in der zweiten Minute der Nachspielzeit während des Auswärtsspiels bei Bayer Leverkusen einenHandelfmeter zusprechen.

Beim Stand von 2:2 wäre das ohne Frage der Matchball gewesen - der SV  Werder Bremen bekam ihn aber nicht. Der Unparteiische aus Stuttgart zeigte Abstoß an, was im Bremer Lager zum Teil für großen Unmut, ja sogar dafür sorgte, dass sich einige Akteure am Ende betrogen fühlten. Und das durchaus zurecht. Aber der Reihe nach.

Werder-Talent Benjamin Goller, erst wenige Minuten zuvor eingewechselt, wollte den Ball während des letzten Angriffs der Partie im Strafraum querlegen, was nicht gelang, weil Leverkusens Nadiem Amiri grätschte und die Kugel mit beiden Armen am Boden stoppte.

Schiedsrichter Martin Petersen und VAR verweigern SV Werder Bremen Elfmeter in Leverkusen

„Da muss es Elfmeter geben“, ärgerte sich Ömer Toprak und wetterte: „Das Handspiel war ganz klar zu sehen! Der Schiedsrichter hatten freien Blick, und wenn ich auf dem Platz schon sehe, dass es Elfmeter ist, dann muss er es auch sehen.“

Hatte Martin Petersen vermutlich auch. Nur hatte der Referee die Szene anders bewertet und darauf verzichtet, sie sich selbst noch einmal am Monitor anzusehen. Eine neue Regel besagt, dass es kein Handspiel mehr ist, wenn ein Spieler den Ball im Liegen an den sogenannten Stützarm bekommt.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt und Frank Baumann scherzen über „tolle Torwart-Parade“

„Das war hier aber kein Stützarm“, betonte Werder-Trainer Florian Kohfeldt - und fügte süffisant an: „Ich war früher ja wahrlich kein Top-Torhüter, aber so bin ich in solche Bälle reingegangen.“ Werders Sportchef Frank Baumann gab nüchtern zu Protokoll: „Durch die neue Regel ist es kein Handspiel mehr, wenn man sich abstützt. In diesem Fall war es aber halb abgestützt und halb eine tolle Torwart-Parade.“

Naturgemäß sah Leverkusens Trainer Peter Bosz die Sache gänzlich anders: „Was soll er mit den Händen machen? Er steckt sie unter seinen Körper. Ich habe noch nie eine Grätsche mit Händen auf dem Rücken gemacht.“ Eine Szene, zwei Meinungen - insgesamt war die große Hand-Verwirrung von Leverkusen nach der Aktion in der Nachspielzeit perfekt. Auf der anderen Seite hatte es schließlich zuvor eine ähnlich strittige Entscheidung gegeben, von der Werder Bremen allerdings profitiert hatte.

SV Werder Bremen: Spieler verlieren Überblick über Hand-Entscheidungen

In der 71. Minute hatte Toprak Amiri den Ball aus kurzer Distanz an den angelegten Arm geschossen, weshalb das folgende Tor von Lucas Alario nicht zählte.

Zweimal Hand, einmal abgepfiffen, einmal nicht - unter dem Strich war die große Diskussion, die die Liga seit Langem in Atem hält, um weitere Beispiele reicher. „Wer weiß schon, was noch Handspiel ist und was nicht?“, fragte Maximilian Eggestein fast schon ein wenig resigniert und beantworte die Frage direkt für sich selbst: „Ich jedenfalls nicht. Ich habe den Überblick verloren.“ (dco)

Fotostrecke: Werders irrer Fight in Leverkusen

Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen. 
Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen.  © gumzmedia
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Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen.  © gumzmedia
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Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen.  © gumzmedia
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Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen.  © gumzmedia
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Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen. 
Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen.  © dpa
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Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen.  © gumzmedia
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Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen.  © dpa
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Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen.  © dpa
Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen. 
Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen.  © dpa
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Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen.  © gumzmedia
Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen. 
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Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen. 
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Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen. 
Die Bilder zur Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen.  © dpa

Zur ersten Meldung vom 26. Oktober 2019:

Schiedsrichter Martin Petersen pfeift Werder gegen Leverkusen

Martin Petersen ist der Schiedsrichter für die Partie von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen (Samstag, 18.30 Uhr). Für den 34-Jährigen ist es erst das 18. Spiel als Bundesliga-Schiedsrichter.

Wenn das mal keine guten Vorzeichen sind: Drei Mal pfiff Martin Petersen die Grün-Weißen bisher, drei Mal gewann der SV Werder Bremen. Zuletzt war Petersen am 25. Spieltag der vergangenen Saison der Unparteiische bei einem Werder-Spiel – das Team von Trainer Florian Kohfeldt gewann mit 4:2 gegen Schalke 04.

Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen: Erst das 18. Bundesliga-Spiel für Martin Petersen als Schiedsrichter

Für Martin Petersen ist das Topspiel am Samstagabend erst die 18. Partie, die er in der Bundesliga leiten wird. Der 34-Jährige Immobilienkaufmann aus Stuttgart ist seit 2009 DFB-Schiedsrichter und pfeift seit der Saison 2017/18 in der Beletage des deutschen Fußballs.

Petersens Assistenten am Samstag sind Alexander Sather und Robert Wessel, vierter Offizieller ist Holger Henschel. Als Video-Schiedsrichter (VAR) sind Benjamin Cortus und Christian Bandurski im Einsatz. (msw)

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