Auch Werder Bremen muss 20 Prozent seiner Energiekosten einsparen. Den Bundesligisten kostet das bis zu 3 Millionen Euro mehr.
+
Auch Werder Bremen muss 20 Prozent seiner Energiekosten einsparen. Den Bundesligisten kostet das bis zu 3 Millionen Euro mehr.

So plant Werder Einsparmaßnahmen

Energiekrise: Der SV Werder Bremen rechnet mit Mehrkosten in Millionenhöhe

Bremen – Die Flutlichter, die Rasenheizungen oder auch die Beleuchtungsanlage für den Stadionrasen – Energiefresser gibt es beim SV Werder Bremen genug. Komplett abschalten geht nicht, das könnte den Bundesliga-Betrieb gefährden. Also kommt auch Werder die Energiekrise mit den stark gestiegenen Preisen für Gas und Strom teuer zu stehen. Existenzbedrohend sei das zwar nicht, heißt es, aber der Club ist dennoch alarmiert, so gut wie möglich gegenzusteuern.

„Wir rechnen bei Werder mit Mehrkosten von ein bis drei Millionen. Das hängt auch von der Preisentwicklung ab“, sagte Werder-Boss Klaus Filbry im „Sportblitz“ von Radio Bremen: „Wir sind daher sehr bemüht, Einsparungsmaßnahmen zu definieren. Wir sind auf einem guten Weg, aber es ist eine sehr, sehr große Herausforderung für uns als Verein.“ Bereits im Sommer war auf den Einsatz der Klimaanlage in den Büroräumen verzichtet worden. Die Kühlschränke im VIP-Bereich werden nur an den Spieltagen eingeschaltet, die Vorlauftemperatur der Heizung wurde gedrosselt – und das Flutlicht wird nach den Spielen bereits früher ausgeschaltet. Damit entspricht Werder Bremen auch einer Forderung der Deutschen Fußball-Liga (DFL), die alle Clubs angehalten hat, 15 bis 20 Prozent weniger Energie zu verbrauchen.

Geprüft wird gerade, ob die Beleuchtungsanlage für den Rasen im Wohninvest Weserstadion mit weniger Licht auskommt oder auch bei den Rasenheizungen auf den Trainingsplätzen Einsparungen möglich sind. „Das werden die Punkte sein, wo wir schauen müssen: Wie viel von der Beleuchtung können wir zurücknehmen? Wie können wir die Temperatur der Rasenheizung so zurückdrehen, ohne am Ende auf einem Acker zu spielen?“, berichtete Anne-Kathrin Laufmann. Werder Bremens Nachhaltigkeits-Direktorin denkt dabei aber nicht nur an die Energiekrise mit den gestiegenen Kosten, sondern auch an die Energiewende.

Energiekrise bei Werder Bremen: „Wir rechnen mit Mehrkosten von ein bis drei Millionen Euro“

Bis 2040 möchte Werder Bremen klimaneutral sein. Eine Rolle spielt dabei auch die Photovoltaik-Anlage auf und am Stadion, die seit 2011 im Betrieb ist und sich positiv auf die Öko-Bilanz des Clubs auswirkt. Der Strom landet allerdings nicht direkt bei Werder. „Es werden ungefähr 800 000 Kilowattstunden im Jahr produziert, davon kann man ungefähr 300 Haushalte bedienen. Wir speisen das zwar ein, aber nutzen das nicht selbst. Selbst wenn wir es benutzen würden, würden wir damit nicht hinkommen“, erklärte Laufmann. Werders genauen Jahresverbrauch will sie nicht nennen.

Der an der Weser produzierte Strom wird vom Energieversorger EWE vermarktet, davon soll auch Werder profitieren. Das Unternehmen aus Oldenburg ist Topsponsor beim Bundesligisten und dürfte dafür etwas mehr als eine Million Euro im Jahr zahlen. Wie Werder Bremen geht es natürlich auch allen anderen Bundesligisten, Borussia Dortmund trifft es dabei noch wesentlich härter: Die Westfalen rechnen mit Mehrkosten von sechs Millionen Euro und planen deshalb ähnliche Einsparmaßnahmen wie in Bremen. (kni)

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare