Der SV Werder Bremen ist unter Trainer Ole Werner noch ungeschlagen - in zehn Spielen gelangen den Grün-Weißen neun Siege bei einem Unentschieden.
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Der SV Werder Bremen ist unter Trainer Ole Werner noch ungeschlagen - in zehn Spielen gelangen den Grün-Weißen neun Siege bei einem Unentschieden.

Werder-Erfolgsserie geht weiter

Jeder ist schlagbar – nur Werder Bremen nicht: Das Werner-Team gewinnt jetzt sogar die schwächeren Spiele

Bremen – Da war er wieder, dieser Satz, der bei Werder Bremen inzwischen andauernd zu hören ist. Dieses Mal sprach Clemens Fritz am Montag die fast schon magischen Worte: „Jeder kann jeden schlagen.“ Und ganz Unrecht hat der Leiter Profifußball mit seiner Einschätzung ja auch nicht, schließlich ist diese 2. Liga reich an Überraschungen, konkrete Prognosen vor den jeweiligen Partien sind alles andere als ein Kinderspiel. Mit einer Ausnahme – und die heißt Werder. Selbst wenn die Bremer nämlich, wie jüngst gegen Dresden, keineswegs überzeugen, sind sie aktuell doch – so ungewohnt das klingen mag und so sehr es die Konkurrenz nervt – unschlagbar.

Ole Werner begründet die Erfolgsbilanz gern mit harter wöchentlicher Arbeit. Falsch liegt der Trainer des SV Werder Bremen damit zweifelsfrei nicht, allerdings dürften auch die anderen Vereine nicht untätig die Tage bis zum nächsten Pflichtspiel zählen. „Ich bin nicht auf anderen Trainingsplätzen und auch nicht bei jedem Spiel dabei. Ich gucke auf uns selbst“, erwiderte der Bremer Coach im Nachgang des jüngsten Heimspiels gegen Dynamo Dresden. „Wir sind überwiegend von Verletzungspech und längerfristigen Sperren verschont geblieben und haben es geschafft, an den Wochenenden nicht nur das zu bringen, was wir vorbereitet haben, sondern haben darüber hinaus eine gewisse Schärfe entwickelt, die Kleinigkeiten in deine Richtung fallen lässt.“

Werder Bremen: Clemens Fritz übt Kritik nach Dresden-Spiel - „Kann nicht unser Anspruch sein, dass wir die Spiele so gewinnen“

Doch genau diese Schärfe hat Werder Bremen gegen die Sachsen eigentlich gefehlt. Auch Clemens Fritz monierte: „Wir müssen noch eine Schippe drauflegen, es kann nicht der Anspruch sein, dass wir die Spiele so gewinnen, wie wir am Sonntag gewonnen haben.“ Da war es der individuellen Klasse von Torhüter Jiri Pavlenka und Torjäger Niclas Füllkrug zu verdanken, dass der Tabellenführer auch weiterhin vom Osterdeich kommt. Nicht das schlechteste Gefühl, wenn man sich im Notfall auf derartige Qualitäten verlassen kann.

Aber genau dafür leistet sich Werder Bremen für Zweitligaverhältnisse ja auch den vermeintlich besten und teuersten Kader aller Clubs. Konkurrenten wie der FC Schalke 04 verfügen mit Top-Stürmern wie Simon Terodde und weiteren guten Profis zwar ebenfalls über hochwertiges Personal, bislang gelingt es aber keinem anderen Trainer so gut wie Ole Werner, die gegebenen Faktoren derart gewinnbringend zu kombinieren. Und doch ist die intensive Punktehamsterei für ihn kein Selbstläufer. „Uns muss klar sein, dass wir aufgrund der letzten Wochen jetzt nicht die Garantie haben, dass die Kleinigkeiten wieder auf unsere Seite fallen werden“, mahnte der Werder-Coach.

Werder Bremen: Leiter Profifußball Clemens Fritz warnt, sich zu sehr auf das eigene Können zu verlassen

Clemens Fritz tickt da ganz ähnlich, auch er warnte davor, sich zu sehr auf das eigene Können in ausgewählten Momenten zu verlassen. Ihm ist da ein dominantes Auftreten über die gesamten 90 Minuten wesentlich lieber. „Wenn es ganz doof läuft, bekommst du gegen Dresden kurz vor Schluss noch ein Gegentor und ärgerst dich dann, weil du vorher den Deckel nicht frühzeitig drauf gemacht hast“, erklärte er. Denn die Gelegenheiten, das darf bei aller Kritik am Auftritt des SV Werder Bremen nicht vergessen werden, waren durchaus da. Wenn auch manchmal nur im Ansatz. Doch sie wurden „fahrlässig vergeben“, wie Clemens Fritz es nannte. Anstatt abzuschließen wurde der Ball noch einmal umständlich abgelegt. „Wir wollten irgendwie auf Tunnel spielen, zu viel mit Hacke. Das darf nicht sein“, betonte der 41-Jährige, „gerade wenn du nur knapp in Führung bist“.

Werder Bremen: Clemens Fritz mahnt trotz 28 Punkten aus zehn Spielen - „Müssen auch hinterfragen, was nicht so gut lief“

Wer 28 von zuletzt 30 möglichen Punkten holt, meckert natürlich auf einem ziemlich hohen Niveau – zumal Werder Bremen weiter Spitzenreiter ist und somit die allerbeste Ausgangslage überhaupt im Aufstiegsrennen hat. Aber die Verantwortlichen wollen eine schwächere Darbietung eben nicht so einfach durchwinken. Müssen sie auch nicht. „Man merkt, dass die Spieler selbstreflektiert sind. Wir könnten leicht sagen, dass wir zuletzt neun Siege sowie ein Unentschieden geholt haben und jetzt alles läuft. Das aber wäre der falsche Weg“, sagte Clemens Fritz. „Wir müssen auch hinterfragen, was nicht so gut lief. Es ist sehr positiv, dass das aus der Mannschaft herauskommt.“ Sie will schließlich auch weiterhin jeden Gegner schlagen – aber selbst partout nicht geschlagen werden. (mbü)

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