Marco Friedl (2.v.l.) und Niclas Füllkrug (r.) gehörten zu den Spielern des SV Werder Bremen, die nach ihrer Corona-Infektion gegen Fortuna Düsseldorf direkt wieder in der Startelf standen.
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Marco Friedl (2.v.l.) und Niclas Füllkrug (r.) gehörten zu den Spielern des SV Werder Bremen, die nach ihrer Corona-Infektion gegen Fortuna Düsseldorf direkt wieder in der Startelf standen.

Beim Sieg gegen Fortuna Düsseldorf

Werder Bremen und die Corona-Fälle: Als wäre nichts gewesen...

Bremen – Alles sah so selbstverständlich aus: Hinten hielten Milos Veljkovic und Marco Friedl den Gegner vom Tor fern, vorne machte Niclas Füllkrug die Chancen rein – und nichts war dabei davon zu sehen, dass dieses Trio des SV Werder Bremen noch bis wenige Tage vor dem 3:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf wegen Corona-Infektionen in Isolation gewesen war und deshalb den Großteil der Vorbereitung auf die zweiten Saisonteil in der 2. Liga verpasst hatte. Veljkovic, Friedl, Füllkrug - sie spielten, als ob nichts gewesen wäre, und verblüfften sich damit selbst. „Wir waren ja alle drei richtig raus, dafür haben wir es echt gut gemacht“, fasste Füllkrug, der zweifache Torschütze, die Leistung der Ex-Corona-Fälle zusammen.

Auch wegen der positiven Tests bei dem Trio hatte der SV Werder Bremen am 2. Januar das Trainingslager in Spanien kurzfristig abgesagt, früher als erwartet durften dann aber alle drei die Isolation verlassen. Ab Dienstag vor dem Spiel waren Marco Friedl und Milos Veljkovic per Sondererlaubnis wieder „frei“, am Mittwoch folgte Niclas Füllkrug. Dennoch: Es blieb kaum Zeit, sich in Form zu bringen für das erste Spiel des Jahres. Dass Trainer Ole Werner trotzdem auf die Stammspieler setzte, konnte im Vorfeld als Risiko bewertet werden, im Rückblick war es aber genau richtig. Warum er sich so entschieden habe, wurde Werner gefragt. Antwort: „Hinter uns lagen nicht vier Wochen Vorbereitung, in denen wir wahnsinnig viele neue Dinge gemacht hätten. Außerdem waren die Infektionen in allen Fällen nicht so schwerwiegend, dass viele Krankheitssymptome aufgetreten wären. So konnten wir das Ganze auch verantworten.“

Werder Bremen: Ole Werner erklärt, warum ein Corona-Trio direkt in der Startelf stand

Niclas Füllkrug bekannte aber, dass das Ganze für ihn nach nur nur zwei Trainingstagen und auch für Veljkovic und Friedl „ein Kraftakt“ gewesen sei. Aber keiner machte frühzeitig schlapp, nur Veljkovic wurde ausgewechselt - nach 88 Minuten. Und Coach Werner durfte für sich in Anspruch nehmen, die Situation des Trios und dessen Einfluss auf die Partie des SV Werder Bremen richtig eingeschätzt zu haben. „Wenn du nicht genau weißt, wo du körperlich stehst, ist es manchmal einfacher, von Beginn an in ein Spiel zu gehen“, erklärte der 33-Jährige. Weil: Dann sei nicht die große Hektik auf dem Platz, dann bliebe auch noch die Möglichkeit, mit Wechseln zu reagieren. Dagegen sei es schwierig, Wackelkandidaten zu bringen, „wenn du die Dinge nicht mehr so kontrollieren kannst und du nicht weißt, ob der Spieler in einer hektischen Phase körperlich von der ersten Sekunde mitgehen kann. Das waren unsere Überlegungen“, erklärte Werner.

Es gibt natürlich Trainer, die es genau anders herum gedacht und gemacht hätten. Aber Werder Bremen fuhr mit der zum vierten Mal in Folge unveränderten Startelf den vierten Sieg in Serie ein, ohne dass die Mannschaft mit ihren drei Kaltstartern in großartige Bedrängnis gekommen wäre. Auch dank des Düsseldorfer Platzverweises nach 57 Minuten sowie der Führung neun Minuten später, wie Werner einräumte: „Danach war das Tempo nicht mehr so hoch, wir mussten nicht mehr so aggressiv anlaufen und die Anschlusswege nach hinten machen.“ Kurzum: Der Spielverlauf war wie gemalt für Werder und seine ehemaligen Corona-Patienten. (csa)

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