Werder Bremen-Serie: Alle Europapokalsieger von 1992 haben einen eigenen Mini-Pokal bekommen.
+
Werder Bremen-Serie: Alle Europapokalsieger von 1992 haben einen eigenen Mini-Pokal bekommen.

Werder-Serie

Größter Titel, kleinste Trophäe: Perlen aus dem Werder-Archiv – Teil 6: Die Mini-Version des Europapokals der Pokalsieger

Bremen – So richtig viel anfangen konnten sie beim SV Werder Bremen im Frühjahr 1992 zunächst nicht mit diesem speziellen Gastgeschenk, das sie da in Lissabon überreicht bekamen. Eine Kiste. Gehalten in dunklem blau, ausgekleidet mit samtenem Stoff und schwerer als sie aussieht, weil ihr Inhalt durchaus wertig ist: Der silberne Europapokal der Pokalsieger. Nur eben nicht das Original, sondern als gut 20 Zentimeter große Mini-Version für den Schreibtisch. Im Nachgang an das gewonnene Endspiel gegen die AS Monaco, das bis heute den größten Erfolg in der Bremer Vereinsgeschichte darstellt, gab es den kleinen Bruder der großen Trophäe als Preis obendrauf. Die klangvolle Inschrift auf dem Sockel: „Coupe des vainqueurs des coupes“, was nichts anderes bedeutet als, nun ja, „Europapokal der Pokalsieger“. Nur wohin damit?

Fangen wir die Geschichte vielleicht lieber von der anderen Seite aus an, denn wo der Mini-Pokal heute steht, ist bekannt: Er ist ein Teil des Werder-Vereinsarchivs. Ehe er dort eines Tages gelandet ist, soll er sich auf der Geschäftsstelle des Vereins befunden haben, aber so ganz genau weiß das heute keiner mehr. Dafür erinnert sich Werder Bremens Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer, der 1992 Vizepräsident des Vereins war, noch ganz genau an die Idee, auf die ihn der kleine Pokal damals brachte.

Schon gelesen: Teil 5 der Werder-Archiv-Serie: Was die Möwe „Werdi“ heute so macht!

Werder Bremens Ex-Präsident Klaus-Dieter Fischer: „Alle Beteiligten haben hinterher einen Mini-Pokal bekommen“

„Wir haben ihn kopiert, alle Beteiligten haben hinterher einen Mini-Pokal bekommen“, sagt der Ex-Präsident von Werder Bremen, dessen Exemplar bis heute in seiner Wohnung steht. Gut möglich, dass auch Wynton Rufer, Klaus Allofs, Mirko Votava und Co. mit dem Mini-Pokal noch immer ihre Briefe beschweren, Stifte darin aufbewahren oder ihn als Erinnerungsstück in die Vitrine verfrachtet haben.

Zurückdenken dürfte sie jedenfalls gerne an die legendäre Saison 1991/92, die in der Bundesliga mit Platz neun zwar mehr als durchwachsen verlief, international dafür aber auf den Olymp führte. Erst Bacau, dann Budapest, gefolgt von Galatasaray Istanbul und Brügge – so liest sich die Bremer Reiseroute, die in den Endspielort Lissabon führen sollte, wo schließlich auch die Hürde Monaco nicht zu hoch war – 2:0. Beim Siegerbankett, das ist längst Vereinsfolklore, ging es im Bremer Teamhotel direkt am Atlantik hoch her. Manager Willi Lemke goss gegen Mitternacht flaschenweise Sekt in den großen Pokal und soll sich am nächsten Morgen über die Rechnung (nach zwei Übernachtungen) für den Tross von Werder Bremen gewundert haben: 40 000 DM. Vielleicht hätte er doch lieber den Mini-Pokal genommen. dco

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare