Frank Neubarth (am Ball) erzielte im Jahr 1984 beim 7:1-Sieg des SV Werder Bremen über den Karlsruher SC drei Treffer.
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Frank Neubarth (am Ball) erzielte im Jahr 1984 beim 7:1-Sieg des SV Werder Bremen über den Karlsruher SC drei Treffer.

Ex-Werder-Profi blickt zurück

Erst in Rückstand, dann wie entfesselt: Neubarth über Werders 7:1-Kantersieg gegen Karlsruhe

Bremen - Zwölf Minuten waren an diesem nasskalten Mittwochabend mitten im November 1984 gespielt, und spätestens jetzt sprach im Weserstadion überhaupt nichts mehr dafür, dass es aus Sicht des SV Werder Bremen ein großer, ein denkwürdiger Tag werden würde. Soeben hatte Michael Künast den Karlsruher SC nach einem Freistoß per Kopf in Führung gebracht. Ein klassischer Fehlstart für die Gastgeber, auf den ein Abend folgen sollte, der bis heute seinen Platz in den Werder-Geschichtsbüchern sicher hat. Mit 7:1 fegten die Grün-Weißen den KSC - Werders kommenden Gegner in der 2. Bundesliga - letztlich vom Rasen. Bis heute haben die Bremer zu Hause nur drei Mal noch höher gewonnen.

„Es war ein besonderes Spiel“, sagt Frank Neubarth, der sich im Jahr 2022 selbstredend nicht mehr an jeden Zweikampf und Querpass erinnern kann, eine Tatsache aber noch sehr präsent im Kopf hat: seine drei Tore an jenem Abend gegen den Karlsruher SC. „Wir waren in der Offensive wirklich gut eingespielt“, sagt der 59-Jährige und meint damit das Angriffstrio des SV Werder Bremen um Neubarth, Rudi Völler und Uwe Reinders, das den KSC nach einer halben Stunde regelrecht schwindelig spielte.

Werder Bremen: Frank Neubarth gelingt vor der Pause ein Doppelpack

Zunächst sorgte Frank Neubarth gegen den Karlsruher SC für den Ausgleich (29.), dann drehte Völler das Spiel (36.), ehe erneut Neubarth (39.) und Reinders (45.) für den 4:1-Pausenstand sorgten. „Der KSC, der so sicher angefangen hatte, geriet nun völlig aus den Fugen“, notierte damals der Beobachter des Weser-Kurier, der nach dem Pausenpfiff noch drei weitere Tore des SV Werder Bremen in seinen Bericht aufnehmen konnte.

„Zu Hause haben wir zu der Zeit immer viele Tore geschossen“, erinnert sich Frank Neubarth. Werder-Trainer Otto Rehhagel habe die Mannschaft vor Heimspielen stets „extrem offensiv“ eingestellt: „Das Motto lautete immer Vollgas nach vorne.“ Am Abend des 14. November 1984 setzten es die Bremer Profis gegen den Karlsruher SC erbarmungslos in die Tat um. Völler (48.), Neubarth zum Dritten (51.) und Reinders per Foulelfmeter (87.) schossen den 7:1-Kantersieg für den SV Werder Bremen heraus, den übrigens gerade einmal 14.500 Zuschauer auf den Tribünen des Stadions erlebten.

(Lest auch: Leo Bittencourt glaubt an Aufstieg mit Werder Bremen: „Guter Dinge, dass wir am Ende da stehen, wo wir hingehören“)

Werder Bremen: 7:1-Erfolg der zweithöchste Sieg der Vereinsgeschichte

Damals stellte das Ergebnis hinter einem 8:1 gegen Kickers Offenbach aus der Saison 1983/84 den zweithöchsten Heimsieg des SV Werder Bremen aller Zeiten dar. Im Laufe der Jahre sollten ein 8:2 gegen Hannover 96 (Saison 1985/86) sowie ein 8:1 gegen Arminia Bielefeld (Saison 2007/2008) das Spiel gegen den Karlsruher SC auf den vierten Rang verdrängen. Dort steht es bis heute.

Am kommenden Samstag tritt der SV Werder Bremen in der 2. Bundesliga nun wieder zu Hause gegen den Karlsruher SC an. Anders als vor knapp 40 Jahren dürfen dann aufgrund der Corona-Pandemie sogar nur 10.000 Fans im Weserstadion dabei sein. Mit einem erneuten Kantersieg rechnet Frank Neubarth allerdings nicht. „Wichtig ist ja auch nur, dass die Mannschaft ihren erfolgreichen Lauf fortsetzt“, sagt der Ex-Profi - und hält nüchtern fest: „Ein 1:0 reicht ja schon für einen Sieg.“ (dco)

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