So reagiert Werder auf den Matthäus-Vorschlag

Ex-Profis im Video-Keller? Werders Scouting-Leiter Fritz über seine VAR-Erfahrungen: „Es ist extrem kompliziert, da den Überblick zu behalten“

Bremen – Immer wieder gibt es Debatten um den Videobeweis im Fußball, auch in Deutschland wird öffentlich über eine Reform des VAR diskutiert. So brachte Weltmeister und Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus jüngst den Vorschlag ein, dass die Video-Schiedsrichter künftig von ehemaligen Profispielern unterstützt werden könnten. In der Folge hatten sich weitere Ex-Profis wie Olaf Thon oder Thomas Helmer für einen Schritt dieser Art ausgesprochen. Für Clemens Fritz, Werder Bremens Leiter Profifußball und Scouting, sei die Umsetzung allerdings alles andere als einfach.

„Ich hatte vor einigen Wochen in Amsterdam die Möglichkeit, mir den ,Keller‘ des holländischen Fußballs anzuschauen“, sagte Clemens Fritz, der aktuell an einem internationalen Management-Studiengang der UEFA und somit immer wieder an Lehrgängen teilnimmt, am Donnerstag während einer Pressekonferenz des SV Werder Bremen. „Ich saß dann auch vor den Bildschirmen und wir haben Szenen durchgespielt. Da muss ich sagen, dass bei mir eine extreme Überforderung eingetreten ist“, gestand der 41-Jährige. „Sicherlich waren das Extrem-Szenen, aber man darf das nicht unterschätzen. Das Ganze ist eine Sache, die sich innerhalb von Sekunden abspielen sollte, um eine Entscheidung treffen zu können. Aber es ist extrem kompliziert, da den Überblick zu behalten.“

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Ex-Profis im VAR-Einsatz? So reagiert Werder Bremen auf den Vorschlag von Lothar Matthäus

Daher sei es Fritz‘ Meinung nach nicht einfach damit getan, beim VAR auf dem ganz kurzen Wege auf die Expertise der früheren Profis zu setzen. „Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, eine entsprechende Ausbildung oder Erfahrung als Schiedsrichter zu haben – ideal wäre es natürlich, wenn man das aus Spieler- und Schiedsrichtersicht hinbekommen würde“, empfahl Werder Bremens Leiter Profifußball und Scouting. „Ich bin aber etwas skeptisch, wenn man da ehemalige Spieler ohne Vorbereitung hinsetzt und die dann Entscheidungen treffen sollen. Das ist wirklich eine riesige Herausforderung.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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