Ex-Profis von Werder Bremen: Daniel Jensen (l.), Markus Rosenberg (m.) und Sebastian Boenisch (r.) sind allesamt nach dem Karriereende Spieler-Berater geworden.
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Ex-Profis von Werder Bremen: Daniel Jensen (l.), Markus Rosenberg (m.) und Sebastian Boenisch (r.) sind allesamt nach dem Karriereende Spieler-Berater geworden.

Daniel Jensen, Markus Rosenberg und Co.

Transfers unter Freunden: Viele ehemalige Werder-Profis sind inzwischen als Spieler-Berater aktiv

Bremen – Die Gerüchte werden mehr, die ersten Wechsel wurden sogar schon vereinbart – das Transferfenster steht quasi auf kipp, am 1. Januar öffnet es ganz. Dann wird es beim SV Werder Bremen auch wieder viele Gesprächen unter Freunden geben, vielleicht sogar mit Transfers als Folge. Denn immer mehr ehemalige Werder-Profis arbeiten inzwischen als Spielervermittler. Das kann ein Vorteil sein, muss es aber nicht, wie die DeichStube in den Gesprächen mit einigen Protagonisten herausgefunden hat.

Naldo, Jurica Vranjes, Aaron Hunt, Michael Schulz, Florian Mohr, Markus Rosenberg, Daniel Jensen, Sebastian Boenisch – sie haben alle mal für Werder Bremen gespielt. Jetzt sind sie Berater. Und sehr wahrscheinlich ist diese Liste ehemaliger Bremer, die nun Spielervermittler sind, nicht vollständig. Denn viele Ex-Profis halten sich bei ihrer neuen Tätigkeit im Hintergrund. Oder fallen nicht auf, weil sie noch keine bekannten Akteure im Portfolio haben.

Frank Baumann von Werder Bremen: „Kein Ex-Spieler einen Vorteil gegenüber anderen Beratern“

„Ich habe die jüngeren Spieler, so zwischen 15 und 19 Jahre alt, weil ich immer noch der Neue in der Agentur bin“, berichtet Daniel Jensen, der für „Nordic Sky“ unterwegs ist. Genauso wie sein Bruder Niclas Jensen, der ehemalige Spieler von Borussia Dortmund. Aushängeschild der Agentur ist Martin Ödegaard, das einstige Supertalent. Der 24-jährige Norweger hat nun endlich auch bei einem Topclub sein fußballerisches Glück gefunden – beim FC Arsenal. Das Branchenportal „transfermarkt.de“ schätzt seinen Marktwert auf 60 Millionen Euro. So einen Spieler würde Jensen Werder Bremen natürlich nie anbieten, der Däne weiß um die nicht ganz einfache finanzielle Situation in Bremen. Als Spieler hat er noch wesentlich bessere Zeiten an der Weser erlebt und von 2004 bis 2011 sehr oft in der Champions League gespielt. Das ist lange her und Werder nur noch ein Aufsteiger. Seine jüngeren Spieler würden jetzt eigentlich ganz gut zu Werder passen, findet Jensen. „Immer, wenn sich das Transferfenster öffnet, schicke ich sie nach Bremen“, erzählt der 43-Jährige und fügt noch grinsend an: „Aber Werder will sie nicht.“

Natürlich ist das nicht ganz ernst gemeint. Jensen kennt das Geschäft. Da ist mitunter auch viel Geduld gefragt. „Wir sind in Kontakt“, sagt er über Frank Baumann (47) und Clemens Fritz (42). Der Sportchef und der Direktor Profifußball sind für die Transfers bei Werder Bremen zuständig. Gemeinsam haben sie früher mit Jensen für Werder gespielt. Jetzt treffen sie sich auf einer anderen Ebene des Fußballs wieder. „Es ist schön, mit ehemaligen Kollegen in Kontakt zu bleiben“, sagt Baumann: „Natürlich hat man zu einigen ein gewisses Vertrauensverhältnis aufgebaut. Aber entscheidend ist immer: Passt der Spieler, passt die Qualität, passen die finanziellen Konstellationen zu Werder? Da hat kein Ex-Spieler einen Vorteil gegenüber anderen Beratern.“

Sebastian Boenisch und Markus Rosenberg konnten bisher noch keine Spieler an Werder Bremen vermitteln

Aber natürlich ist der erste Kontakt einfacher – gerade für Neueinsteiger wie zum Beispiel Sebastian Boenisch. Der 35-Jährige, der von 2007 bis 2012 für Werder Bremen spielte, gesteht, dass ihm das Karriereende nicht leicht gefallen sei. „Wenn man sein ganzes Leben lang Fußball gespielt hat, dann ist es schwierig, loszulassen. Aber jetzt habe ich eine neue Aufgabe gefunden und bin in der Spielervermittlung tätig.“ Mit seiner Frau und den drei Kindern lebt Boenisch in Wien. Dort hat er mit einem Partner eine Agentur gegründet. „Es macht riesigen Spaß, Kontakte zu knüpfen und unterwegs zu sein“, schwärmt der ehemalige polnische Nationalspieler: „Natürlich guckt man auch, ob da gute Spieler für Werder dabei sind.“

Das geht Markus Rosenberg genauso. „Bis jetzt hat es aber noch nicht geklappt“, sagt der Schwede über Transfers mit seinem Ex-Club: „Ich habe einen guten Kontakt zu Frank und Clemens.“ Seine Agentur „Full Potential Agency“, die er selbst gegründet hat, betreue Spieler in England, Polen und Skandinavien. Dabei sticht ein gewisser Anel Ahmedhodzic hervor, denn der Innenverteidiger von Sheffield United hat immerhin einen Marktwert von zehn Millionen Euro. Im vergangenen Sommer wurde der 23-Jährige, der in Schweden geboren ist, aber für Bosnien-Herzegowina spielt, mit dem SV Werder Bremen in Verbindung gebracht. Schließlich wechselte er aber in die zweite englische Liga – für eine Ablösesumme von 4,5 Millionen Euro. Es blieb also ein Gerücht. Davon wird es in den nächsten Wochen noch so manches geben. Mittendrin die Werder-Verantwortlichen Baumann und Fritz sowie manchmal auch ihre ehemaligen Teamkollegen als Berater. (kni)

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